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Bündnis kämpft für Erhalt der Nachtzüge

Wirtschaftlichkeit Bündnis kämpft für Erhalt der Nachtzüge

Ein breites Protestbündnis wehrt sich gegen die geplante Einstellung der Nacht- und Autozüge der Deutschen Bahn (DB). Mit einem eigenen Konzept für ein europäisches Nachtzugstreckennetz, das Amsterdam mit Warschau und Basel mit Kopenhagen verbindet, wollen bahnbegeisterte Politiker, Gewerkschafter und Umweltschützer die Öffentlichkeit für sich gewinnen.

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„Nicht mehr wirtschaftlich“: Die Deutsche Bahn will Nachtzüge einstellen und dafür mehr Busse und ICE-Züge fahren lassen.

Quelle: dpa

Berlin. Die Kampagne „Luna-Liner“ solle verdeutlichen, dass Nachtzüge komfortabel und klimafreundlich seien.„Man kann in Europa mit relativ wenigen Zügen relativ viele Ziele anfahren“, sagte der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Berlin und Brandenburg, Dieter Doege. Möglich werde dies auch durch das fahrplanmäßige Aufteilen eines Zuges in zwei Teile. Das Bündnis „Bahn für alle“ übergab am Dienstag eine von 30 000 Personen unterzeichnete Petition zum Erhalt der Nachtzüge an den Verkehrsausschuss des Bundestages. Die Bahn will den klassischen Nachtzugverkehr im Dezember komplett einstellen – dafür sollen künftig mehr ICE-Züge fahren.

„Mit dem Sterben der Nachtzüge wird nicht nur die europäische Einigung, sondern auch der klimafreundliche Bahnverkehr zurückgeworfen“, kritisierte Michael Cramer, Vorsitzender im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments. Der Allianz für eine Erhaltung der Nachtzüge haben sich auch die Lokführergewerkschaft GDL mit ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky sowie Beschäftigte der von den Sparplänen direkt betroffenen Bahntochter DB European Railservice angeschlossen.

Die Zukunft der Nachtzüge ist schon seit Jahren auch politisch stark umstritten. Bahn-Chef Rüdiger Grube verweist auf erhebliche Verluste des Nacht- und Autozugverkehrs. Kritiker bezweifeln die Zahlen jedoch. Anders als die Deutsche Bahn sehen andere Unternehmen wie die ÖBB in Wien im Nachtzug ein Zukunftsgeschäft, auch im Hinblick auf nachhaltige Mobilität. Die Österreicher wollen deshalb eventuell einige Nachtzuglinien von der DB übernehmen. Grube und seine Berater von McKinsey dagegen wollen die Schlafwagenzüge durch noch mehr konzerneigene Fernbusse sowie zehn nächtliche ICE-Linien ersetzen, die allerdings weniger komfortabel sind.

„Nachtbus und Nacht-ICEs sind aus Kundensicht nicht attraktiv“, meint der Bahnsprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel. Die Fahrgäste wollten morgens ausgeruht ans Ziel kommen. „Durch die Umstellung würde die DB den Airlines neue Kunden in die Arme treiben.“ Die Opposition im Bundestag fordert von der Regierung und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bisher vergeblich, ihren Einfluss auf den Staatskonzern zu nutzen.

In vertraulichen DB-Unterlagen zum Sanierungskonzept „Zukunft Bahn“, die der HAZ vorliegen, sind bereits „ab Mitte 2016 keine weiteren Ansätze für Nachtreiseverkehre“ in der Mittel­fristplanung enthalten. Umfangreiche Investitionen in den „teilweise über­alterten Fahrzeugpark“ ließen sich „wirtschaftlich nicht rechtfertigen“, heißt es. Die Sparte schreibe „seit Jahren Verluste in zweistelliger Millionenhöhe“ und stehe zudem durch Nachtbus- und Billigflugangebote „stark unter Druck“.

Kritiker wie Gastel werfen dem Unternehmen vor, jahrelang Investitionen in neue und modernere Fahrzeuge unterlassen zu haben. Die Manager der Deutschen Bahn dagegen behaupten, die Nachtzüge seien „trotz vielfacher Sanierungsbemühungen stark defizitär“ und eine „Modernisierung auf gutes Qualitätsniveau wirtschaftlich nicht abbildbar“.

Von Thomas Wüpper
und Sarah Lena Grahn

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