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Deutschland / Welt Ein Stück Butter kostet jetzt 1,99 Euro
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ein Stück Butter kostet jetzt 1,99 Euro
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18:15 05.09.2017
Die Butterpreise sind in Deutschland erneut gestiegen.  Quelle: dpa
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Berlin

Beobachter rechnen mit einem weiteren Preisanstieg in der Zeit vor Weihnachten. Erst Anfang Mai hatten Aldi Nord und Aldi Süd den Preis für ihre Billig-Butter um 10 Cent auf 1,29 Euro je 250 Gramm angehoben. Anfang Juni wurde bei den beiden Discountern die Butter um weitere 20 Cent teurer, Anfang Juli um 30 Cent auf zuletzt 1,79 Euro. Zuletzt waren etwa bei Aldi Nord auch die Preise für verschiedene Käseartikel und Buttermilch erhöht worden.

„Das Angebot reicht derzeit nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen“, sagte Milchmarktexperte Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Zuletzt war weniger Milch verfügbar, dadurch auch weniger Fett. „Weniger Milch plus weniger Milchfett ist der eine Baustein“, sagte Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband. Hinzu komme, dass die Lagervorräte in der Europäischen Union aufgebraucht seien.

Sechs Kilo pro Kopf im Jahr

Parallel dazu steigt der Verbrauch. In der Branche beobachtet man seit längerem einen Trend zu fetthaltigeren Produkten. „Der Verbrauch von Sahne, Butter und Co. als Geschmacksträger hat deutlich zugenommen in den letzten Jahren“, sagte Börgermann. Fett habe für viele Konsumenten keinen negativen Beiklang mehr – es gelte stattdessen wieder als wichtiger Geschmacksträger. „Viele Verbraucher kehren zurück zu mehr Genuss, da ist Fett ein wichtiger Faktor“, sagte AMI-Experte Gorn. Das zeige sich auch daran, dass etwa die Käseproduktion, für die viel Fett notwendig ist, zuletzt kontinuierlich gestiegen sei. Zudem nutze die weiterverarbeitende Industrie vermehrt lieber tierisches Fett als pflanzliches Fett in ihren Rezepturen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verbraucht jeder Deutsche aktuell im Schnitt etwa sechs Kilogramm Butter im Jahr. Allerdings verlagere sich die Nachfrage: „Angesichts kräftiger Preisanhebungen verzeichnete Butter den deutlichsten Nachfragerückgang unter den Molkereiprodukten“, stellte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen bereits im Juni fest.
Steigendes Interesse gibt es dagegen an sogenannten Streichmischfetten – also an Kombinationen aus tierischem und pflanzlichen Fett, die streichfähiger sind als herkömmliche Butter. „Der Verbraucher schätzt diese relativ neue Produktkategorie, die für ihn einen Mehrwert bringt und für die er bereit ist, mehr zu bezahlen“, betonte die Landesvereinigung.

Trotz der steigenden Nachfrage in diesem Sektor scheuen die Landwirte noch vor einer Ausweitung ihrer Produktion zurück. „Die Milchkrise steckt vielen noch in den Knochen“, sagte der Marktreferent des Landvolks, Frank Feuerriegel. Auch von den Molkereien gebe es bisher keine entsprechenden Signale für eine Steigerung. Und die Milchbauern klagen noch immer über zu geringe Einkünfte.

Von RND/dpa

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