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Checkliste: Diese Dinge müssen Gründer beachten

Selbstständigkeit Checkliste: Diese Dinge müssen Gründer beachten

Die Gründung einer eigenen Firma klingt verlockend – ist jedoch oftmals mit vielen Problemen verbunden. Diese Checkliste sollten Selbstständige für den Neustart beachten.

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„Den Plan selbst schreiben, nicht bloß kopieren“: Andreas Lutz ist Vorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland. FOTO: VGSD/DPA

Quelle: Thomas Dreier

Hamburg/München. „Ich schmeiße alles hin und mache mich selbstständig.“ Gedacht haben dies viele Berufstätige schon einmal. Die Zahl derer, die tatsächlich den Sprung ins Selbstständigen- oder Freiberuflerdasein wagen, ist aber deutlich kleiner. Wer sich vorher mit den folgenden Fragen auseinandersetzt, hat aber wenigstens eine gute Grundlage für das Abenteuer Gründung:

Will ich das wirklich?

Im Zorn kündigen und als eigener Chef neu anfangen: Das klingt verlockend - ist aber falsch. „Die Gründung sollte immer positiv motiviert sein“, sagt die Hamburger Karriereberaterin Svenja Hofert. Zudem rät sie: Am besten gelingt der Start in die Freiheit, wenn es nicht Knall auf Fall geht, sondern schrittweise - mit etwas Freiberuflichkeit nebenher zum Beispiel.

Habe ich genug Zeit?

Es gibt einiges an Formularen auszufüllen, zu regeln, zu organisieren und zu beantragen. Ein Zeitaufwand, den man nicht unterschätzen sollte: „Ein Monat ist vermutlich zu knapp, zwei bis drei braucht man dafür in der Regel schon“, sagt Andreas Lutz, Vorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) in München.

Habe ich einen Plan?

Die Antwort auf diese Frage sollte besser „Ja“ sein, denn ohne geht es nicht. Einen Businessplan zu schreiben ist das A und O der Gründung, betont Lutz: „Und zwar wirklich zu schreiben, nicht bloß zu kopieren.“ Für viele Gründungen gibt es im Netz zwar Vorlagen. Wer die blind übernimmt, setzt sich mit den vielen wichtigen Fragen, die ein solcher Plan enthält, aber gar nicht auseinander.

Wofür will ich investieren?

Die meisten Gründer werden gerade am Anfang jeden Euro zweimal umdrehen. Der Impuls ist nachvollziehbar, aber dennoch nicht unbedingt richtig. „Natürlich brauche ich nicht gleich teure Büroräume“, sagt Lutz. „Aber ein Coworking-Platz statt des Home-Office kann die paar Hundert Euro schon wert sein.“ Auch ein Steuerberater oder ein Buchhaltungsbüro lohnen sich oft schon von Anfang an.

Wovon will ich leben?

Auch wer nichts oder wenig investiert, braucht für den Start Geld - allein schon, um die Miete und den Lebensunterhalt zu bezahlen. Hinzu kommen weitere Kosten, etwa für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Und die sind oft happig: „Unter 400 Euro pro Monat geht es meistens nicht“, sagt Lutz.

Wer unterstützt mich?

Zur Überbrückung der schwierigen Gründungsphase gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, allen voran den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit. Anspruch darauf haben laut Agentur alle Gründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus in eine selbstständige Tätigkeit wechseln. An diesen Zuschuss zu kommen kann aber knifflig sein.

Wer beantwortet meine Fragen?

Nicht nur für den Antrag auf Gründungszuschuss lohnt sich der Besuch bei einem Gründungsberater: Denn er kennt vielleicht auch noch andere Förderprogramme, er prüft den Businessplan auf Herz und Nieren und weiß um sonstige Fallstricke. Einen Überblick über die existierenden Unterstützungsangebote für Firmengründer gibt es im Internet unter www.existenzgruender.de beim Bundeswirtschaftsministerium.

Jeder fünfte Firmengründer ist Zuwanderer

Migranten haben 2016 jede fünfte neue Firma in Deutschland gegründet. Dies geht aus einer Untersuchung der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor.

Aus Mangel an Er-werbsalternativen setzen Zuwanderer den Angaben zufolge insgesamt häufiger auf die Selbstständigkeit – weshalb auch ihre Abbruchquote höher ist als im Durchschnitt aller Gründer: 41 Prozent brechen innerhalb der ersten drei Jahre ihre Existenzgründung ab im Vergleich zu 30 Prozent aller Gründer.

Die Daten zeigen, dass Migranten ihre Existenzgründungen überdurchschnittlich offensiv angingen: Sie investieren mehr Wochenstunden in ihre Gründungsprojekte (durchschnittlich 32 Stunden verglichen mit 29 Stunden bei Gründern insgesamt), und sie gründen die Unternehmen häufiger im Team (23 Prozent zu 20 Prozent). Zudem schaffen sie häufiger Arbeitsplätze (39 Prozent zu 28 Prozent).     

Von Tobias Hanraths

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