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Chemie-Beschäftigte erhalten mehr Geld

Arbeitgeber und IG BCE einigen sich Chemie-Beschäftigte erhalten mehr Geld

Ohne großen Theaterdonner haben sich die Tarifpartner in der Chemie-Industrie auf eine neue Gehaltsstruktur geeinigt. Innerhalb von zwei Jahren gibt es zwei Mal mehr Geld.

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Mehr Geld für Chemie-Beschäftigte: Georg Müller (l), Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, und Peter Hausmann, Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE), sind sich einig.

Quelle: Thomas Frey/dpa

Lahnstein. Die rund 550.000 Beschäftigten der chemischen Industrie bekommen deutlich mehr Geld. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich für die Tarifmitarbeiter in der drittgrößten deutschen Industriebranche auf eine zweistufige Erhöhung.

Zunächst gibt es 3,0 Prozent mehr, nach 13 Monaten steigen die Bezüge noch einmal um 2,3 Prozent. Dies teilten beide Seiten am Donnerstag nach Verhandlungen in Lahnstein bei Koblenz mit.

Abschluss ohne Streiks

Damit gelang in der Branche erneut ein Abschluss ohne Streiks. Die Tarifpartner beschlossen zudem ein Programm zur Berufsvorbereitung angehender Lehrlinge, das mit einer Million Euro ausgestattet wird.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE, Peter Hausmann, sagte laut Mitteilung: "Wir haben einen guten Kompromiss erzielt, das Ergebnis entspricht der Lage in der chemischen Industrie. Die Prozentzahlen können sich auch im Branchenvergleich sehen lassen."

Kompromiss durch lange Laufzeit

Für die Unternehmen sei der Abschluss zweifellos ein Kraftakt, der nur durch die lange Laufzeit tragbar sei, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitergeberseite, Georg Müller: "Mit diesem Ergebnis steht die nächste Tarifrunde erst wieder in zwei Jahren an. Diese Zeit können wir nutzen, um große Herausforderungen wie die Digitalisierung der Arbeitswelt gemeinsam anzugehen."

Die IG BCE hatte bei einer Laufzeit von 12 Monaten 5 Prozent mehr Geld gefordert. Mit dem Abschluss von Lahnstein ist die Einigung für die letzte wichtige Industriesparte für dieses Jahr tariflich unter Dach und Fach.

Diese Branchen verhandeln als nächstes

Nun folgen noch mit den Bankangestellten und der Deutschen Bahn zwei große Dienstleistungsbereiche, bevor zum Jahresende die Tarifverträge für den öffentlichen Dienst der Länder und für die mehr als 400.000 Leiharbeiter auslaufen.

In diesem Tarifjahr hatten bereits die Metall- und Elektroindustrie für 3,8 Millionen Beschäftigte sowie der Bau für 785.000 Arbeiter langfristige Einigungen erzielt, die wie der Chemie-Abschluss bei vergleichsweise geringer Inflation zu kräftigen Reallohnsteigerungen führen dürften. Alle Verträge sind zudem auf annähernd zwei Jahre abgeschlossen.

Mit zwei Tarifstufen von 2,8 und 2,0 Prozent legten die Metaller ein Ergebnis knapp unter dem Niveau des Vorjahres vor, das mit Ausnahmeregeln für schwächere Unternehmen im Einzelfall noch leicht um etwa ein Zehntel abgesenkt werden kann. Gerade diese zusätzlichen Klauseln hatten letztlich die Zustimmung der Arbeitgeber ermöglicht.

Auch kriselnde Chemie-Unternehmen können die Entgelterhöhungen um bis zu zwei Monate verschieben. Am florierenden Bau gab es ebenfalls zwei Stufen bei einer Laufzeit von 22 Monaten. Sie rechnen sich im Westen auf ein Plus von 4,6 Prozent und im Osten auf 5,3 Prozent zusammen.

dpa/RND

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