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China kauft chinesisch

Nachfrage nach deutschen Autos geht zurück China kauft chinesisch

Lange galt Kapazitätsmangel als größte Sorge der Autobauer in China. Doch am Freitag sprach Volkswagens Vertriebschef Christian Klingler aus anderen Gründen von einer „angespannten“ Entwicklung: Erstmals ist im Juni die Nachfrage geschrumpft - um 2 Prozent im gesamten Markt, um fast 4 Prozent für den Wolfsburger Konzern.

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Vor dem Generationenwechsel: Auf den Messen spielen die chinesischen Kinder noch im VW Tiguan, ihr eigenes Auto könnte eines Tages Haval (rechts) heißen.Foto: dpa/Haval

Quelle: Friso Gentsch

Wolfsburg. Dank eines ordentlichen Jahresbeginns gab es im ersten Halbjahr insgesamt noch Wachstum, doch der chinesische Branchenverband hat die Ampel schon auf Gelb geschaltet: Statt 7 Prozent Marktwachstum werde es in diesem Jahr nur zu 3 Prozent reichen, was wohl Minusmonate in der zweiten Hälfte bedeutet. Die Branche hatte sich auf eine Abkühlung des Booms eingestellt, mit Frostperioden plante niemand.

Es sind mehrere Faktoren, die das Wunderland der Autowelt entzaubern. Da ist der grundlegende Umbau vom boomenden Schwellenland zur etablierten Wirtschaftsnation. Außerdem sind die Metropolen längst überlastet, der Staat versucht den Smog mit rigiden Zulassungsbeschränkungen einzudämmen. Nicht nur böse Zungen behaupten auch, dass der Kampf gegen die Korruption die Nachfrage in der Oberklasse bremse. Und der Börsenboom traf die Autohersteller doppelt: Erst trugen die Chinesen ihr Geld zur Börse statt zum Autohändler - und dann verloren sie dort einen Teil ihrer Ersparnisse.

Von all dem spüren einige Marken allerdings überhaupt nichts. Der Gewinner der Saison ist außerhalb Chinas praktisch unbekannt, hört auf den Namen Haval (für „have it all“) und verkaufte im ersten Halbjahr 80 Prozent mehr Autos als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 311 000 Fahrzeuge sind zwar bescheiden im Vergleich zu 1,7 Millionen des VW-Konzerns, aber der Trend ist klar: Geländewagen heimischer Marken finden reißenden Absatz.

Die ausländischen Konzerne haben jahrelang die Boomregionen an der Küste mit möglichst prestigeträchtigen Limousinen versorgt. Doch Wachstum gibt es jetzt nur noch im Landesinneren, und dort wird anders gekauft: billiger, robuster, aber trotzdem modisch. Bei den traditionellen Limousinen und Kompaktwagen leiden die chinesischen Marken noch heftiger als die etablierte Konkurrenz, der Verkauf von SUVs und Minivans jedoch hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

So gewinnen die chinesischen Hersteller Monat für Monat Marktanteile. Haval, eine Marke des privaten chinesischen Konzerns Great Wall, nennt sich bereits „No. 1 SUV brand in China“ und macht mit ihrem H6 zum Beispiel VWs Tiguan das Leben schwer. Den günstigeren, qualitativ verbesserten Autos habe man derzeit wenig entgegenzusetzen, bekannte Klingler schon vor einigen Monaten.

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Laborzulieferer rechnet mit 12 Prozent
Foto: Das Göttinger Unternehmen Sartorius rechnet nun mit 12 Prozent Wachstum in diesem Jahr.

Nach einem starken ersten Halbjahr hat der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius seine Wachstums- und Ertragsprognose für 2015 angehoben. Das Unternehmen rechne jetzt mit einem wechselkursbereinigten Umsatzwachstum von 12 Prozent (bisher 6 bis 9 Prozent), teilte eine Sprecherin am Dienstag mit.

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