Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt China kauft chinesisch
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt China kauft chinesisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.07.2015
Von Stefan Winter
Vor dem Generationenwechsel: Auf den Messen spielen die chinesischen Kinder noch im VW Tiguan, ihr eigenes Auto könnte eines Tages Haval (rechts) heißen.Foto: dpa/Haval Quelle: Friso Gentsch
Anzeige
Wolfsburg

Dank eines ordentlichen Jahresbeginns gab es im ersten Halbjahr insgesamt noch Wachstum, doch der chinesische Branchenverband hat die Ampel schon auf Gelb geschaltet: Statt 7 Prozent Marktwachstum werde es in diesem Jahr nur zu 3 Prozent reichen, was wohl Minusmonate in der zweiten Hälfte bedeutet. Die Branche hatte sich auf eine Abkühlung des Booms eingestellt, mit Frostperioden plante niemand.

Es sind mehrere Faktoren, die das Wunderland der Autowelt entzaubern. Da ist der grundlegende Umbau vom boomenden Schwellenland zur etablierten Wirtschaftsnation. Außerdem sind die Metropolen längst überlastet, der Staat versucht den Smog mit rigiden Zulassungsbeschränkungen einzudämmen. Nicht nur böse Zungen behaupten auch, dass der Kampf gegen die Korruption die Nachfrage in der Oberklasse bremse. Und der Börsenboom traf die Autohersteller doppelt: Erst trugen die Chinesen ihr Geld zur Börse statt zum Autohändler - und dann verloren sie dort einen Teil ihrer Ersparnisse.

Von all dem spüren einige Marken allerdings überhaupt nichts. Der Gewinner der Saison ist außerhalb Chinas praktisch unbekannt, hört auf den Namen Haval (für „have it all“) und verkaufte im ersten Halbjahr 80 Prozent mehr Autos als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 311 000 Fahrzeuge sind zwar bescheiden im Vergleich zu 1,7 Millionen des VW-Konzerns, aber der Trend ist klar: Geländewagen heimischer Marken finden reißenden Absatz.

Die ausländischen Konzerne haben jahrelang die Boomregionen an der Küste mit möglichst prestigeträchtigen Limousinen versorgt. Doch Wachstum gibt es jetzt nur noch im Landesinneren, und dort wird anders gekauft: billiger, robuster, aber trotzdem modisch. Bei den traditionellen Limousinen und Kompaktwagen leiden die chinesischen Marken noch heftiger als die etablierte Konkurrenz, der Verkauf von SUVs und Minivans jedoch hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

So gewinnen die chinesischen Hersteller Monat für Monat Marktanteile. Haval, eine Marke des privaten chinesischen Konzerns Great Wall, nennt sich bereits „No. 1 SUV brand in China“ und macht mit ihrem H6 zum Beispiel VWs Tiguan das Leben schwer. Den günstigeren, qualitativ verbesserten Autos habe man derzeit wenig entgegenzusetzen, bekannte Klingler schon vor einigen Monaten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Deutschland / Welt Ersteigerte Mobilfunkfrequenzen - Millionen für den Breitbandausbau

Vor einem Monat ersteigerten Mobilfunkkonzerne in Deutschland für 5,1 Milliarden Euro neue Mobilfunkfrequenzen für den Ausbau des schnellen mobilen Internets. Ein Teil der Erlöse fließt nun an die Bundesländer für den Breitbandausbau. Insgesamt 1,33 Milliarden Euro aus den Einnahmen muss sich der Bund mit den Ländern teilen.

20.07.2015

Das schaffte bislang erst ein Unternehmen an der Tech-Börse Nasdaq: Google hat am Freitag 65 Milliarden Dollar (60 Mrd Euro) an Börsenwert dazugewonnen.

19.07.2015
Deutschland / Welt Leichte Entspannung im Schuldendrama - Griechische Banken öffnen wieder

Seit drei Wochen sind Griechenlands Banken geschlossen. Nun soll es endlich eine leichte Entspannung geben: Am Montag öffnen die Geldhäuser. Möglich machen das neue Hilfsmilliarden.

19.07.2015
Anzeige