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China setzt auf radikale Maßnahmen

Börsen-Talfahrt China setzt auf radikale Maßnahmen

Mit Gewalt will die Regierung den massiven Kursrutsch an Chinas Aktienmärkten eindämmen - und wählt dazu drastische Maßnahmen. Die internationalen Märkten verfolgen die Entwicklung mit Sorgen, weil langfristige Auswirkungen auf das Wachstum im Reich der Mitte befürchtet werden.

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Händler an der Börse in China

Quelle: afp

Shanghai. Nach radikalen Maßnahmen der Regierung ist der  Kursverfall an den chinesischen Aktienmärkten vorerst aufgefangen werden. Sackte die Börse in Shanghai zu Handelsbeginn am Donnerstag noch mehr als drei Prozent in den Keller, lag sie im Verlauf nur noch leicht im Minus. Ähnlich erholten sich der Composite Index in Shenzhen und der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt. Beide Indizes stiegen sogar zunächst um zwei Prozent.

Nach dem starken Rückgang um mehr als fünf Prozent vom Vortag kletterte auch die Börse in Hongkong wieder um mehr als vier Prozent. Die Verunsicherung über den Kursrutsch in der zweitgrößten Volkswirtschaft hatte zuvor auch an der Wall Street für Verluste gesorgt.

Verkauf von Aktien bis 2016 eingeschränkt

Chinas Aufsichtsbehörden verkündeten neue, drastische Maßnahmen, um die seit einem Monat um mehr als ein Drittel gefallenen Märkte zu stützen. So dürfen Anteilseigner, die Beteiligungen von mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen halten, ihre Aktien in den nächsten sechs Monaten nicht veräußern, wie die Wertpapieraufsicht anordnete. Damit solle die "Stabilität an den Kapitalmärkten gewahrt" werden. Rund die Hälfte aller gelisteten Aktien ist allerdings schon vom Handel ausgenommen.

Die Zahl der chinesischen Unternehmen, die angesichts der starken Kursrückgänge nicht mehr gehandelt werden wollen oder sollen, stieg um 194 auf 1439, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Um den Markt weiter zu stabilisieren, kauften große Staatsunternehmen wie der Ölkonzern Sinopec oder der Kohlekonzern Shenhua auch im großen Stil eigene Aktien auf. Zudem versprach die Zentralbank der China Securities Finance Corporation, die Kredite der Wertpapierfirmen finanziert, am Donnerstag erneut ausreichend Geldmittel. Das staatliche Finanzorgan hat 21 Wertpapierhäusern bereits 260 Milliarden Yuan (umgerechnet 37 Milliarden Euro) für den Aufkauf von Aktien zur Verfügung gestellt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Am Vortag war der Bedarf auf mehr als 500 Milliarden geschätzt worden.

Erzeugerpreise setzen Rückgang fort

Weitere schlechte Nachrichten kamen von der Preisfront in China, die mangelnde Nachfrage und anhaltende Schwäche der Wirtschaft signalisierte. So setzten die Erzeugerpreise nach Angaben des Pekinger Statistikamtes im Juni mit Minus 4,8 Prozent ihren seit drei Jahren anhaltenden Rückgang fort. Die Inflation lag mit 1,4 Prozent etwas höher als erwartet. In der ersten Jahreshälfte stieg der Verbraucherindex aber damit auch nur um 1,3 Prozent.

Die Börsenkrise in China wird an den internationalen Märkten mit Sorge verfolgt, da langfristige Auswirkungen auf das Wachstum und die geplanten wirtschaftlichen Reformen im Reich der Mitte befürchtet werden. Experten warnten vor weiteren staatlichen Eingriffen in den Markt, sahen notwendige Korrekturen und eine Lehre für all jene, die zu hohe Risiken eingegangen seien. Im Jahr vor dem jetzigen Kursverfall war der Aktienmarkt meist durch spekulative Aktienkäufe auf Pump um weit mehr als 100 Prozent in die Höhe getrieben worden.

dpa

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Märkte steigen stark
Foto: Symbolbild

Nach dem Kursverfall legen Chinas Börsen den zweiten Tag in Folge deutlich zu. Doch noch immer sind rund die Hälfte der Unternehmen vom Handel ausgesetzt. Das bremst die Euphorie der Aktienbesitzer.

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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