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Piloten drohen auch zu Ostern mit Streik

Tarifkonflikt bei Lufthansa Piloten drohen auch zu Ostern mit Streik

Im Tarifkonflikt zwischen den Piloten und der Lufthansa bewegt sich keine Seite auch nur einen Millimeter. Die Passagiere müssen weiter Flugausfälle ertragen. Wenn es ganz hart kommt, könnten die Piloten sogar über Ostern streiken.

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Am Freitag fielen erneut rund 700 Kurz- und Mittelstreckenflüge aus.

Quelle: dpa

Hannover. Der Tarifstreit bei der Lufthansa spitzt sich weiter zu: Die Vereinigung Cockpit schließt einen Streik auch während der Osterfeiertage nicht aus. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg sagte dieser Zeitung, die Gewerkschaft halte sich „alle Optionen offen – auch Streiks über Ostern“. Davon könnten sowohl Kurz- und Mittelstreckenflüge als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Wie bisher werde man jeden Streik spätestens 24 Stunden vorher bekannt geben. Handwerg warf der Lufthansa eine „Blockadepolitik“ vor, die von der Gewerkschaft nicht hingenommen werden könne. Insgesamt gebe es mit dem Unternehmen zwölf „offene Tarifthemen“, zu denen man endlich akzeptable Angebote verlange. Die Lufthansa-Führung verfolge aber offenbar das Ziel, sämtliche „Tarifstrukturen bei uns abzuschaffen“.   

Die Lufthansa will sich öffentlich nicht dazu äußern, ob ihre Kunden auch mit Streiks über die Feiertage rechnen müssen. Intern  schließt man eine solche Möglichkeit aber ebenfalls nicht aus. Wie es heißt, gebe es bei Cockpit offenbar Überlegungen, wie man dem Unternehmen kurzfristig möglichst großen Schaden zufügen könne.

Die zwölfte Streikwelle

Freitag fielen durch die mittlerweile zwölfte Streikwelle erneut rund 700 Kurz- und Mittelstreckenflüge aus. Nach Angaben der Lufthansa waren davon rund 94 000 Passagiere betroffen. Am Frankfurter Flughafen hatte zudem die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter des Bodenabfertigers Acciona zu einem Warnstreik bis 20 Uhr aufgerufen. Das spanische Unternehmen arbeitet in Frankfurt mit mehreren ausländischen Airlines zusammen. Außerdem gab es in Italien einen Streik der Fluglotsen.

Die Gewerkschaft Cockpit will am Sonnabend die Langstrecken- und Frachtflüge der Lufthansa bestreiken.  Von den geplanten 160 Langstreckenflügen für Passagiere hat das Unternehmen 74 vorsorglich gestrichen. Rund 20 000 Fluggäste dürften davon betroffen sein, teilte die Airline mit.

Ausfälle in Hannover

Auch am dritten Tag der Streikwelle zeichnete sich keine Lösung des Konflikts ab. Beim wichtigsten Streitpunkt zwischen Cockpit und Lufthansa geht es um die Übergangsversorgung bis zur Rente für die mehr als 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Bis zur Kündigung des entsprechenden Tarifvertrags Ende 2013 war es Lufthansa-Piloten möglich, ab einem Alter von 55 Jahren zu sehr guten Bedingungen in den Ruhestand zu gehen. Die Airline, die international stark unter Druck steht, will diese Möglichkeit einschränken. Strittig ist außerdem die Höhe der Gehälter und der Betriebsrenten für die Piloten.

Lufthansa forderte die Vereinigung Cockpit auf, umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Eine bereits vereinbarte Gesprächsrunde war von dem Unternehmen abgesagt worden, nachdem Cockpit die jüngsten Streiks angekündigt hatte.  

Am Flughafen Hannover-Langenhagen war der Streik der Piloten kaum zu spüren. „Die Lufthansa hat ihre Kunden früh genug informiert, deshalb bilden sich in den Terminals keine Schlangen wegen der Ausfälle“, berichtete Flughafensprecherin Anika Studders. Drei Flüge von und nach Frankfurt und München waren am hannoverschen Flughafen gestrichen worden, am Sonnabend wird aller Voraussicht nach kein Flug ausfallen.

Von Joachim Riecker

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