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Die Commerzbank setzt auf ihre Zweigstellen

Gegen den Trend Die Commerzbank setzt auf ihre Zweigstellen

Bankzweigstellen kosten eine Menge Geld – und sind eigentlich überflüssig. Schließlich gibt es für Bankgeschäfte heute Internet, Computer und Smartphone. Also könnte man sie doch einfach abschaffen. So denken auch manche Branchenexperten, nicht aber die Commerzbank-Topmanager. Die Bank baut auf ihr Filialnetz.

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„Hip-to-Hip-Beratung“: Filiale in Hannovers Galerie Luise.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Schließungen sind kein Thema, stattdessen steckt sie viel Geld in die Modernisierung. Große Bildschirme und Tablets, bequeme Sitzecken, Kaltgetränke und Kaffee, ein frisches Design sollen mehr Kunden in die Zweigstelle locken. Große Niederlassungen werden zu „Flagship-Stores“, auf Deutsch Flaggschiff-Läden.

Nach zweijährigem Test in Berlin und Stuttgart wird das neue Konzept jetzt in ganz Deutschland ausgerollt. Den Anfang machen Bochum, Hannover und Bremen. Insgesamt sollen bis zu 100 solcher Filialen entstehen, berichtet Bereichsvorstand Frank Haberzettel. Ein „offenes Raumkonzept“ gehört dazu, die Abläufe sollen „schnell, modern, effizient“ sein. Der Commerzbanker sitzt dem Kunden nicht mehr unbedingt gegenüber, sondern neben ihm auf dem Polster, im Marketing-Jargon spricht man von „Hip-to-Hip“-Beratung. Auch die Öffnungszeiten werden ausgeweitet. Die Testphase habe wertvolle Erfahrungen gebracht, sagt Haberzettel. „Wir haben viel gelernt und manches gelassen.“ Vor allem aber zeigte sich, dass die Filialen neuen Typs – wie erhofft – mehr Menschen anlocken können. Um 50 Prozent sei die Zahl der Kunden in den Testfilialen gestiegen.

Umso mehr ist man bei der Commerzbank davon überzeugt, dass Zweigstellen auch im Zeitalter des Mobile Bankings „extrem wichtig“ bleiben. Immer noch gewinne die Bank zwei Drittel der Neukunden über die Zweigstellen, sie seien also das Rückgrat des Neugeschäfts, betont der Commerzbanker. Deshalb gibt sich die Bank fest entschlossen, ihr Zweigstellennetz nicht weiter auszudünnen. Derzeit sind es etwa 1000 Standorte in Deutschland. „Wir denken eher über neue Standorte nach“, sagt Haberzettel. Bei den Investitionen in die Modernisierung gehe es vor allem um den Kundennutzen, nicht ums Markenimage. Millioneninvestitionen für „goldgeränderte“ Filialen seien nicht geplant, sagt er. Darin ist ein Seitenhieb auf die Deutsche Bank versteckt, die kürzlich in Berlin eine für 5 Millionen Euro aufgemöbelte Niederlassung eröffnet hat.

Die Commerzbank hat sich vor Jahren ehrgeizige Wachstumsziele gegeben. Bis 2016 wollte sie netto eine Million neue Privatkunden gewinnen. Nachdem dies nun gelungen sei, setzt sie sich höhere Ziele: In den nächsten vier Jahren sollen zwei Millionen weitere Kunden hinzukommen.

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