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00:17 18.12.2015
Von Lars Ruzic
Nur noch jeder sechste Student will für die Karriere ins Ausland gehen. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Der Conti-Studie zufolge werden die Entwickler und Manager der Zukunft immer immobiler und unflexibler. 57 Prozent der befragten Studenten wollen sich in erster Linie in der Heimatregion einen Job suchen. Einen so hohen Wert hat die seit zwölf Jahren veranstaltete Umfrage noch nicht gemessen.

Gleichzeitig schrumpft die Bereitschaft, für die Karriere ins Ausland zu gehen: Nur noch jeder Sechste zeigt sich dafür offen. In einer digital vernetzten Welt „scheint die junge Generation die Lust zu verlieren, für einen Job physisch mobil zu sein“, sagte Conti-Arbeitsdirektorin Ariane Reinhart bei der Vorlage der Studienergebnisse. Zwar wolle der Führungsnachwuchs in internationalen Teams und globalem Umfeld arbeiten - allerdings lieber virtuell als im persönlichen Kontakt. Mit anderen Worten: Die Generation Internet meint, Konzerne mit dem Smartphone managen zu können.

Gleichzeitig wächst in ihr der Wunsch nach einem „sicheren Nest“, wie es bei Conti heißt. Gegen eine Stelle im Ausland spricht für sie, dass dies Familie und Partnerschaft gefährde und unklar sein könnte, wie es anschließend weitergeht. Überhaupt würde die junge Generation nur ins Ausland gehen, wenn sie dafür überdurchschnittlich bezahlt werden würde und der Zeitpunkt der Rückkehr geklärt ist. In Frage kommen dabei höchstens die USA oder die Schweiz - alle anderen Länder erreichen kaum zweistellige Zustimmungswerte.

In Osteuropa und China ist die Flexibilität deutlich größer. Conti lässt zum Vergleich traditionell auch in Rumänien und der Volksrepublik Tausende Studenten und Berufseinsteiger befragen. In beiden Ländern steht Deutschland als Wunschziel für einen Job inzwischen übrigens noch vor den USA an erster Stelle. Die ausländische Konkurrenz schläft also nicht.

Und sie ist inzwischen deutlich selbstbewusster geworden. Zum ersten Mal liegt der Anteil derjenigen, die ihre persönliche Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich als gut oder sehr gut einschätzen, in Rumänien und China höher als in Deutschland. Bei den heimischen Studenten ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um sechs Punkte auf 53 Prozent gesunken. Niedriger lag er bislang noch in keinem Jahr. Eine Erklärung für das nachlassende Selbstbewusstsein hatte Personalvorstand Reinhart nicht.

Flexibilität definiert der deutsche Führungsnachwuchs vor allem hinsichtlich des Arbeitsortes. Zwei Drittel möchten gern von zu Hause, jeder zweite von unterwegs arbeiten können. Mobile Medien sind dabei das Mittel der Wahl. Mit Laptop oder Tablet-PC über Datenwolken arbeiten, Online- und Video-Konferenzen abhalten, gelten als Arbeit der Zukunft. Dabei wird eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben immer wichtiger. Wohl auch deshalb ist der Anteil derjenigen, für die Wochenendarbeit kein Problem darstellt, in diesem Jahr mit 9 Prozent auf ein neues Rekordtief gesunken. Noch vor fünf Jahren lag er doppelt so hoch.

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