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Conti bremst den E-Hype aus

Elektromobilität Conti bremst den E-Hype aus

Continental blickt zunehmend skeptisch auf den Hype um die Elektromobilität. Der Zulieferkonzern sieht das größte Hemmnis in der Batteriefertigung. Auch VW-Betriebsratschef Osterloh warnt vor zu hohen Erwartungen.

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„Investitionen von 500 Milliarden Euro nötig“: Conti-Chef Elmar Degenhart. 

Quelle: Holger Hollemann

Jens Heitmann. Die Erwartungen an eine schnelle und millionenfache Einführung von E-Autos seien überzogen, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei einem Branchenkongress in Berlin. Das größte Hemmnis seien die Batterien: „Derzeit fehlt unter anderem noch die passende Zelltechnologie.“ Zudem erfordere die Herstellung der notwendigen Fertigungskapazitäten Investitionen in Milliardenhöhe.

Hohe Investitionen, viel Strom

Damit Elektrofahrzeuge einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, muss ihr Anteil nach Einschätzung des Conti-Chefs bis 2050 auf etwa 70 Prozent der weltweiten Produktion von Autos und leichten Nutzfahrzeugen steigen. „Für die dafür benötigte Batteriekapazität wären ungefähr 165 Batteriefabriken mit einer jährlichen Produktionsleistung von 40 Gigawattstunden je Anlage notwendig“, sagte Degenhart. Auf heutiger Kostenbasis bedeute dies Investitionen von rund 500 Milliarden Euro.

Auch der Energiebedarf wäre enorm: Für die Produktion, das Aufladen und das Recycling der Batteriesysteme müssen nach Berechnungen von Conti etwa 2500 Terawattstunden zusätzliche Energie erzeugt werden - das entspräche rund einem Zehntel des heutigen Energiebedarfs weltweit. Auch die Nachfrage nach Rohstoffen wie Lithium und Kobalt würde gewaltig steigen, sagte Degenhart. Beide seien zwar ausreichend vorhanden - zum Teil jedoch in Lagerstätten in politisch unruhigen Gebieten.

Auch VW-Betriebsrat ist zurückhaltend

Ähnlich zurückhaltend zeigen sich inzwischen auch die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen. Während der Vorstand bis 2030 mehr als 20 Milliarden Euro in die E-Mobilität investieren und bis 2025 fast 50 verschiedene E-Autos auf den Markt bringen will, warnt Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh davor, sich nur auf diese Technologie zu konzentrieren. Um die Ökobilanz schnell zu verbessern, wäre die Förderung gasbetriebener Fahrzeuge sinnvoller, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Das wäre im Moment die beste und die schnellste Lösung.“

Osterloh befürchtet zudem, dass die deutschen Werke von einem Erfolg der E-Modelle in zu geringem Maße profitieren. Wegen der hohen Energiepreise rechne sich eine Zellfertigung hierzulande nicht, sagte der Betriebsratschef. Batteriesysteme machten jedoch zwischen 40 und 50 Prozent der Wertschöpfung bei einem E-Fahrzeug aus: „Da frage ich mich, wo wir mit Elektroautos noch Geld verdienen sollen, wenn wir auf die Produktion der Batteriesysteme verzichten - nur mit Mobilitätsdienstleistungen?“

Das Management will an seinem Kurs festhalten. Allein die Marke VW werde bis 2025 rund eine Million E-Autos auf den Markt bringen, sagte Markenvorstand Herbert Diess beim Berliner Kongress: „Wir werden Tesla im Volumensegment stoppen.“

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