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Reifenhersteller

Conti investiert in neue Werke im Ausland


Europas größter Reifenhersteller Continental will mehr als eine halbe Milliarde Euro in neue Reifenwerke im Ausland investieren. Die Kapazitäten in Brasilien würden verdoppelt und das Geschäft in China solle im kommenden Jahr hochgefahren werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart.
© dpa

„Außerdem diskutieren wir eine Kooperation in Indien und denken über eine eigene Produktion in Russland nach.“

Conti sei zwar vor Jahren bereits einmal auf dem russischen Markt gescheitert. Aber: „Daraus haben wir gelernt. Dieses mal werden wir es besser machen“, betonte der Conti-Chef.

Degenhart räumte auch Versäumnisse in der Sparte ein. „Bei den Reifen sind wir weltweit die Nummer vier, in dem Bereich hätten wir mehr investieren sollen in den vergangenen Jahren - das holen wir jetzt nach.“

Die Großinvestitionen bedeuteten auch das Ende aller Abspaltungsfantasien. „Die Reifen gehören langfristig zu Continental. Alles andere wäre ein Fehler.“ Auch die Familie Schaeffler wisse inzwischen, „was für eine Perle die Gummisparte darstellt“, sagte der ehemalige Schaeffler-Manager und jetzige Conti-Chef. Degenhart kündigte an, das Umsatzziel - mindestens 15 Prozent mehr als 2009 - könnte Continental womöglich nochmals anheben. Grund sei die Entwicklung in den Schwellenländern. Dort werde Conti 2010 um etwa 50 Prozent wachsen, in China sogar noch etwas mehr - um bis zu 60 Prozent.

Großaktionär Schaeffler hatte sich mit der Übernahme des deutlich größeren Autozulieferers Continental beinahe verhoben und einen massiven Schuldenberg angehäuft. Schaeffler strebt einen Zusammenschluss beider Unternehmen an, will sich aber noch Zeit lassen.

Nach Einschätzung Degenharts kommt eine Fusion frühestens Ende 2011 zustande. Dabei spielten allein rechtliche Fragen eine Rolle, auf die Conti keinen Einfluss habe. „Beide Unternehmen ergänzen sich hervorragend.“ Es gebe bereits zehn gemeinsame Projekte, „etwa in der Vermarktung unserer Turboladeraggregate“. Conti käme aber auch ohne Schaeffler klar, betonte Degenhart. „Beide Firmen haben eine so hohe Kompetenz, dass sie auch alleine eine sehr erfolgreiche Zukunft haben könnten.“

dpa

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