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Deutschland / Welt Conti beschert Aktionäre und Mitarbeiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Conti beschert Aktionäre und Mitarbeiter
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00:15 07.03.2016
Von Lars Ruzic
Nächste Bestmarke im Blick: Continental will dieses Jahr erstmals die Umsatzmarke von 40 Milliarden Euro überspringen. Fotos: dpa (2) Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Gut 750 Millionen Euro kehrt der Autozulieferer damit an die Anteilseigner aus - fast die Hälfte des Geldes geht an Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg Schaeffler. An der Börse kam die höhere Dividende gut an: Conti war gestern Tagesgewinner im Dax.

Auch die mehr als 200 000 Beschäftigten werden am Gewinn beteiligt. Der Bonus steigt ebenfalls um 15 Prozent auf 150 Millionen Euro, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer der HAZ. Wie viel pro Kopf abfällt, sei noch nicht geklärt - aber auf jeden Fall werde es mehr als die 1006 Euro des Vorjahres.

Continental präsentiere sich derzeit „in Bestform“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart bei der Bilanzvorlage in Hannover. Durch Zukäufe und den schwachen Euro war der Umsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro gestiegen. Der Gewinn legte im gleichen Ausmaß zu - auf 2,7 Milliarden Euro. In diesem Jahr will der Konzern erstmals die Umsatzmarke von 40 Milliarden Euro überspringen, für 2020 habe man die 50 Milliarden Euro fest im Blick, sagte Degenhart.

Dann soll auch die neue Zentrale des Konzerns stehen, deren Bau Conti Ende 2015 angekündigt hatte. Aus den vielen Standortvorschlägen habe man inzwischen eine „Shortlist“ mit vier Favoriten gebildet, berichtete Schäfer - sie liegen alle in Hannover oder dem Umland, auch Garbsen sei dabei. Um die Bewerbung der Stadt hatte es zuletzt politische Streitigkeiten gegeben. Mit dem Auswahlprozess sei man „sehr zufrieden“, sagte der Finanzchef - ohne sich weiter in die Karten gucken lassen zu wollen.

Die Belegschaft am Konzernsitz ist im vergangenen Jahr um gut 300 auf 8200 Mitarbeiter gewachsen, in Niedersachsen um 430 auf fast 13 000. Die aktuelle Zentrale platzt schon jetzt aus allen Nähten. Sie will das Conti-Management künftig für andere Sparten wie etwa die Reifen oder Contitech nutzen. Allerdings muss man sich zunächst noch mit dem Vermieter über entsprechende Modernisierungsinvestitionen einigen. Er sei zuversichtlich, dass man in der Frage zusammenkomme, sagte Schäfer.

Zurückhaltend gab sich Conti-Chef Degenhart in der Diskussion über Kaufprämien für Elektroautos. Sie machten für den Endkunden erst Sinn, wenn die E-Autos den Kinderschuhen entwachsen und insgesamt wettbewerbsfähiger seien. Sinnvoller sei ein Zuschuss für gewerbliche Kunden, die ihr Fahrzeug viele Stunden am Tag nutzten. Zudem müsse eine ausreichende Ladeinfrastruktur aufgebaut werden. Den Durchbruch für die Stromer erwartet Degenhart nicht vor Mitte des nächsten Jahrzehnts.

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