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Conti mistet in Antriebssparte aus

Quartalsergebnis bei Continental Conti mistet in Antriebssparte aus

Das schwache Geschäft mit E-Autos und Altlasten aus Siemens-Zeiten belasten Quartalsergebnis bei Continental. Der Reifenhersteller hat das dritte Quartal zum Großreinemachen in der Problemsparte Antriebssysteme genutzt.

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Wichtigster Gewinnbringer: Die Reifen - hier die Runderneuerung in Hannover-Stöcken - machen inzwischen 58 Prozent des Konzernergebnisses bei Conti aus.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Der Continental-Konzern hat ein im operativen Geschäft solides drittes Quartal zum Großreinemachen in der Problemsparte Antriebssysteme genutzt. Die einst für viel Geld von Siemens übernommene Division verbuchte Einmalbelastungen von einer drittel Milliarde Euro und ließ damit das operative Ergebnis des Konzerns im dritten Quartal um mehr als ein Viertel auf 638 Millionen Euro einbrechen. Auf Jahressicht sieht sich die Conti durch die Wert­berichtigungen jedoch nicht vom Kurs gebracht. Die Ergebnisziele für 2014 „haben wir fest im Blick und halten es sogar für realistisch, dass wir am Jahresende leicht darüber liegen“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart.

Die von Regensburg aus gesteuerte Antriebssparte mit ihren gut 35.000 Mitarbeitern kämpft schon seit Jahren mit Altlasten aus der Siemens-Zeit - Qualitätsprobleme, defizitäre Aufträge. Gleichzeitig muss sie die Entwicklung elektronischer Antriebe vorantreiben - ein Geschäft, das nicht in Gang kommen will. „Alle reden über Elektromobilität, aber keiner kauft sie“, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer der HAZ. Inzwischen gehen sowohl dem Batterie-Gemeinschaftsunternehmen mit dem koreanischen Partner SK Innovation als auch dem hauseigenen Bereich Hybrid Electric Vehicle (HEV) die Arbeit aus.

Beim Gemeinschaftsunternehmen werde derzeit darüber diskutiert, ob man überhaupt weitermachen solle, sagte Schäfer. Die 100 Beschäftigten in Berlin, die an Batteriezellen forschen, würden im Fall des Ausstiegs jedoch neue Aufgaben bekommen. Auch die HEV-Mitarbeiter in Gifhorn, die vor allem Elektromotoren für Renault bauen, hätten keinen Jobabbau zu befürchten. Schäfer sieht die E-Antriebe auch nicht als gescheitert an, das Geschäft entwickele sich nur viel langsamer als erwartet.

Den Konzern bringen die Wertberichtigungen allerdings nicht aus dem Tritt. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete die Conti einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro - 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hier schlagen sich vor allem geringere Zins- und Steuerbelastungen nieder. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um gut 3 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro. Auf Jahressicht peilen die Hannoveraner ein Plus von fast 4 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro an.

Wichtigster Gewinnbringer waren abermals die Reifen, deren Anteil am operativen Konzernergebnis durch die Schwäche der Antriebssysteme nochmals gestiegen ist - auf fast 58 Prozent. Die Reifensparte profitiert derzeit von den niedrigen Rohstoffpreisen - allein in diesem Jahr dürften die Kosten für Conti in diesem Bereich 180 Millionen Euro niedriger liegen als ursprünglich erwartet. Etwas davon scheint der Konzern auch an die Kunden weitergegeben zu haben, denn das Umsatzplus lag mit 2 Prozent leicht unter dem Absatz­zuwachs von 5 Prozent. Das Winterreifengeschäft sei für Conti gut angelaufen, sagte Schäfer. Die Verkäufe an den Handel hätten über Vorjahr gelegen. Die Werkstätten und Reifenhändler sitzen allerdings noch auf der Ware - der warme Winter lässt die Kunden in Deutschland und Europa noch abwarten.

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