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Gewinne bei Continental brechen ein

Wegen hoher Zusatzkosten Gewinne bei Continental brechen ein

Rückstellungen für die drohende EU-Kartellstrafe und mehrere große Rückrufaktionen haben im dritten Quartal ein tiefes Loch in die Ergebnisse des Continental-Konzerns gerissen. Unterm Strich verdiente der Autozulieferer aus Hannover mit rund 380 Millionen Euro 40 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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Negativer Trend: Conti verdiente im dritten Quartal 40 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Die operativen Ergebnisse der Autozuliefersparten kamen gerade noch auf eine schwarze Null – ihr wichtigster Bereich, die Brems- und Sicherheitssysteme, rutschte tief in die roten Zahlen.

Nach HAZ-Informationen droht der Sparte aus Brüssel eine Kartellstrafe von fast 100 Millionen Euro wegen Preisabsprachen im Bereich elektronischer Bremssysteme. Das Geld hat der Konzern im dritten Quartal bereits verbucht, ebenso weitere gut 300 Millionen Euro für Gewährleistungen. Hier wollen die Autohersteller gleich in mehreren Fällen Geld sehen für Rückrufe, die sie aufgrund fehlerhafter Conti-Komponenten machen mussten. Gut 140 Millionen soll die Conti nach HAZ-Informationen allein ein Chrysler-Rückruf wegen mangelhafter Zündschlösser kosten, bei denen der Schlüssel zurück in die „Aus“-Position springen konnte.

Gleichzeitig muss die Conti bei den Investitionen umschichten. Die Antriebssparte soll in den kommenden Monaten stärker als bislang auf Elektromobilität ausgerichtet werden. Die Autoindustrie diskutiere das Thema über alle Anbieter und Regionen hinweg viel stärker als noch vor einem Jahr, sagte Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der HAZ. Inzwischen deuteten sich viele Projekte an, mit denen ein Zulieferer auch Geld verdienen könne. „Das hat uns veranlasst, den Bereich neu auszurichten“, so Schäfer. Konkrete Pläne will der Konzern erst Anfang kommenden Jahres präsentieren. Der Finanzchef deutete aber an, dass die Autobranche vor allem in kleine Hybridantriebe ohne eigene Lademöglichkeiten und reine Elektroautos investieren wolle.

Conti hatte bereits vor gut einem Monat angekündigt, dass die diversen ungeplanten Zusatzkosten auf den Gewinn drücken werden und die Prognose für das Gesamtjahr kassiert. Nach neun Monaten liegt Hannovers größter Konzern beim Umsatz gut 3 Prozent im Plus bei 30  Milliarden Euro, der Gewinn schrumpfte um 3 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt Conti einen Umsatz von 41 Milliarden Euro an. Gewinn und Dividende könnten am Ende niedriger ausfallen als im Vorjahr, als Conti 2,7 Milliarden Euro verdient hatte.

Conti muss umsteuern

Jahrelang gefielen sie sich bei der Conti damit, ihre Prognosen im Laufe des Jahres mehrfach nach oben zu korrigieren. Das Geschäft lief gut, und so gab man den Börsen gerne etwas Futter. Seit seinem Amtsantritt 2009 konnte Elmar Degenhart von Jahr zu Jahr wachsende Gewinne präsentieren, sich im Licht steigender Aktienkurse sonnen und überschwänglichen Lobliedern seiner Großaktionärin Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann lauschen.
Es spricht einiges dafür, dass die zweite Hälfte von Degenharts zweiter Amtszeit etwas unwegsamer wird. Kartellstrafen und Rückrufe, die zusammen gut 400 Millionen Euro kosten, sind keine Peanuts – auch nicht für einen der weltgrößten Autozulieferer. Die Wurzeln dieser Verfehlungen liegen vor Degenharts Regentschaft, aber er wird sie ausbaden und die Frage beantworten müssen: Kommt da noch mehr?
Auch bei der Elektromobilität hat sich bei der Conti in den vergangenen Jahren wenig bewegt. Eine Batterie-Allianz musste wieder aufgelöst, die Fertigung von Elektromotoren eingestampft werden. Umso stärker werden sie in Hannover nun das Steuer herumreißen müssen. Die Autohersteller haben es bereits getan – und nun wollen sie Lösungen von ihren Zulieferern sehen. Ob die Conti dafür gerüstet ist, steht zumindest heute noch in den Sternen.

Ein Kommentar von Lars Ruzic

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