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Conti wächst stärker als erwartet

Quartalszahlen Conti wächst stärker als erwartet

Die Geschäfte des Autozulieferers Continental laufen derzeit so gut, dass der Konzern seine Umsatzprognose für 2017 erhöht hat. Bis zum Jahresende erwartet Conti nun Umsatzerlöse in Höhe von 43,5 Milliarden Euro - und damit 500 Millionen Euro mehr als bislang vorhergesagt.

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Der Continental-Konzern wächst kräftig - doch höhere Kautschukpreise belasten die Reifensparte des Konzerns. Fotos: dpa

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Nach einem starken Start zum Jahresauftakt rechne das Unternehmen auch für das zweite Quartal mit einer weiterhin stabilen Entwicklung, erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart am Dienstag.

Mit Blick auf den Gewinn ist Continental allerdings nicht ganz so zuversichtlich: Die operative Rendite werde voraussichtlich 10,5 Prozent betragen - im vergangenen Jahr erreichte der Konzern noch 10,8 Prozent.

Für die kommenden Monate stellt sich der Vorstand insbesondere wegen höherer Kautschukpreise auf Belastungen von 500 Millionen Euro ein. Trotz geplanter Preiserhöhungen bei Reifen werde es voraussichtlich nicht gelingen, diese Kostensteigerungen noch in diesem Jahr komplett an die Kunden weiterzugeben, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Bereits seit dem letzten Quartal 2016 hätten sich die Beschaffungspreise für Synthese- und Naturkautschuk erhöht, hieß es.

Von Januar bis Ende März konnte Continental den Umsatz um knapp 12 Prozent auf 11 Milliarden Euro steigern. Bei einem operativen Ergebnis von 1,14 Milliarden Euro schrumpfte die Marge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht auf 10,3 Prozent. Unter dem Strich blieben knapp 750 Millionen Euro übrig - ein Plus von 2,1 Prozent.

Trotz der höheren Rohstoffkosten blieb die sogenannte Rubber-Group (Reifen, Contitech) der größte Gewinnbringer. Der Umsatz der Sparte kletterte um knapp 11 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sank hingegen um 5 Prozent auf 627 Millionen Euro. Der Automotive-Bereich konnte seine Erlöse um 12 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte Betriebsgewinn legte um 24 Prozent auf rund 566 Millionen Euro zu.

Beim Umstieg auf die Elektromobilität sieht Continental unterdessen keinen Grund zur Eile. Während der amerikanische Konkurrent Delphi unlängst beschlossen hat, das Geschäft mit Antriebssystemen für Benzin- und Dieselmotoren aus dem Konzern auszugliedern, will der hannoversche Zulieferer seine Sparte Powertrain im Konzern behalten. „Wir erwarten noch bis 2025 ein Wachstum bei Verbrennermotoren“, sagte Finanzvorstand Schäfer. „Bis dahin werden wir dessen Optimierung mit Vollgas betreiben.“

Conti hatte kürzlich angekündigt, 300 Millionen Euro in die Powertrain-Sparte zu investieren, um in den nächsten Jahren zusätzliche Umsätze von 2 Milliarden Euro zu erzielen. Offenbar war dies aber nicht die einzige Option: Nach Informationen der „Financial Times“ soll der US-Konkurrent Delphi versucht haben, sein Geschäft mit Antriebssträngen an die Hannoveraner zu verkaufen. Bei Continental wollte man sich dazu gestern nicht äußern. Delphi hat derweil angekündigt, seine Sparte mit 25 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von umgerechnet 4,1 Milliarden Euro auszugliedern. Conti beschäftigt in dem Geschäftsbereich rund 37 000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 7,3 Milliarden Euro.

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