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Autobauer kaufen Nokias Kartendienst

Daimler, Audi und BMW Autobauer kaufen Nokias Kartendienst

Drei deutsche Autohersteller sind bald Besitzer eines eigenen Kartendienstes. Die Karten von Nokias Here wurden speziell für selbstfahrende Fahrzeuge entwickelt. Der Milliardendeal ist auch ein Zeichen für die schärfere Rivalität mit Apple und Google.

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Daimler, Audi und BMW übernehmen für 2,8 Milliarden Euro den Kartendienst Here von Nokia.

Quelle: dpa

Espoo/Berlin. Gemeinsam treten BMW, Daimler und Audi eigentlich nur auf, wenn Ehrungen verliehen werden. Doch jetzt haben die Konkurrenten gemeinsam ein Milliardengeschäft eingefädelt: Sie kaufen den Nokia-Kartendienst Here – vor allem, damit ihn kein anderer bekommt. „Die wollen nicht das Geschäft, sondern die Unabhängigkeit von Google“, sagt ein Automanager. Insgesamt 2,8 Milliarden Euro lassen sich die Konzerne diese Unabhängigkeit kosten, obwohl sich Here nur mit Mühe in den schwarzen Zahlen hält.

„Mit dem Einstieg wollen wir die Unabhängigkeit dieses zentralen Angebots sichern“, sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Fast 7000 Mitarbeiter beschäftigt Here, einen großen Teil davon in Berlin. Sie sammeln zentimetergenau Straßendaten aus aller Welt und verarbeiten sie zu Karten unter anderem für Navigationssysteme. Karten für 196 Länder sind im Angebot, Sprachansagen in 50 Sprachen und Echtzeitverkehrsinformationen für 41 Länder. Nach Unternehmensangaben werden jährlich mehr als zehn Millionen Autos mit Here-Karten im Navigationssystem ausgeliefert. Ohne hochpräzise Daten ist autonomes Fahren unmöglich. „Here wird eine Schlüsselrolle bei der digitalen Revolution der Mobilität spielen“, betont BMW-Chef Harald Krüger. Einige Beispiele:

Kurvenradien werden gebraucht, um schon am Kurveneingang die passende Geschwindigkeit zu haben.

Streckenprofile helfen, Sprit und vor allem bei E-Mobilen Strom zu sparen. Folgt bald eine Abfahrt, kann man die Steigung davor mit weniger Schwung angehen. Die Geschwindigkeit kann automatisch an eine „grüne Welle“ angepasst werden.

Vernetzte Autos können sich gegenseitig vor Kollisionen warnen, bevor sich die Fahrer überhaupt sehen. Sie können Daten über Wetter, Straßenzustand und Verkehrslage austauschen.
Ortsbezogene Werbung könnte Autofahrern an jeder Straßenecke den kommerziell gewünschten Weg zeigen.

Allerdings holen sich die Autokonzerne auch eine Baustelle ins Haus. Nokia hat die Sparte vor dem Verkauf zwar noch in die schwarzen Zahlen gebracht – doch Here sei „technisch weit, aber ziemlich heruntergewirtschaftet“, sagt ein Branchenkenner. Allein an den  Zahlen gemessen liege der Wert unter 2 Milliarden Euro. Strategisch sei die Alternative vor allem zu Google Maps und Street View jedoch enorm wertvoll. Erst vor wenigen Jahren hatte Apple gezeigt, wie aufwendig und kostspielig der Einstieg in Kartendienste ist.

Die Ambitionen von Google und Apple im Autogeschäft haben die Etablierten der Branche kräftig aufgescheucht. Sie befürchteten auch, dass Apples Plattform Carplay und Googles Android Auto die Kontrolle im Cockpit übernehmen. „Carplay und Android Auto sind so designt, dass das Auto zum Zubehör des Smartphones wird“, meint ein Unternehmensberater. Der Chef der Audi-Mutter Volkswagen, Martin Winterkorn, warnt davor, dass nicht mehr nur Toyota und General Motors die Konkurrenten von morgen seien, sondern auch die Internetriesen wie Apple und Google. Es gehe „in unserem Geschäft nicht mehr allein um PS und Drehmoment“, erklärt er. Der digitale Wandel verändere Fahrzeuge, Fabriken, Arbeitsplätze und Kundenbeziehungen. „Der Wettlauf um die Mobilität der Zukunft ist extrem hart, eine Erfolgsgarantie gibt es für niemanden.“

Die spannende Frage ist, was Daimler, Audi und BMW genau mit Here vorhaben. Sie finanzieren den Kauf zu gleichen Teilen und kündigten gestern an, dass die Here-Produkte „zugänglich für alle Kunden aus der Automobilindustrie und anderen Branchen“ bleiben sollen.

von Stefan Winter und Andrej Sokolow

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