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Daimler will nach Rekordergebnis noch mehr verdienen

Autobauer Daimler will nach Rekordergebnis noch mehr verdienen

Daimler hebt nach guten Geschäften im ersten Halbjahr die Gewinnziele an. „Wir fahren noch nicht im höchsten Gang, wir können noch mehr“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt darauf, dass die neue Generation der Mercedes-M-Klasse die Nachfrage weiter ankurbelt.

Quelle: dpa

Stuttgart. Obwohl der Umsatz in den Monaten April bis Juni nur moderat zulegte, erreichte der Konzern dank der unter Volllast laufenden Pkw-Produktion einen Spitzenwert beim Gewinn – das Management blickt nun noch zuversichtlicher auf das zweite Halbjahr. „Wir sehen wie alle die Risiken: Egal, ob es die Schuldenkrise in den USA, die Euro-Krise oder Chinas Kampf gegen die Inflation ist“, sagte Zetsche: „Aber unser Geschäft wächst gesund.“

Der Daimler-Chef erwartet nun einen Umsatzzuwachs auf „deutlich“ mehr als 100 Milliarden und ein „sehr“ deutliches Plus beim operativen Gewinn. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 97,8 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 7,3 Milliarden Euro verdient. Somit werde 2011 sicher zu „einem der erfolgreichsten Jahre“ des Konzerns werden, meinte Zetsche: „Es ist wahrscheinlich, dass die gute Nachfrage anhält.“

Im Quartalsbericht warnte der Vorstand indes, die Wachstumsdynamik der Auto-Märkte schwäche sich in den Schwellenländern China und Indien „merklich“ ab. Bereits im zweiten Quartal schlug sich dies in den Büchern nieder: Nachdem die Regierung in Peking mit einer strafferen Geldpolitik die Zügel anzog, kletterte der China-Umsatz von Daimler im jüngsten Quartal nur noch um 5 Prozent – im ersten Vierteljahr waren es noch 81 Prozent gewesen. Auch negative Wechselkurseffekte sorgten zuletzt für Gegenwind: Der weltweite Umsatz kletterte im zweiten Vierteljahr dieses Jahres nur um 5 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro.

Doch vor allem die Kernsparte Mercedes-Benz Pkw übertraf alle Erwartungen und sorgt bei den Stuttgartern für Zuversicht. Mercedes lieferte im zweiten Quartal mit knapp 358.000 Pkw so viele Fahrzeuge wie nie aus. Das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen sprang daher in den Monaten April bis Juni um 23 Prozent auf den Höchstwert von 2,58 Milliarden Euro. Die operative Marge von Mercedes erklomm mit 10,7 Prozent ungeahnte Höhen – doch auch die vor allem bei Kompaktwagen stärkere Konkurrenz von Audi und BMW kann mit solcher Rentabilität beeindrucken.

„Wir haben die Rabatte rund um den Globus reduziert“, sagte Zetsche. Die Kunden bestellten mehr Fahrzeuge, als Daimler in seinen Werken derzeit produzieren könne. Wegen der begrenzten Kapazitäten fiel der nur um 4 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro gestiegene Mercedes-Umsatz im Frühjahrsquartal schwächer aus als von Experten erwartet.

Bei den Renditen im Lkw-Geschäft liegt Daimler noch hinter dem schärfsten Konkurrenten Volvo. An die guten Vorgaben der Schweden konnten die Stuttgarter nicht ganz anknüpfen, obwohl Truck-Chef Andreas Renschler mehr Lkw in Kundenhand übergab und sich mit dem Anstieg der operativen Rendite von 5,1 auf 7,1 Prozent zufrieden zeigte. Hingegen glänzte Volvo trotz einer starken schwedischen Krone und Einbußen im Zuge des Erdbebens in Japan im zurückliegenden Quartal mit einer operativen Marge von 9,6 Prozent, obwohl die Schweden weniger Lkw als Daimler verkaufen. „Wir werden die Lücke zu Volvo mit unserem neuen Schwer-Lkw und der neuen Motorenfamilie schließen“, sagte Renschler und verwies auf einen hohen Auftragsbestand.

Hendrik Sackmann

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