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Deutschland / Welt So will VW die Abgaswerte einhalten
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00:16 29.11.2015
Von Stefan Winter
Zur Beruhigung des Luftstroms: Ein sogenannter Strömungstransformator soll in die 1,6-Liter-Maschinen eingebaut werden. Quelle: dpa
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Hannover

Die gefundene Lösung dürfte deutlich billiger sein als zunächst befürchtet - Strafzahlungen und Prozesskosten in Milliardenhöhe drohen Volkswagen aber weiterhin. Warum die verhängnisvollen Manipulationen überhaupt unternommen wurden, wenn es so einfache Lösungen gab, kann auch bei VW derzeit kaum jemand erklären. Ja, gab Kommunikations­chef Hans-Gerd Bode am Mittwoch in Wolfsburg zu, dass die Lösung der Abgasprobleme so einfach scheine, „macht es eigentlich noch schlimmer“. Mit vielen Tricks haben VW-Techniker vor rund zehn Jahren die Steuerung in den wichtigsten Dieselmotoren auf Manipulation ausgelegt - sie hätten sonst die Grenzwerte für Stickoxide nicht eingehalten. Vor gut zwei Monaten hat der Konzern eingestanden, dass weltweit elf Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge betroffen sind, jetzt wurde die technische Lösung für den größten Teil der Fahrzeuge in Europa präsentiert.

Es geht um Vierzylinder-Turbodiesel (TDI) mit 1,2 Litern, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum. Das Kraftfahrtbundesamt hat am Mittwoch die Rückrufpläne für 8,2 Millionen manipulierte Autos genehmigt:

2,0 TDI: Der Zweiliter-Motor galt von vornherein als der einfachere Fall. Hier genügt eine veränderte Software, das Update soll in der Werkstatt rund eine halbe Stunde dauern. Die Motorsteuerung wird dann nicht mehr zwischen Prüfstand und Straße unterscheiden und der Motor trotzdem unter beiden Bedingungen die für ihn gültigen Grenzwerte einhalten.

1,2 TDI: Auch für die kleinen Motoren wird wohl ein Software-Update genügen. In diesem Fall steht die Prüfung durch das Kraftfahrtbundesamt noch aus, VW hofft auf grünes Licht in diesem Monat.

1,6 TDI: Die Maschine mit 1,6 Litern Hubraum galt als der schwierigste Fall. Schnell war klar, dass hier kein Software-Update genügen würde, von neu entwickelten Katalysatoren und tiefen Eingriffen in den Motor war zunächst die Rede. Jetzt soll - zusammen mit veränderter Motorsteuerung - das zusätzliche Kunststoffrohr genügen. Es wird im Ansaugtrakt hinter dem Luftfilter eingebaut und soll den Luftstrom beruhigen, bevor er an einem Messgerät vorbeizieht. Dieser sogenannte Luftmassenmesser liefert entscheidende Daten für die Motorsteuerung und kann dank des ruhigeren Luftstroms präziser arbeiten - die Motorsteuerung arbeitet exakter, der Sprit wird besser verbrannt. Rund eine Werkstattstunde veranschlagen die VW-Techniker für die Montage.

Nach der Prozedur verspricht VW gesetzeskonforme Motoren, die nicht nur auf dem Prüfstand die für sie geltenden Grenzwerte einhalten. In den meisten Fällen ist das Euro 5 mit einer Obergrenze von 180 Milligramm Stickoxiden pro Kilometer. Zum Vergleich: Die davor gültige Euro-4-Norm erlaubte noch 250 Milligramm, bei der gerade in Kraft getretenen Euro 6 sind es noch 80 Milligramm.

Auch das ist noch ein gutes Stück entfernt von den Grenzwerten in den USA, wo es mit Updates und Kunststoffrohren nicht getan sein wird: Maximal 31 Milligramm erlaubt die dortige Norm. Wie viel die Motoren derzeit hinauspusten, wenn der „saubere“ Prüfstandmodus ausgeschaltet wird, weiß VW nach eigenen Angaben nicht. Unabhängige Tester haben ein Vielfaches der offiziellen Werte ermittelt.

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