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Deutschland / Welt Darf Check24 weiter Versicherungen vergleichen?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Darf Check24 weiter Versicherungen vergleichen?
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00:15 14.07.2016
Von Albrecht Scheuermann
Preisvergleich nur als Deckmantel für eine Vermittlung? Internetportal Check24. Quelle: Matthias Balk
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Hannover

Das Internet verändert fast alles, auch das Geschäft mit Versicherungsverträgen. Das spüren auch die Makler und Vertreter. Immer mehr Abschlüsse laufen an ihnen vorbei - weil Verbraucher sich auf die Dienste von Vergleichsportalen verlassen. Die Versicherungskaufleute klagen über unlauteren Wettbewerb. Deshalb hat ihr Verband BVK das hierzulande führende Internetportal Check24 verklagt. Am Mittwoch will das Landgericht München seine Entscheidung verkünden.

Check24 bietet einen Online-Preisvergleich mit der Möglichkeit, direkt eine Versicherung abzuschließen. Dem BVK missfällt dies. Der Preisvergleich diene nur als „Deckmantel“ für die Versicherungsvermittlung. Während jedoch die Makler und Vermittler in ihrem Geschäft strenge Vorgaben einhalten müssten, mogele sich Check24 darum herum.

„All das geschieht, ohne die gesetzlichen Anforderungen für Versicherungsvermittler einzuhalten - das können wir im Interesse unserer Kunden so nicht akzeptieren“, hatte BVK-Präsident Michael H. Heinz zur Begründung der Klage erklärt. So müssten die Versicherungsvermittler beim ersten Geschäftskontakt gegenüber dem Kunden deutlich machen, ob sie nur bestimmte Gesellschaften vertreten oder ungebunden sind. Zu den Pflichten gehörten auch die Analyse der Situation und des Bedarfs des Kunden und die individuelle Beratung - all das leiste Check24 nicht.

Rückendeckung haben sich die Versicherungskaufleute von Professor Hans-Peter Schwintowski geholt, der hierzulande als einer der führenden Experten des Versichungsrechts gilt. Doch bei Check24 lässt man sich davon kaum beeindrucken. Ein Unternehmenssprecher meinte, dass das Landgericht München das Geschäftsmodell des Onlineportals nicht infrage stellen dürfte. Es gehe wohl nur um die Änderung „kleiner technischer Feinheiten“.

Die Münchner Richter hatten bei einer Verhandlung am 11. Mai schon angedeutet, wo sie Mängel sehen. So müsse Check24 auf seiner Internetseite noch deutlicher machen, dass es als Makler tätig wird. BVK-Präsdient Heinz hatte nach der Verhandlung von einem „Punktsieg für den Verbraucherschutz“ gesprochen.

Allerdings dürfte es nicht nur die Sorge um die Verbraucher sein, die die hauptberuflichen Versicherungsverkäufer zum Vorgehen gegen das Internetportal treibt. Das 1999 gegründete Portal hat sich schließlich zu einem gefährlichen Konkurrenten entwickelt. Nach Unternehmensangaben hat es 2015 etwa eine Million Autoversicherungen vermittelt. Die Plattform beschränkt sich jedoch nicht auf Versicherungen. Es bietet Preis- und Konditionsvergleiche für Geldanlagen und Kredite, Strom- und Handtarife, tummelt sich aber auch auf den Märkten für Reisen, Mietwagen oder technische Geräte.

Mehr als 800 Mitarbeiter sind bei Check24 beschäftigt. Das Unternehmen schreibt nach eigenen Angaben seit 2004 schwarze Zahlen und wächst Jahr für Jahr mit einem zweistelligen Prozentsatz. Haupteigentümer sind die beiden Unternehmensgründer Henrich Blase und Eckhard Juls. Der Jahresumsatz dürfte im laufenden Geschäftsjahr mehr als eine halbe Milliarde Euro erreichen.

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