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Darum werden Gurken in Plastikfolie verkauft

Bio-Lebensmittel Darum werden Gurken in Plastikfolie verkauft

Ausgerechnet Bio-Gurken werden im Supermarkt mit Plastikfolie verkauft. Warum werden Bio-Exemplare mit Kunststoff überzogen, während die übergroßen konventionellen Gewächshausgurken direkt daneben offen und ganz ohne Hülle in der Auslage angeboten werden?

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Warum werden Bio-Exemplare mit Kunststoff überzogen, während die übergroßen konventionellen Gewächshausgurken direkt daneben offen und ganz ohne Hülle in der Auslage angeboten werden?

Quelle: r.

Hannover. Da greift man im Supermarkt zur Bio-Gurke, und dann das: Das grüne Kürbisgewächs, das ja eigentlich von Natur aus bereits mit einer kräftigen Schale gesegnet ist, liegt da von oben bis unten in Plastik eingeschweißt. Wie passt das zusammen? Warum werden ausgerechnet Bio-Exemplare mit Kunststoff überzogen, während die übergroßen konventionellen Gewächshausgurken direkt daneben offen und ganz ohne Hülle in der Auslage angeboten werden?

Der Verbraucher ahnt: Diese Geschichte könnte mal wieder etwas mit Brüssel zu tun haben. Und tatsächlich: Sie beginnt mit einer Vorgabe aus den europäischen Institutionen. Doch anders als etwa bei der berühmten Gurkenkrümmungsverordnung, die zwar inzwischen abgeschafft, aber zu einem Sinnbild der Brüsseler Regelungswut geworden ist, hat die betreffende EU-Verordnung durchaus ihre Berechtigung: Die Regelung sichert Verbrauchern zu, dass sie in den Supermärkten auch tatsächlich ein Bio-Produkt in den Händen halten, wenn sie denn ein solches kaufen wollen. Konkret besagt die Vorschrift, dass Kunden beim Einkauf biologisch hergestellte Waren von konventionellen unterscheiden können müssen. Von Gurken im Plastikkleid steht da allerdings nichts.

Folie soll Unterscheidung erleichtern

Trotzdem ist die Verpackung eine logische Konsequenz daraus – zumindest aus unternehmerischer Sicht. Denn die Lebensmittelindustrie folgt den EU-Vorgaben auf pragmatische Weise und lässt Gurken und auch anderes Obst und Gemüse aus biologischem Anbau zur Unterscheidung in Folie packen. "Für Verbraucher muss sichergestellt sein, dass sie konventionelle Ware, die zum Beispiel fälschlicherweise im Bio-Bereich abgelegt wurde, nicht für ein Bio-Produkt halten", teilt etwa das Unternehmen Rewe auf Nachfrage mit. Und natürlich müssten auch die Mitarbeiter, insbesondere die Beschäftigten an der Kasse, die Gurken voneinander unterscheiden können.

Doch warum muss dann ausgerechnet die Bio-Qualität unter den Plastikmantel und nicht das konventionelle Erzeugnis? Das hat mit der Angebotsmenge zu tun, erklärt Charlotte Bieger vom Bioland-Verband. Weil es weniger Bio-Ware als konventionelle im Supermarkt gebe, sei das eben einfacher und kostengünstiger. Rewe ergänzt: Aufgrund der wesentlich geringeren Anteile sei die Verpackung der Bio-Produkte sogar die ökologisch bessere Variante. Dass Bio und Plastik im Widerspruch stehen, hat man aber auch in der Kölner Firmenzentrale inzwischen erkannt. Man beschäftige sich mit dem Thema und suche Alternativen, teilt Rewe mit. Zitronen oder Äpfel werden mittlerweile in Netze gepackt, bestimmte Produktgruppen mit Hinweisen beklebt. Für die Gurke wurde noch keine geeignete Lösung gefunden.

Die anderen Optionen haben eben ihre Tücken

Die anderen Optionen haben eben ihre Tücken. Mit Banderolen hat Rewe bereits schlechte Erfahrungen gemacht, weil sich die Papierbänder schnell lösen. "Man muss sich bewusst machen: Auf dem Weg vom Feld in den Einkaufswagen durchläuft das Obst und Gemüse mehrere Stationen", erklärt der Konzern. Insofern müssten Alternativen zur Plastikhülle sehr robust und widerstandsfähig gegen jede Art von Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Abrieb sein und dürften die Ware selbst dabei nicht negativ beeinflussen. Auch der Aufkleber ist keine geeignete Lösung. Weil die Gurkenschale mitgegessen werden könne, sollte sie besser nicht mit Klebstoff verschmiert werden, sagt Bioland-Mitarbeiterin Bieger. Die Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative geht also weiter.

Doch es ist ja nicht so, dass es die Bio-Gurke ohne Plastikhülle überhaupt nicht mehr gibt. Wer einen Bio-Hofladen um die Ecke hat, kann sich das Gemüse feldfrisch und ohne Kunststoffmäntelchen beim Bauern holen. Und auch in Bio-Supermärkten oder Bio-Wochenmärkten gibt es noch Gurken ohne Folie. "Schließlich werden dort ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau angeboten", sagt Bieger. Verwechslungsgefahr ausgeschlossen.

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