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Brexit – die Folgen für Urlauber und Verbraucher

Von Passkontrollen bis Studiengebühren Brexit – die Folgen für Urlauber und Verbraucher

Nach dem Votum für den Brexit dürften sich viele Urlauber, Geschäftsreisende, Studenten und Verbraucher fragen, was die Entscheidung für sie bedeutet. Eine Übersicht.

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Nach dem Brexit drohen Studenten höhere Studiengebühren. Für Touristen, die auf der Insel krank werden, ändert sich dagegen erst einmal nichts.

Quelle: Michael Kappeler/dpa

Werden Produkte aus Großbritannien günstiger?
Englisches Weingummi, Orangenmarmelade und schottischer Whiskey sind wohl mit die bekanntesten britischen Produkte, die hierzulande zu finden sind. Vor allem aber exportieren die Briten Autos und Autoteile nach Deutschland. Insgesamt wurden laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr Waren im Wert von 38,3 Milliarden Euro eingeführt – Großbritannien ist auf Platz neun in der Liste der wichtigsten Importeure. Experten gehen davon aus, dass das Pfund auch nach dem Absturz am Freitag schwach bleiben wird. Damit würden britische Produkte hierzulande preiswerter – zumindest zeitweise. Denn auf der anderen Seite sind mit dem Nein zur EU auch wieder Zölle und andere Handelsabgaben möglich. Sie könnten die Preise steigen lassen.

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Wie sieht es mit Reisen nach Großbritannien aus?
Für Reisende aus Euro-Ländern ist der Brexit zunächst eine gute Nachricht: Mit dem sinkenden Kurs des Pfunds dürfte ein Urlaub in Großbritannien preiswerter werden. Daneben wird sich wohl wenig ändern: Wer die Insel besucht, musste auch bisher seinen Personalausweise oder Reisepass vorzeigen, da Großbritannien nicht Mitglied im Schengen-Raum ist. Nach dem Scheidungsprozess, für den der Vertrag von Lissabon zunächst bis zu zwei Jahre vorsieht, könnte es zum Beispiel weitergehen wie in der Schweiz, die ebenfalls kein EU-Mitglied ist: Dort dürfen sich EU-Bürger bis zu 90 Tage visumsfrei in dem Land aufhalten.

Und wenn Touristen in Großbritannien krank werden?
Nach dem Brexit-Votum ändert sich erstmal nichts für Touristen, die auf ihrer Reise in Großbritannien erkranken. Denn bis zum EU-Austritt der Briten gilt eine Übergangsfrist, für die vertraglich zunächst bis zu zwei Jahre vorgesehen sind. In dieser Zeit übernehmen die Krankenkassen die Kosten für medizinisch notwendige Heilbehandlungen. Vorausgesetzt, der Reisende sucht sich einen Allgemeinarzt, der für den Nationalen Gesundheitsdienst (National Health Service - NHS) arbeitet, teilt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit.

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"Wer im Notfall eine Behandlung braucht, sollte wenn möglich ein Krankenhaus des Nationalen Gesundheitsdienstes, ein medizinisches Versorgungszentrum oder eine Notfallambulanz aufsuchen", rät Ann Marini vom GKV. Dann sind die Notbehandlungen frei von Zuzahlungen. Unter www.nhs.uk/pages/home.aspx finden Urlauber eine Übersicht an entsprechenden Ärzten und Krankenhäusern in der Nähe des Aufenthaltsortes.

Für privat Krankenversicherte gilt: Bei vorübergehenden Aufenthalten macht es keinen Unterschied, ob Großbritannien zur EU gehört oder nicht, informiert der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Wer also einen Kurztrip nach Großbritannien plant, bemerkt den Brexit vorerst nicht. "Die Kosten für medizinisch notwendige Heilbehandlungen übernimmt die private Krankenversicherung weltweit, wenn der Auslandsaufenthalt nicht länger als einen Monat dauert", sagt Nina Schultes vom PKV.

Was müssen deutsche Studenten in Großbritannien beachten?
Großbritannien ist bei Studenten beliebt: Insgesamt waren 2013 laut Statistischen Bundesamt 15.700 Deutsche an einer britischen Hochschule eingeschrieben. Nur in Österreich und die Niederlande waren es mehr. Den EU-Studenten drohen nun höhere Studiengebühren auf der Insel. Bisher müssen sie den gleichen Satz wie britische Studenten und nicht den wesentlich höheren von Nicht-EU-Ausländer zahlen. Dieser Sonderstatus steht in Frage. Das Vereinigte Königreich könnte auch aus dem europäischen Bildungsprogramm Erasmus fallen, das Studenten im Ausland finanziell unterstützt. Per se ist die Teilnahme an dem Programm aber nicht an eine EU-Mitgliedschaft geknüpft, wie die Beispiele Island und die Türkei zeigen.

Sind mit dem Brexit Arbeitsplätze in Deutschland bedroht?
Großbritannien ist einer der wichtigsten Abnehmer für Waren "Made in Germany". Im vergangenen Jahr war die Insel drittwichtigster Exportmarkt für deutsche Unternehmen. Eine mögliche Abwertung des Pfunds und eine höhere Inflation könnten die Preise für diese Waren dort nach oben treiben und den Absatz womöglich senken. Insgesamt drohen den Exporteuren laut einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes bis 2019 Einbußen in Höhe von 6,8 Milliarde Euro. "Damit stehen auch in Deutschland Arbeitsplätze unter Vorbehalt", sagt Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Der Verband schätzt, dass etwa 750.000 Arbeitsplätze hierzulande von den Ausfuhren auf die Insel abhängen.

afp/dpa/RND

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