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Das ist das neue Google-Abc

Konzern heißt künftig Alphabet Das ist das neue Google-Abc

Der Internet-Konzern, den man bisher als Google kannte, heißt künftig Alphabet. Ja, wirklich, Alphabet wie ABC. Der weltbekannte Name Google steht dann nur noch für die Web-Tochterfirma unter dem Dach der neuen Holding. Hier lesen Sie, welche Firmen künftig eigenständig geführt werden sollen.

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Der Internet-Konzern, den man bisher als Google kannte, heißt künftig Alphabet.

Quelle: Jens Büttner

Mountain View. Alphabet? Ein seltsamer Name für einen Weltkonzern. Die ersten Reaktionen im Publikum fielen albern aus, fast kindisch. Ein Kolumnist der Zeitung „USA Today“ twitterte, nun werde es in der Google-Kantine in Kalifornien ja wohl Buchstabensuppe geben. Die Mannschaft von Google-Deutschland schickte herzliche Grüße aus ihren Büros in der Hamburger ABC-Straße. Und die ehrwürdige Wochenzeitung „Die Zeit“ witzelte mit Blick auf die Umbenennung eines Schokoriegels: „Ist Google das Raider der 2010er-Jahre?“

Google ist schon lange weitaus mehr als die Internet-Suchmaschine, mit der alles begonnen hat. Jetzt strukturiert sich der Konzern um und vereint unter dem Namen Alphabet verschiedene Firmen.

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In Wahrheit deutet der neue Name auf sehr ernst gemeinte Zukunftspläne des 42 Jahre alten milliardenschweren Google-Gründers Larry Page. 
Alphabet – das klingt dezent und kultiviert. „Der Weg zur Weisheit beginnt beim Alphabet“, lautet ein altes japanisches Sprichwort. Doch den Kaliforniern geht es um Konzernkommunikation. Page hat seinen Leuten stets gepredigt, Google werde nie eine normale Firma sein: „Wir machen immer irgendetwas Verrücktes.“ Wenn Page jetzt bei der Namenssuche keine einzelnen Buchstaben nimmt, sondern nach dem Alphabet als solchem greift, liegt darin eine Kampfansage an den Rest der Welt. Drei Botschaften schwingen mit:

Das Unternehmen betreibt zwar die mit Abstand größte Suchmaschine der Welt – doch das ist Page nicht genug. „G steht für Google“, überschrieb er seine in der Nacht zum Dienstag veröffentlichte Erklärung. Ihm schweben noch viele andere wunderbare Unternehmen vor, die er zu globalen Gewinnern auf ihren jeweiligen Feldern machen will.

Der Hinweis auf Buchstaben passt auch zu sprachorientierten neuen Programmen und Produkten wie Translate. Page will sich offenbar um alles kümmern, was Sprache in digitale Signale umwandelt und umgekehrt.
Page selbst machte einen kleinen Sprachwitz. Man könne auch von „alpha bet“ sprechen, einer Wette (englisch: bet) auf „alpha“, einen überdurchschnittlichen Ertrag für investiertes Vermögen: „Das ist es, woran wir alle arbeiten.“

Jene, die Page schon länger beobachten, ahnen: Der Mann hat sich in den vergangenen Jahren offenbar einfach etwas gelangweilt.
Für Google, gegründet 1998, ging es zwar immer aufwärts. Weltweit landen heute fast drei Viertel aller Suchanfragen bei Google, in Deutschland ist das „Googeln“ zum Synonym für Internetrecherche geworden. Aber den umtriebigen Gründer Page beeindruckte das alles zuletzt nicht mehr.

Niemals, verkündete er schon vor einiger Zeit in einem Interview mit dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin „Wired“, werde er stolz darauf sein, irgendeinen Umsatz oder Gewinn um 10  Prozent verbessert zu haben. Wer so anfange, habe schon verloren. „Dann macht man es so wie alle anderen und am Ende erreicht man damit nichts Besonderes.“

Page will, grob gesagt, die Welt neu erfinden. Mit Google ist ihm das bereits einmal gelungen. Was kommt als Nächstes? Um verrückte Pläne voranzutreiben, hat Page die Abteilung Google X gegründet, deren Wissenschaftler und Techniker sich irgendwo zwischen Grundlagenforschung und Schraubereien nach Garagenfirmenart bewegen, ein bisschen nach Art von Daniel Düsentrieb aus Entenhausen.
Astro Teller, Abteilungsleiter von Google X, lobt seinen Chef Page wegen dessen Mut und Großzügigkeit. Andererseits habe dieser aber auch immer etwas zu meckern: „Wenn wir ihm eine Zeitmaschine bauen, sie in sein Büro schieben und ans Stromnetz anschließen wollen, wird er uns fragen: Wozu braucht das Ding noch Kabel, Stecker und Strom?“

Page indessen predigt unentwegt, man müsse auch sogenannte „moon shots“ wagen: Schüsse in Richtung Mond. Nur wenn man an der Realisierung des Unwahrscheinlichen arbeite, werde sich eines Tages ein bahnbrechender Erfolg einstellen. 

Auf Betreiben von Page wurde zuletzt bei Google die Liste der „Moon-Shot-Projekte“ immer länger. Das selbstfahrende Auto gehört dazu, auch die Spezialbrille Google Glass, die den Menschen digitale Daten direkt vor Augen zu führen vermag. Die Meinungen darüber, was solche Forschungsprojekte kosten dürfen und was sie einbringen, gehen weit auseinander – auch auf dem weitläufigen Gelände des Google-Hauptquartiers in Mountainview, Kalifornien. 

Pessimisten sagen, die Entwicklung des selbstfahrenden Autos ziehe sich schon verdächtig lange hin. Auch könne ein einziger Unfall, bei dem jemand verletzt werde, das gesamte Projekt ins Wanken bringen. Wenn eine solche Diskussion beginnt, kann es sein, dass am Ende die Mitarbeiter der Abteilung Google, die das Geld hereinholen muss, voller Missmut auf die Abteilung Google X blicken, die das Geld ausgeben darf. 
Page will dem vorbeugen, indem er die Bereiche sauber trennt – und seinen Entwicklern die nötigen Freiheiten gibt. Jüngst bekamen die Google-Glass-Leute neues Geld. Die ersten Versionen mit ihrer Datenbrille waren ein Flop, der Akku gab nach einer Stunde auf. Eine neue Version kommt Ende dieses Jahres auf den Markt.

Von Matthias Koch und Nina May

In der Google-Bilanz wird sonst nur noch ein Umsatz-Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet. Hinter diesen Umsätzen von rund 3,4 Milliarden Dollar im vergangenen Halbjahr, die Google nicht weiter aufschlüsselt, stehen nach Experten-Einschätzung vor allem die Gebühren aus dem Play Store, die Google von den Entwicklern von Android-Apps und Unterhaltungsanbietern verlangt.

Um sich aus der Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa die Bereitstellung kostenpflichtiger Cloud-Dienste.

Die neue Muttergesellschaft des Internet-Riesen Google bekommt den Namen Alphabet. Hier sind einige wichtige Buchstaben aus dem Google-ABC, hinter denen Sparten stehen, die künftig als eigenständige Firmen geführt werden sollen:

A wie Android : Das Betriebssystem für mobile Geräte dominiert den Smartphone-Markt. Im vergangenen Jahr lag der Marktanteil bei 81,5 Prozent. Eine Google-Eigenentwicklung ist Android übrigens nicht: Der Konzern kaufte das Start-Up vor zehn Jahren auf.

C wie Calico : Die Gesundheitsfirma soll vor allem das Altern erforschen - um es eventuell bremsen zu können.

F wie Fiber : In den USA bietet der Konzern unter diesem Namen in rund einem halben Dutzend Städten ultra-schnelle Internet-Zugänge über Glasfaser-Anschlüsse an.

G wie Google : Unter dem angestammten Namen des Konzerns werden die Internet-Suchmaschine, das Werbe-Geschäft sowie YouTube und Android gebündelt. Das neue, abgespeckte Google wird eine Tochterfirma von Alphabet.

M wie Maps : Google ist eines der wenigen Unternehmen, das über sehr genau Kartendaten verfügt. Für die Vernetzung von Alltagsgeräten und Autos sind diese Informationen besonders wichtig. In Deutschland ist vor allem der Panoramadienst Street View umstritten, mit dem man Aufnahmen von Straßenzügen ansehen kann.

N wie Nest : Nest baut vernetzte Thermostaten, die über Apps gesteuert werden können. Auch Rauchmelder sind im Programm. Google kaufte das Unternehmen Anfang 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar.

V wie Google Ventures : Über Google Ventures investiert der Konzern in Start-ups, unter anderem den umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber.

X wie Google X : Das Innovationslabor, bei dem unter anderem die selbstfahrenden Autos sowie Drohnen und Ballons zur Internet-Versorgung entlegener Gebiete aus der Luft entwickelt wurden.

Y wie YouTube : Google übernahm die Videoplattform im Jahr 2006 für 1,65 Milliarden Dollar - nur 19 Monate nach der Gründung. Zunächst war das ein Verlustgeschäft, doch mittlerweile spielt das Portal viel Geld ein. Die erfolgreichsten YouTuber haben Hunderttausende Fans.

Z wie Project Zero : Google-Programmierer suchen nach Schwachstellen in Software, auch von anderen Unternehmen. Die sollen so angehalten werden, die Lücken zu schließen. Das kommt nicht immer gut an.

dpa

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Umstrukturierung des Konzerns
Foto: Bald steht der weltbekannte Name Google nur noch für die Web-Tochterfirma unter dem Dach der neuen Holding.

Google ist schon lange weitaus mehr als die Internet-Suchmaschine, mit der alles begonnen hat. In einer neuen Firmenstruktur, die für mehr Transparenz sorgen soll, wird Google jetzt nur ein Teil eines Konzerns mit einem eher ungewöhnlichem Namen sein.

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