Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Das müssen Sie zu überbuchten Flügen wissen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Das müssen Sie zu überbuchten Flügen wissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:41 10.07.2015
Manchmal kann nicht jeder mitfliegen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige

Warum werden Flüge überbucht?
Die Fluggesellschaften wollen die Einnahmen pro Flug maximieren, es sollen möglichst wenig Plätze frei bleiben. Dafür haben sie Prognosesysteme entwickelt, die die voraussichtlichen Passagierzahlen jedes Fluges berechnen, wie ein Lufthansa-Sprecher erklärt. „Die Systeme checken den aktuellen Buchungsstand für einen Flug und berechnen, wie viele Buchungen bis zum Abflug noch erwartet werden.“ Anhand der Daten wird geschätzt, wie viele Kunden trotz Buchung ihren Flug nicht antreten werden. Externe Einflüsse wie Messen, Jahreszeiten oder Ferienzeiten würden einbezogen, sagt Gerd Pontius von der Unternehmensberatung Prologis in Hamburg.

Wie viele Passagiere treten Flüge nicht an?

Das hängt auch vom Anlass der Reise und der Art des gebuchten Tickets ab. In Buchungsklassen, bei denen Tickets verfallen, wenn eine Reise nicht angetreten wird, würden Flüge seltener ausgelassen als bei flexiblen Tarifen, erklärt Pontius. Allein die Lufthansa zählte im vergangenen Jahr rund 1,8 Millionen „No-Shows“, das waren immerhin fast 5 Prozent aller gebuchten Gäste.

Was tut die Airline bei einer überbuchten Maschine? 

Wer mitreisen darf, entscheidet sich bei der Lufthansa erst nach dem Einchecken. Wer ganz am Ende eincheckt, bekommt nur noch eine Stand-by-Bordkarte und muss notfalls am Boden bleiben, sofern kein anderer Passagier freiwillig später fliegt. In der Regel werde Reisenden bei einer Überbuchung Ersatz angeboten, sagt der Reiserechtler Oliver Matzek – und zwar häufig schon im Vorfeld, wenn die Situation absehbar ist. Normalerweise werde dann nach einem Platz in der nächsten verfügbaren Maschine gesucht, sagt Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Soep). „Die Airline honoriert das Entgegenkommen des Reisenden durch eine Geldzahlung oder ein Gutscheinangebot.“

Welche Rechte hat man als Verbraucher, wenn ein Flugzeug überbucht ist, obwohl man sich im Besitz eines gültigen Tickets befindet? 

Wenn das Ticket gebucht und bezahlt ist und damit ein Reise- oder Beförderungsvertrag geschlossen wurde, haben die Reisenden einen Anspruch auf Beförderung. „Dieser Anspruch kann auch durch Ersatzbeförderung erfüllt werden“, sagt Matzek. Generell könnten Fluggäste wählen, ob sie sich den Flugpreis zurückerstatten lassen oder einen Ersatzflug annehmen. Außerdem stehe jedem, der keinen Platz in der Maschine bekommt, eine Entschädigung zu, ergänzt Heinz Klewe. Laut EU-Fluggastrechteverordnung beträgt die Entschädigung je nach Flugdistanz 250, 400 oder 600 Euro. Für freiwillig vom Flug zurücktretende Passagiere ist die Höhe der Entschädigung nicht gesetzlich geregelt. Die Lufthansa zahlt hier dieselben Sätze, die sie auch denen zahlt, die am Boden bleiben müssen – so fänden sich oft Kunden, die ein Schnäppchen machen und freiwillig einen späteren Flug nehmen.

Von Thomas Magenheim

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Deutschland / Welt Fachkräftemangel, Flüchtlinge und Industrie - „Wirtschaft braucht die Zuwanderer“

"Die Wirtschaft braucht die Zuwanderer": Der Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer spricht im Interview mit den Redakteuren Lars Ruzic und Stefan Winter über Fachkräftemängel, Flüchtlinge und die Digitalisierung der Industrie.

13.07.2015

Es geht um Geld, Macht und Marktanteile: Edeka will das angeschlagene Unternehmen Tengelmann übernehmen und muss dazu am Kartellamt vorbei. Konkurrent Rewe will das mit aller Macht verhindern und droht jetzt mit Anzeige.

Lars Ruzic 13.07.2015

Die deutsche Geflügelwirtschaft will künftig auf das umstrittene Schnabelkürzen verzichten. Das sieht eine freiwillige Vereinbarung vor, die Branchenvertreter am Donnerstag in Berlin mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) unterzeichnet haben.

09.07.2015
Anzeige