Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Pilotenstreik trifft heute auch Hannover
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Pilotenstreik trifft heute auch Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:11 10.09.2014
Quelle: Symbolbild
Anzeige
München

Der erneute Streik der Lufhansa-Piloten in München trifft am Mittwoch auch den Flughafen Hannover. Der Airport Langenhagen ist laut Lufthansa-Homepage mit sechs Flügen betroffen. Diese Flüge fallen aus:

  • LH2096 Abflug 14.35 Uhr und 15.35 Uhr nach Hannover
  • LH 2097 ab 16.15 Uhr
  • LH2099 um 17.20 Uhr nach München
  • LH2100 ab 17.40 Uhr nach Hannover
  • LH2101 19.30 Uhr nach München.

Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, gestrandete Passagiere bei längeren Verspätungen mit Essen und Getränken zu versorgen, erklärt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Welche Möglichkeiten haben betroffene Fluggäste?

Bei innerdeutschen Flügen, die aufgrund des Streiks ausfallen, dürfen Passagiere die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür müssen sie ihr Ticket im Internet oder an einem Check-in-Automaten der Lufthansa in eine Fahrkarte umwandeln, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Bei allen anderen Flügen können betroffene Gäste kostenfrei stornieren oder umbuchen, wenn ihr Flug wegen des Streiks gestrichen wurde.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?

Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?

Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zum gewünschten Ziel bringen, sofern das möglich ist.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?

Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa geht in unverminderter Härte weiter. Die Pilotengewerkschaft zieht in der vierten Streikwelle die Daumenschrauben an und bestreikt zum bayerischen Ferienende den Münchner Flughafen. Auch der Flughafen Hannover ist davon betroffen.

09.09.2014
Deutschland / Welt Bundesweiter Streik am Sonnabendmorgen - „Wir haben 90 bis 95 Prozent Stillstand“

Ein Warnstreik der Lokführer hat den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Am Sonnabendmorgen ging auf vielen Strecken nichts mehr. Das könnte erst der Anfang gewesen sein.

06.09.2014
Aus der Stadt Streik-Geschichten - In Hannover gestrandet

Ob unfreiwillig in Hannover gestrandet, auf dem Weg zur Hochzeit des Neffen oder nach Basel: Viele Fahrgäste waren von dem Lokführer-Streik betroffen. Das sind ihre Geschichten. 

Tobias Morchner 08.09.2014

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann räumt falsche Aussage im Kirch-Prozess ein – er habe noch einmal sein Gedächtnis bemüht.

12.09.2014

Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa geht in unverminderter Härte weiter. Die Pilotengewerkschaft zieht in der vierten Streikwelle die Daumenschrauben an und bestreikt zum bayerischen Ferienende den Münchner Flughafen. Auch der Flughafen Hannover ist davon betroffen.

09.09.2014

Zwei Wochen vor der Messe IAA Nutzfahrzeuge beantragt MAN Kurzarbeit für Beschäftigte in zwei Werken. Grund ist die zu schwache Auftragslage.

08.09.2014
Anzeige