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Das sind die Technik-Neuheiten von der IFA

Für den Haushalt Das sind die Technik-Neuheiten von der IFA

Na, noch einen Socken gefunden, aber die Waschmaschine läuft schon? Kein Problem – für manche Alltagsprobleme präsentieren Elektronik-Hersteller auf der IFA neue Lösungen.

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Samsung zeigt auf der IFA eine Tür in der Tür, damit man noch vergessene Teile in die Trommel der laufenden Maschine werfen kann.

Quelle: Samsung

Berlin. Eigentlich können sie schon alles, was man von ihnen erwarten darf. Waschmaschinen werden mit jeder Art von Textil fertig, sie spülen, bedampfen, belüften, glätten die Kleidung mit ausgeklügelter Elektronik. Ein Kühlschrank ist nun mal ein Kühlschrank. Und was soll aus einem Backofen noch anderes werden? Sieht man sich die Neuheiten an, die auf der Elektronikmesse IFA in Berlin derzeit zu sehen sind, könnte sich Enttäuschung breitmachen: Großartig Neues darf man nach aktuellem Kenntnisstand bei den Haushaltsgeräten nicht erwarten. Und doch ist sich Roland M. Stehle, Sprecher des Branchenverbandes gfu, der die Messe veranstaltet, sicher: "Die Zeit der großen Innovationen ist noch nicht vorbei. Es sind aber Verbesserungen im Detail."

Während der Fokus lange auf der Steigerung der Energieeffizienz lag, geht es derzeit wieder mehr um Komfort, Schnelligkeit und Wirkung – und um das Lösen von Alltagsproblemen. Es sind Details, mit denen die Hersteller ihre Produkte gegenüber denen der Konkurrenz herausstellen und so Käufer gewinnen wollen. Die Leitlinien dabei: geringerer Stromverbrauch, einfachere Bedienung und weniger Lärm.

Waschmaschinen werden leiser

Gegen lautes Rumpeln baut etwa ein Unternehmen aus Südkorea in seine neuen Waschmaschinen und Trockner einen sensiblen Stoßdämpfer ein und ein Balance-System mit kleinen Bällen, die sich in einem Ring um die Trommel bewegen. Auch LG Electronics stellte bereits im Frühjahr ein Gerät mit einem besonderen Dämpfungssystem vor – und lässt neu auf der IFA den passenden Waschtrockner folgen. Stoßdämpfer aus dem Automobilbau reduzieren Vibrationen und Geräusche – so gut, dass der Profi-Kartenstapler Bryan Berg für das Guinnessbuch der Rekorde in zwölf Stunden ein 48-stöckiges Kartenhaus auf der laufenden Waschmaschine der Centum-Produktlinie bauen konnte.

Ebenfalls eine noch recht neue Idee, die eigentlich sehr naheliegend ist, hat Samsung zuletzt für eine Waschmaschine entwickelt – und gibt diese nun zur Messe ebenfalls an einen Waschtrockner weiter: eine Tür in der Tür, damit man noch vergessene Teile in die Trommel der laufenden Maschine werfen kann. Durch diese Öffnung im Bullauge der AddWash WD5500 kann man etwa auch noch Weichspüler erst zum Ende des Waschgangs hinzufügen. "Das sind Dinge, bei denen man sich fragt, warum niemand vorher darauf gekommen ist", sagt Stehle.

Vielfältige Detailverbesserungen

Die Detailverbesserungen sind mal größer, mal kleiner. Und sie sind vor allem vielfältig: Miele fand bei Waschtrocknern problematisch, dass man bei vollen Trommeln nach dem Waschgang und vor dem Trocknen oft einiges an Wäsche herausnehmen muss. Denn die maximale Beladungsmenge der Trommel zum Trocknen ist meist niedriger als die zum Waschen. Je nach Maschine kann es sein, dass ein Viertel bis die Hälfte der nassen Wäsche herausgeräumt werden muss, erklärt die von der Elektrobranche getragene Initiative Hausgeräte+ in Berlin. Miele präsentiert auf der IFA nun das Gerät WT1, das nach Unternehmensangaben haushaltsübliche Beladungen von bis zu fünf Kilogramm Wäsche ohne weiteren Handgriff waschen und trocknen kann.

Gorenje hat sich der Geschirrspülmaschine angenommen. Die SmartFlex hat eine Funktion, die nach Ende des Spülens ihre Tür gerade so weit öffnet, dass Dampf entweichen kann. Das Geschirr trocknet auf diese Weise besser. AEG hingegen sorgt dafür, dass der untere Korb des neuen Modells ComfortLift beim Öffnen in die Höhe fährt – und man ihn ohne tiefes Bücken leeren und wieder befüllen kann. Dazu arbeitet das Gerät mit 37 bis 39 Dezibel je Programm noch sehr leise.

Kunden setzen auf Hochwertiges

Effiziente Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnik, Geschirrspüler, Einbaubacköfen und Induktionskochfelder – die Bilanz des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) für das erste Halbjahr 2016 zeigt, woran die Kunden interessiert sind. „Gefragt sind hochwertige Ausstattungen, modernes Design und Bedienkomfort“, sagt ZVEI-Vorstandsmitglied Reinhard Zinkann.

Auch die Nachfrage nach vernetzten Geräten, die sich mit ein und derselben Fernbedienung oder per Handy steuern lassen, nehme zu. So stieg der Herstellerumsatz mit großen Hausgeräten wie Waschmaschinen, Herden und Kühlschränken in den ersten sechs Monaten um fast 5 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche im Inland mit bis zu 4 Prozent Plus auf 8,5 Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 5,8 Milliarden auf Großgeräte. Die übrigen 2,7 Milliarden Euro kommen aus dem Verkauf von Kleingeräten für Küche, Kaffeezubereitung, Körper- und Bodenpflege.

Damit das Geschäft weiter blüht, passen sich die Produzenten an die Gewohnheiten der Kunden an. Die schauen nämlich immer öfter im Internet nach Angeboten und wollen dort auch kaufen. Auf den Websites der Hersteller können sie das bislang oft nicht. Einige Unternehmen wollen nun darauf reagieren und das ändern.

Flüsterleise Modelle

Auch das ist eine Verbesserung, die sich bei vielen Haushaltsgeräten wie Spül- und Waschmaschinen oder Staubsaugern aktuell feststellen lässt – und die eine Anpassung an neue Bautrends ist. Offene Grundrisse sind bereits nahezu Standard in Neubauten – etwa bei Küchen, die ins Ess- und Wohnzimmer übergehen. Aber wo es keine Türen zum Schließen gibt, stören laute Küchengeräte. Beim Kauf einer neuen Spülmaschine sollte man auf nahezu geräuschlose oder flüsterleise Modelle achten, rät daher die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. Solche Geräte arbeiten meist mit um die 40 Dezibel, besondere Programme zum Beispiel für die Nacht schaffen aber schon 37 Dezibel Lautstärke. 40 Dezibel entsprechen laut einer Liste des Bundesumweltministeriums dem Geräuschpegel von nahem Flüstern.

Einen wiederum ganz anderen Ansatzpunkt findet man bei Siemens Hausgeräte und Robert Bosch Hausgeräte: Die Entwickler der beiden in einem Unternehmen vereinten Marken haben jeweils Kochfeld und Dunstabzugshaube kombiniert. Der Abzug des inductionAir Systems der Serie iQ700 von Siemens und des Induktionskochfeldes der Serie 8 von Bosch sitzt in der Mitte zwischen den Herdfeldern. Was aber passiert nun, wenn etwa Wasser oder Milch überkocht und in die Abzugsschlitze läuft? Ein herausnehmbarer Behälter fängt die Flüssigkeit dann auf.

Von Simone Andrea Mayer, dpa

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