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Dax stürzt um 7 Prozent ab und schließt fast unverändert

Börsen auf Achterbahnfahrt Dax stürzt um 7 Prozent ab und schließt fast unverändert

Anleger zwischen Hoffen und Bangen: Rezessionsängste und Spekulationen auf Konjunkturstützen der US-Notenbank Fed haben die Börsen am Dienstag auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex Dax brach zeitweise um 7 Prozent ein, erholte sich aber und ging fast unverändert aus dem Handel.

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Der morgendliche Absturz des Dax war nicht von langer Dauer. Er beweist jedoch, dass die Finanzmärkte weiter von Unsicherheit geprägt sind.

Quelle: dpa

Frankfurt. Andere europäische Börsen schlossen nach anfänglichen Verlusten sogar im Plus, nachdem Hoffnungen auf ein neues Staatsanleihen-Aufkaufprogramm der US-Notenbank für kräftige Kursgewinne an der Wall Street gesorgt hatten. Diesseits des Atlantiks sprang die Europäische Zentralbank (EZB) Händlern zufolge erneut Spanien und Italien mit Anleihekäufen zur Seite. Börsianer schätzten, dass die EZB seit Wochenbeginn Anleihen im Volumen von bis zu 9,5 Milliarden Euro aufgekauft hat, um die Renditen auf ein für die Schuldnerstaaten erträgliches Niveau zu drücken.

Das niedrige Kursniveau lockte bereits wieder Schnäppchenjäger an. „Gold und Anleihen laufen sehr, sehr gut, wir machen da Gewinne und legen diese in Vermögensklassen an, die immer billiger werden, und das ist bei Aktien zweifellos der Fall“, sagte ein Analyst.

Trotzdem verlief der Handel erneut sehr nervös. Als Erklärung verwiesen Börsianer auf die nach wie vor große Angst vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession. „Man sucht derzeit den rettenden Anker und findet ihn nicht“, sagte ein Händler. Ein anderer ergänzte: „Es ist kein rationaler, sondern ein emotionaler Markt. Hier wird eine Situation diskontiert, die gar nicht eingetreten ist.“ Die unklaren Verhaltensweisen der Politik in den USA und in Europa machen Börsianer für die große Unsicherheit über die weitere Entwicklung verantwortlich. Die Politiker müssten endlich eine Lösung für die Schuldenprobleme in beiden Regionen finden.

In den USA stieg der Dow-Jones-Index bis Börsenschluss in Europa im Vorfeld der erwarteten Fed-Entscheidung um 2 Prozent und machte einen kleinen Teil seines 5-prozentigen Vortagesverlustes wieder gut. Dies schob in London und in Paris die Kurse um knapp 2 Prozent an.

In Frankfurt reichte es nicht ganz zu einem Plus: Der Dax ging mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 5917 Punkte aus dem Handel. Zeitweise hatte es in Frankfurt nach einem Crash ausgesehen, als der Dax um gut 7 Prozent auf ein 18-Monats-Tief von 5502,63 Punkten abgestürzt war. Kein anderer großer Index verzeichnete so starke Verluste. Selbst an den Börsen der Krisenstaaten Griechenland, Spanien und Italien fielen die Verluste im Handelsverlauf mit bis zu 4 Prozent geringer aus. Die Börsen in Athen und Mailand schafften es zum Handelsschluss sogar ins Plus. Die Madrider Börse schloss knapp im Minus. Die paneuropäischen Stoxx-Indizes und Euro-Stoxx50 legten 0,8 beziehungsweise 0,3 Prozent zu. Auch in Tokio erholte sich der Nikkei-Index nach anfänglichen Verlusten und schloss noch 1,7 Prozent im Minus.

Dennoch glauben die meisten Börsianer nicht, dass sich die Unruhe an den Märkten schnell legen wird. Bis in den Herbst hinein sei mit starken Schwankungen zu rechnen, meinten Analysten. Für eine dauerhafte Beruhigung müssten die Politiker etwa den europäischen Rettungsschirm EFSF aufstocken, meinte der Chefvolkswirt von Silvia Quandt Research, Bernhard Eschweiler. Früher oder später würden die Euro-Politiker den Rettungsschirm glatt verdoppeln.

Andrea Lenz und Klaus Dieter Oehler

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