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Empörung über deutsche Frauen mit Kopftuch

Werbung um Investoren im Iran Empörung über deutsche Frauen mit Kopftuch

Ostdeutsche Bundesländer haben im Iran um Investoren geworben. Dafür präsentierten sie in einer Broschüre die Ansprechpartner in den Wirtschaftsministerien. Jetzt sprechen Kritiker von Anbiederung – denn viele Mitarbeiterinnen wurden verschleiert abgebildet.  

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In einer Broschüre für den Iran wurden Teilnehmerinnen einer Wirtschaftsreise mit Kopftuch abgebildet. Das bringt die Organisatoren in Erklärungsnot. (Die Bilder wurden im Nachhinein unkenntlich gemacht).

Quelle: Wirtschaftsministerium Sachsen/Screenshot

Leipzig. Die Reise war von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt organisiert worden. Vom 28. Mai bis zum 2. Juni warben Vertreter der Bundesländer in Teheran und Isfahan um Investitionen in Ostdeutschland. Dafür wurde auch eine Broschüre angefertigt.

Wie das sächsische Wirtschaftsministerium erklärte, wurde sie von der deutschen Außenhandelskammer Iran für die Kooperationsbörsen mit iranischen Unternehmen erstellt. Damit die Gesprächspartner besser ins Gespräch kommen, habe die Broschüre die Namen, Positionen und Fotos aller Delegationsteilnehmer enthalten. Ein Teil der Frauen ist allerdings verschleiert abgebildet.

Ein Sprecher des Infrastrukturministeriums von Mecklenburg-Vorpommern sagte, es sei Konsens vor der Reise gewesen, die Frauen mit Kopftuch abzubilden, damit sie von den Gesprächspartnern im Iran auch erkannt werden. Es sei keine Forderung aus dem Iran gewesen, betonte er. In dem muslimischen Land dürfen sich Frauen in der Öffentlichkeit nur verschleiert zeigen.

Kritik von CDU und Linken

Dass die Vertreterinnen der Bundesländer Sachsen und Mecklenburg.Vorpommern aber auch in der Broschüre verschleiert sind, wird jetzt kritisiert. Die "Bild"-Zeitung zitierte den Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Feist mit den Worten: "Ein Bärendienst für die Frauen im Iran." Die Exil-Iranerin Fathiyeh Nagibzadeh bezeichnete die Verschleierung in der "Bild"-Zeitung als Propagandaerfolg für das Regime.

Die sächsische Landtagsabgeordnete Sarah Buddeberg (Linke) erklärte, dass in diesem Fall "die Grenze zur Anbiederung eindeutig überschritten" wurde. Zwar sei es "selbstverständlich, dass man beim Besuch eines anderen Landes die dortigen Gepflogenheiten respektiert und sich, etwa beim Besuch von Moscheen, dem Anlass entsprechend kleidet".

Wenn aber Frauen, die keinen Bezug zum religiösen Symbol Kopftuch haben, mit einem solchen präsentiert werden, verletze dies nicht nur deren Recht auf Selbstbestimmung. Es zeuge zudem "von wenig Selbstbewusstsein" und könne als "eine Zustimmung zur gesellschaftlichen Stigmatisierung und vielfachen Benachteiligung von Frauen im Iran" verstanden werden.

dpa/epd/RND/wer

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