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Der Goldpreis stürzt ab

Edelmetall Der Goldpreis stürzt ab

Der Goldpreis gilt als ein Krisenbarometer. Wenn an den Finanzmärkten die Angst umgeht und die Kurse wackeln, bringt dies oft die Kurse für das Edelmetall auf Trab. Am Montag gab der Goldpreis um zeitweise mehr als 30 Dollar nach.

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Wer sich vor Inflation schützen will, kauft Gold - nur gibt es derzeit kaum Inflation. Foto: dpa

Quelle: Sven Hoppe

Derzeit scheinen jedoch weder die wohl noch lange nicht erledigte Griechenland-Krise noch die jüngsten Börsenabstürze in China die Anleger in Unruhe zu versetzen. Jedenfalls steht der Goldpreis mächtig unter Druck. Am Montagmorgen kam es vorübergehend zu einem Rutsch um mehr als 30 Dollar.

Erstmals seit Anfang 2010 kostete eine Unze (31,1 Gramm) zumindest zeitweise sogar weniger als 1100 Dollar. Vor einem Jahr wurden noch mehr als 1300 Dollar bezahlt - und im Vergleich zum Rekordhoch von gut 1900 Dollar im Sommer 2011 hat der Preis sogar um mehr als 40 Prozent nachgegeben.

In Euro gerechnet sieht der Absturz freilich nicht mehr ganz so dramatisch aus. Schließlich hat auch die europäische Währung gegenüber dem Dollar deutlich an Wert eingebüßt. Dennoch hat sich das Edelmetall im vergangenen halben Jahr um mehr als 10 Prozent verbilligt. Gestern musste man für eine Feinunze noch rund 1020 Euro bezahlen.

Egal in welcher Währung man rechnet - die großen Zeiten des Goldes liegen schon einige Zeiten zurück. Vor allem der Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007/2008 hatte dem Edelmetall einen enormen Schub gegeben. Viele Anleger, Privatleute oder auch professionelle Investoren hatten Angst um ihr Geld bei der Bank und schichteten einen Teil in den Goldmarkt um. Dann spitzte sich noch die Schuldenkrise in Europa dramatisch zu - und befeuerte das Interesse an dem gelben Metall zusätzlich.

Inzwischen jedoch sind die Ängste vor einem Zusammenbruch der Banken oder gar des Geldsystems abgeebbt. Vor allem aber lässt die von etlichen Experten noch vor einigen Jahren an die Wand gemalte große Inflation weiter auf sich warten. Trotz der extrem lockeren Geldpolitik der Zentralbanken herrscht an der Preisfront Ruhe.

Der Verfall der Energiepreise hat Preissteigerungen für einige andere Güter weitgehend kompensiert, sodass die Teuerungsrate weiterhin nur wenig über null Prozent liegt. Und eine merkliche Beschleunigung des Preistempos ist nicht in Sicht.

Damit entfällt auch ein wesentliches Argument für eine Goldinvestition. Schließlich gilt das Edelmetall als eine der besten Sicherheitsvorkehrungen gegen die Inflation. Bleibt sie aus, lässt auch das Interesse am Gold nach. Darunter leidet der Preis, obwohl ein Faktor derzeit eigentlich eher für das glänzende Metall spricht: Berücksichtigt man bei den Kosten eines Goldvorrates die Zinsen, die einem im Vergleich zu anderen Geldanlagen entgehen, dann ist Gold wegen des Zinstiefs derzeit außerordentlich günstig. Da auch bei der Bank mit Einlagen praktisch kein Geld zu verdienen ist, hat man kaum einen Nachteil, wenn man Einlagen in Gold umschichtet.

Immerhin lässt sich auch heute noch mit Gold Geld verdienen. Im Museum Lüneburg wurde am Sonntag der Goldschatz präsentiert, den ein Hobby- archäologe aufgespürt hatte. Die 217 Goldmünzen aus dem Besitz der Deutschen Reichsbank, die vor rund 70 Jahren auf einem Grundstück der Stadt vergraben worden waren, sind heute rund 45 000 Euro wert. Der Finder darf die Münzen zwar nicht behalten, er bekam aber immerhin einen ordentlichen Finderlohn von 2500 Euro.

Geldvermögen in Deutschland auf Rekordniveau

Kräftiges Wachstum: Die Geldvermögen der Menschen in Deutschland sind zu Jahresbeginn auf ein neues Rekordniveau gestiegen. „Im ersten Quartal 2015 hat das Geldvermögen der privaten Haushalte gegenüber dem Vorquartal außergewöhnlich kräftig um knapp 140 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent zugenommen und ist damit auf 5212 Milliarden Euro gestiegen“, teilte die Deutsche Bundesbank am Montag mit. Allein durch Transaktionen stieg das Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen um knapp 53 Milliarden Euro. Dank steigender Einkommen legten viele Menschen mehr auf die hohe Kante. Zudem bescherten Gewinne bei Investmentfondsanteilen und Aktien den privaten Haushalten im Vergleich zum Vorquartal Bewertungsgewinne von gut 87 Milliarden Euro. Dabei investierten die privaten Haushalte ihr Geld erneut trotz niedriger Zinsen bevorzugt in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Mit rund 17 Milliarden Euro steckten sie knapp ein Drittel der Mittel in besonders liquide Sichteinlagen (einschließlich Bargeld). Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefe wurden den Angaben zufolge netto abgebaut. Eine noch größere Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte hatten zum Jahresauftakt die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um rund 26,5 Milliarden Euro aufgestockt wurden. „Die – trotz derzeit vergleichsweise geringer Verzinsung – große Bedeutung dieser Ansprüche und der Bankeinlagen für die Geldvermögensbildung, die als risikoarm gelten, deutet auf eine weiterhin hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin“, betonten die Experten der Bundesbank. Dafür spreche auch die anhaltende Zurückhaltung der privaten Haushalte auf den Kapitalmärkten. So wurden Aktien „trotz eines insgesamt positiven Börsenumfelds“ per saldo im Umfang von knapp 6,5 Milliarden Euro abgestoßen – das ist der höchste Verkaufswert seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise Ende 2008.

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