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Deutschland / Welt Der Hartz-IV-Namensgeber wird 75 Jahre alt
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00:15 12.08.2016
Noch heute scheiden sich an den von ihm entwickelten Sozialreformen die Geister: Peter Hartz. Quelle: dpa
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Mit innovativen Tarifmodellen bewahrte er Volkswagen vor Massenentlassungen, bevor ihn die Verwicklung in die VW-Rotlichtaffäre den Posten kostete. Sein Name aber bleibt vor allem mit einer Reform verbunden: Hartz IV. Heute wird Hartz 75 Jahre alt.

Wegen der Hartz-Gesetze gingen Hunderttausende auf die Straße, die SPD schlitterte in eine Krise. Der Name „Hartz“ steht inzwischen im Duden. 2009 wählte eine Jury das Verb „hartzen“ zum Jugendwort des Jahres - für „rumhängen oder arbeitslos sein“. Hartz selbst sagte dazu einmal: „Hieße ich zum Beispiel Leutheusser-Schnarrenberger, hätten Kommission und Gesetze einen anderen Namen bekommen.“

Im Sommer 2002 legte Hartz als Leiter einer Expertenkommission der rot-grünen Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Katalog von Vorschlägen für eine „arbeitsmarktpolitische Radikalkur“ vor. Diese wurden in vier Reformgesetze gegossen - von denen das letzte unter dem Namen „Hartz IV“ bekannt wurde.

Innerhalb von drei Jahren lasse sich die Arbeitslosigkeit halbieren, das war die Botschaft von Hartz. Als er seine Reformen vorschlug, gab es 3,8 Millionen Arbeitslose - heute sind es 2,66 Millionen. Nach wie vor sind die Reformen jedoch umstritten.

Geboren wurde Hartz am 9. August 1941 im saarländischen St. Ingbert als Sohn eines Drahtziehers und Hüttenarbeiters. „Das war ein typischer Arbeiterhaushalt“, erzählte er einmal. Zunächst macht Hartz nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Er wird Mitglied der IG Metall und der SPD, holt das Abitur nach und studiert Betriebswirtschaftslehre. Von 1976 an arbeitet er als Arbeitsdirektor in der saarländischen Stahlindustrie.

1993 holt ihn der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch als Personalvorstand zum Wolfsburger Autobauer, der sich in einer schweren Krise befindet. Es droht die Entlassung von bis zu 30 000 Beschäftigten. Hartz erfindet die Viertagewoche - kein VW-Mitarbeiter landet auf der Straße. Später bringt ihn seine Verwicklung in die VW-Affäre zu Fall. 2005 tritt er zurück, eine Ära bei Volkswagen endet jäh. 2007 wird Hartz wegen Untreue und Begünstigung von Betriebsräten zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. „Im Rückblick würde ich in meinem Stab einen Juristen beschäftigen, der alle meine Entscheidungen darauf hin abklopfen müsste, ob sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen“, sagt Hartz heute. „Vieles wäre mir erspart geblieben.“

Von Andreas Hoenig

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