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Deutschland / Welt Der Ökostrom ist reif für die Insel
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13:35 06.04.2017
Neues Land mitten in der Nordsee: So könnte die Windenergie-Insel auf der Doggerbank einmal aussehen. Quelle: Tennet
Hannover

Dass die Doggerbank nordwestlich von Helgoland Geschichte geschrieben hat, ist schon lange her. Im Januar 1915 fand hier eine Seeschlacht zwischen deutschen und britischen Kriegsschiffen statt; die Briten gewannen. Jetzt wird die Untiefe wieder ins Blickfeld rücken – allerdings auf friedliche Weise. Die Stromnetzunternehmen Tennet (Deutschland/Niederlande) und Energinet.dk (Dänemark) wollen dort eine etwa sechs Quadratkilometer große Insel aufschütten, von der aus Tausende Windräder auf hoher See gesteuert werden.

Strom für 100 Millionen Haushalte

Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt unterzeichnet. „Wir sind fest entschlossen, die Insel zu bauen“, betonte Tennet-Sprecher Mathias Fischer am Mittwoch.

Die Doggerbank bietet einen großen Vorteil: Sie befindet sich auf hoher See; viel Wind gibt es also immer. Und an ihrer seichtesten Stelle liegt sie nur 13 Meter unter der Wasseroberfläche. Das Aufschütten einer künstlichen Insel bereitet also keine Probleme. Auch die Windräder müssen nicht aufwendig in großer Tiefe verankert werden. Auf der Insel soll es einen Hafen, einen Flughafen, Unterkünfte für Arbeiter, Lagerhallen und Werkstätten geben, um die nahen Windparks warten zu können. Bis zu 100 Gigawatt Strom, genug für 100 Millionen Haushalte, könnten rund um das künstliche Eiland erzeugt werden.

Projekt im Naturschutzgebiet

Ein Vorteil der Insel ist auch: Auf ihr können riesige Stromspeicher installiert werden, die den Windstrom über Seekabel zum Festland leiten. Die Installation solcher Anlagen auf Stelzen im Meer verursacht enorme Kosten.

Bereits bis zum Jahr 2035 könnte die Insel aufgeschüttet sein. Probleme könnte noch bereiten, dass Teile der Doggerbank als Naturschutzgebiet eingestuft wurden. Und auch die hohe Stromausbeute ist womöglich zu viel des Guten: Die Stromautobahnen von Niedersachsen nach Süddeutschland sind bisher nur für maximal acht Gigawatt ausgelegt.

http://www.tennet.eu/de/unsere-kernaufgaben/innovationen/nordsee-infrastruktur/

Von Alexander Dahl/RND

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