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Deutschland / Welt Deutsche Airlines hinken dem Aufschwung hinterher
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06:54 08.08.2017
„Wir müssen gegensteuern“: Der Anteil deutscher Fluggesellschaften am Flughafen Hannover sinkt seit Jahren. Foto: dpa Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Die deutschen Airlines steigerten ihr Passagieraufkommen dem BDL zufolge um 6,1 Prozent, verglichen mit dem ersten Halbjahr 2016. Weltweit wuchs der Passagierluftverkehr allerdings noch stärker, nämlich um 7,9 Prozent. „Die deutschen Unternehmen liegen weiterhin hinter dem dynamischen Wachstum in anderen Weltregionen zurück“, betont der BDL.

Die ausländischen Airlines nehmen den deutschen auch Anteile in deren Heimatmarkt ab: Seit 2011 sank der Anteil der heimischen Anbieter an deutschen Flughäfen um 6 Prozentpunkte auf 56 Prozent, teilte der BDL mit. Auch am Flughafen Hannover spiegelt sich dieser Trend wider. Nach Angaben der Betreibergesellschaft sank hier der Anteil deutscher Airlines seit 2010 von knapp über 70 Prozent auf rund 66 Prozent.

Doppelt so viele Billigflüge

Ein wesentlicher Grund für den Bedeutungsverlust deutscher Airlines ist der Boom der Billiganbieter. Sie steigerten die Zahl ihrer Flüge an deutschen Flughäfen seit 2011 um 120 Prozent. Zu ihnen gehören vornehmlich ausländische Anbieter wie Ryanair, Easyjet und Wizzair, aber auch die Lufthansa-Tochter Eurowings. Auch klassische europäische Airlines wie British Airways und Air France bauten ihr Angebot in Deutschland aus.

Aus Sicht von BDL-Präsident Stefan Schulte haben die deutschen Airlines im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten unfaire Nachteile. „Wenn wir die gute Anbindungsqualität für Wirtschaft und Verbraucher erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrt stärken wollen, müssen wir gegensteuern“, sagte Schulte. Die Bundesregierung müsse die Luftverkehrssteuer abbauen und die Luftsicherheitskosten wie in den USA zumindest in Teilen übernehmen.

Schulte zufolge garantieren einheimische Airlines eine stabilere Versorgung. „Würden wir uns nur auf ausländische Fluggesellschaften verlassen, hinge die Luftverkehrsanbindung Deutschlands einzig und allein davon ab, ob wir für diese ein lukrativer Markt sind“, sagte er.

Frachtverkehr legt kräftig zu

Nach BDL-Angaben hinken deutsche Anbieter auch bei der Luftfracht hinterher. Vor allem die Nachfrage zwischen Europa und Asien sei angestiegen. Doch weder die Lufthansa Cargo noch die großen Frachtflughäfen in Deutschland hätten so stark zugelegt wie der Gesamtmarkt (plus 10,4 Prozent), teilte der Verband mit.

Die deutschen Flughäfen haben nach BDL-Angaben in den ersten sechs Monaten 110 Millionen an- und abreisende Fluggäste begrüßt, 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Flughafen Hannover schaffte ein etwas schwächeres Wachstum von 4,9 Prozent. Neue, von deutschen Flughäfen erreichbare Ziele sind kaum noch hinzugekommen: Ihre Zahl stieg von 2010 bis jetzt um vier auf 356 (plus 1,1 Prozent).

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