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„Autobauer tun zu wenig für das Klima“

Kritik auf Automesse IAA „Autobauer tun zu wenig für das Klima“

Die deutschen Autobauer setzen nach Ansicht von Umweltschützern noch immer zu stark auf große, leistungsstarke Fahrzeuge. Sparsame Modelle würden mit überzogenen Aufpreisen angeboten, was mögliche Käufer abschrecke, kritisierten der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland.

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Quelle: dpa

Berlin. Die deutschen Autobauer setzen nach Ansicht von Umweltschützern noch immer zu stark auf große, leistungsstarke Fahrzeuge. Sparsame Modelle würden mit überzogenen Aufpreisen angeboten, was mögliche Käufer abschrecke, kritisierten der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch aus Anlass der Automesse IAA, die in einer Woche beginnt. Die neueste Spritspartechnik sei deshalb nur selten auf der Straße zu sehen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) verwies dagegen auf deutliche Verbesserungen bei Verbrauch und Schadstoffausstoß bei Benzinern und Diesel-Autos.

Der Trend zu immer schwereren und stärkeren Autos hält nach einer Studie an, die die Verbände präsentierten. Sie fordern strenge Kohlendioxid-Grenzwerte, realistische Verbrauchstests und steuerliche Anreize für Autos, die wenig Schadstoffe ausstoßen. Der Untersuchung zufolge rentierten sich viele Sprit­spartechniken für Autokäufer oft erst nach 70 000 bis 90 000 Kilometern; teilweise seien es Hunderttausende von Kilometern. Japanische Hersteller seien den Deutschen auf diesem Gebiet voraus, sagte Studienautor Eckard Helmers.

Technische Grenzen beim Verbrennungsmotor erreicht

Längst seien die Autos zu groß geraten. „Sie setzen immer mehr Speck an und sollen gleichzeitig immer sportlicher bewegt werden“, kritisierte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Zum Beispiel der VW Golf: Im Jahr 1978 wog er 805 Kilogramm – heute seien es 1375. Um dieses Gewicht über 100 Kilometer zu bewegen, seien 5,4 Liter Benzin nötig. Bei 800 Kilogramm Gewicht wären es mit heutiger Technik etwa zwei Liter weniger.

Der VDA entgegnete, der Kohlendioxid-Ausstoß und der Spritverbrauch neu zugelassener Autos deutscher Konzernmarken sei in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel gesunken. Nun würden beim Verbrennungsmotor technische Grenzen erreicht. Weitere Verbesserungen versprächen elektrische Antriebe. Die Unternehmen betonen, dass sie Ausstattung, Sicherheit und Motorleistung ihrer Autos verbessert hätten.

Deutsche Fahrzeuge haben Einfluss auf das Weltklima

Deutsche Fahrzeuge haben einen großen Einfluss auf das Weltklima. Schließlich stamme jedes fünfte Auto weltweit aus Fabriken deutscher Konzerne, erklärte Studienautor Helmers. Damit bestimmten die Deutschen wesentlich mit, welche Autos Menschen auf der ganzen Welt fahren. Sie brächten aber am liebsten schwere und komplexe Wagen auf den Markt – weil sich damit am meisten verdienen lasse. Im Premiumsegment beherrschen die Deutschen 80 Prozent des Weltmarktes.

Von 2021 an dürfen die Autoflotten laut EU-Vorgabe im Schnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen – aktuell liegen die Autobauer noch 40 Prozent über diesem Zielwert. Der VCD rechnete vor, dass die Vorgabe in Deutschland schon mit dem jetzigen Auto-Angebot erreichbar wäre. Dafür müssten die Deutschen mehr Hybrid-Antriebe ausländischer Hersteller kaufen.     

Von Burkhard Fraune

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