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Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Bahn hält sich bei Fernbussen zurück
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13:24 21.12.2012
Ab 2012 könnten hunderte Fernbusse in Deutschland rollen. Quelle: dpa
Berlin

Die Deutsche Bahn will bei der Marktöffnung für Fernbuslinien im neuen Jahr trotz Vorbereitungen anderer Anbieter in Wartestellung bleiben. Der Markt sei momentan nicht so attraktiv, um als Vorreiter in einen Ausbau der Aktivitäten zu investieren, sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg in Berlin. Er machte aber klar, dass der bundeseigene Konzern „jederzeit reaktionsfähig“ sei. „Wir haben ein fertiges Konzept für ein Fernbusliniennetz in Gesamtdeutschland in der Schublade.“ Die Bahn ist mit 14. 000 Fahrzeugen und 30 bestehenden Fernlinien selbst bundesweit größter Busbetreiber.

Am 1. Januar 2013 fallen für innerdeutsche Fernbuslinien strenge Beschränkungen weg, die über Jahrzehnte die Entwicklung der Schiene schützen sollten.

Homburg bekräftigte, dass sich an der Einschätzung auch nach der Ankündigung der Post und des Autofahrerclubs ADAC für den möglichen Aufbau eines Fernbusangebots 2014 nichts geändert habe. Zu erwarten sei zunächst ein «hochvolatiler Markt» mit schwachen Margen. Die Nachfrage auf wesentlichen Fernzugstrecken dürfte kaum wahrnehmbar leiden, wenn neue Busangebote mit längeren Fahrzeiten und geringerem Komfort als Konkurrenz hinzukämen. Die Bahn sieht für den Markt für Fernbuslinien ein Potenzial von 150 bis 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die Bahn-Fernzugsparte kommt auf rund 3,8 Milliarden Euro.

Mögliche stärkere Aktivitäten im Fernbusmarkt würde der Konzern nicht unter der Marke Deutsche Bahn betreiben, sagte Homburg. In Betracht käme dies ohnehin nur, wenn es sich lohne und nicht als reines Abwehrprogramm gegen Konkurrenten. „Wir werden keinen aus dem Markt drängen zu Lasten unserer Gewinn- und Verlustrechnung.“ Der Bahn-Vorstand hatte im vergangenen Jahr entschieden, das Fernbusgeschäft nicht wie zunächst geplant auszubauen, sondern sich vorerst auf das Kerngeschäft mit Zügen zu konzentrieren.

Hintergrund

Der Markt für Fernbusse in Deutschland ist seit mehr als 70 Jahren weitgehend beschränkt - und deshalb auch relativ klein. So hatten Fernbusse im Inland laut Statistischem Bundesamt zuletzt zwei Millionen Fahrgäste im Jahr, Fernzüge 125 Millionen. Hintergrund ist, dass Fernbuslinien bisher in der Regel nicht genehmigt wurden, wenn es parallel eine Zugverbindung gibt. Union, FDP, SPD und Grüne beschlossen kürzlich, dass diese Beschränkungen zum 1. Januar 2013 wegfallen. Beantragt werden müssen Linien weiter. Dabei gilt, dass die Haltestellen 50 Kilometer voneinander entfernt liegen müssen. Das soll verhindern, dass Fernbusse lukrative Strecken im öffentlich mitfinanzierten Nahverkehr ins Visier nehmen.

dpa

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