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Deutsche Bahn plant Stellenabbau im Güterverkehr

Umstrukturierung Deutsche Bahn plant Stellenabbau im Güterverkehr

Die Deutsche Bahn plant zum ersten Mal seit Jahren einen Stellenabbau. Die Bahn stelle derzeit „das Geschäftsmodell des Schienengüterverkehrs explizit auf den Prüfstand“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Vorerst gehe es um bessere Kundenangebote, eine bessere Qualität und eine bessere Verfügbarkeit von Zügen und Infrastruktur.

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Im Güterverkehr sollen Stellen abgebaut werden.

Quelle: dpa

Berlin.  „Es wird auch so sein, dass im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen“, fügte Grube hinzu. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Bei der Umstrukturierung geht es nach Angaben von Grube darum, „die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunftsfähigkeit des Konzerns abzusichern“. Die Gütersparte DB Schenker Rail werde in diesem Jahr Verluste einfahren, erklärte der Bahnchef. Nach dem Streik der Lokführergewerkschaft GDL im Sommer seien acht bis zehn Prozent der Kunden nicht mehr zurückgekehrt. Das sei ein „aktuelles Problem“, es gebe aber auch „strukturelle Herausforderungen“. Ein Problem seien zum Beispiel Verladestationen mit wenig Umsatz. „Da besteht Handlungsbedarf“, sagte Grube. Es sei „klar“, dass Verladestationen geschlossen werden müssten.

Der Bahnchef versuchte aber, die Belegschaft zu beruhigen: „Bei der Bahn geht niemand in die Arbeitslosigkeit“, versicherte er in dem Interview. „Wir haben den internen Stellenmarkt, den Jobservice, dort wird man weitervermittelt und weiterqualifiziert, um anschließend eine andere Aufgabe im Unternehmen zu übernehmen.“ Der Konzern suche zudem ständig Mitarbeiter und stelle jedes Jahr bis zu 10.000 neue Kollegen ein. Derzeit würden Lokführer und vor allem Mitarbeiter für die Infrastruktur-Sparte gesucht.

Unzufrieden äußerte sich der Bahnchef über die häufigen Verspätungen im Fernverkehr. „Zuletzt lag unsere Pünktlichkeitsquote insgesamt bei 93,5 Prozent. Im Fernverkehr waren es 70,7 Prozent. Das ist nicht zufriedenstellend“, sagte Grube. Das Ziel im Fernverkehr seien 80 Prozent, besser noch 85 Prozent. Die Probleme bei der Pünktlichkeit hätten aber ihre Gründe: „Vor dem Winter haben wir regelmäßig jede Menge Baustellen im Netz, pro Tag bis zu 800“, sagte Grube.

Um die geplanten Investitionen zu stemmen, könnte nach Angaben von Grube im kommenden Jahr ein Verkauf von Unternehmensteilen beginnen. „Wir prüfen zurzeit eine Kapitalbeteiligung Dritter an Arriva und Schenker“, sagte Grube. Die Bahn werde aber weder beim Auslandsgeschäft im Personenverkehr noch bei der Güterverkehrstochter die Mehrheit aufgeben. „Beide Gesellschaften sollen auch in Zukunft voll bei der Deutschen Bahn konsolidiert werden“, sagte Grube. Im Fall von Arriva könne es bereits ab Ende 2016 zu einem Teilverkauf kommen. „Bei Schenker wird es wohl nicht so schnell gehen“, sagte der Bahnchef.

afp

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