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Bahn will ICE-Strecke Hannover-Kassel sperren

Medienbericht Bahn will ICE-Strecke Hannover-Kassel sperren

Das Eisenbahn-Bundesamt hat am Donnerstag bestätigt, dass die ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel ab Ende April für zwei Wochen gesperrt wird. Grund ist eine Baustelle, die "kurzfristig" eingerichtet werden müsse, wie die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch berichtet hatte. 

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Wer im IC oder ICE zwischen Hamburg und München oder zwischen Berlin und Frankfurt unterwegs ist, fährt entlang der betroffenen Strecke. 

Quelle: dpa

Hannover. Wie die "Süddeutsche Zeitung (SZ)" am Mittwochabend online berichtet, muss die ICE-Strecke vom 23. April bis zum 8. Mai komplett gesperrt werden. Es handelt sich dabei um einen der meistbefahrenen Streckenabschnitte Deutschlands: Mehr als 150 Fern- und Güterzüge rollen täglich über die Gleise. Sollte der Abschnitt tatsächlich vollständig blockiert sein, drohen Berufspendlern und Reisenden erhebliche Verkehrsbehinderungen: wer im IC oder ICE zwischen Hamburg und München oder zwischen Berlin und Frankfurt unterwegs ist, fährt entlang dieser Strecke. Auswirkungen drohen laut "SZ" auch dem Verkehr zur Hannover-Messe: die Industriemesse, zu der auch US-Präsident Barack Obama erwartet wird, beginnt am 25. April – exakt zwei Tage nach Beginn der mutmaßlichen Bahnstrecken-Sperrung.

Grund der Bauarbeiten sind offenbar notwendige Instandhaltungsarbeiten am sogenannten Schotteroberbau der Strecke. Die "SZ" beruft sich auf einen internen Bericht der Bahnsparte DB Fernverkehr. Darin heißt es, die Sperrung werde massive Auswirkungen haben: Umleitungen und verlängerte Fahrzeiten stünden bevor. "Diese große Baumaßnahme kam sehr kurzfristig und wird zurzeit noch ausgearbeitet", zitiert die "SZ" aus dem Papier.

Der Konzern selbst hatte im Februar Gleisarbeiten mit zeitweisen Totalsperrungen in dem Bereich für Juli bis September angekündigt. Nun wird bei Fahrkarten-Buchungen auf der Bahn-Website schon auf deutliche Fahrtzeitverlängerungen und Umleitungen hingewiesen.

Kritik vom Fahrgastverband

Die Deutsche Bahn wollte sich am Abend nicht zu dem Bericht äußern. Das Eisenbahnbundesamt bestätigte laut "SZ" zumindest eine "umfangreiche Sanierung", die offenbar kurz bevorstünde. 

Die Fahrgäste der Bahn werden von der angekündigten Streckensperrung zwischen Hannover und Kassel aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn kalt erwischt. Fernverkehrskunden auf der Nord-Süd-Strecke drohe eine um eine Stunde längere Fahrzeit, sagte Ehrenpräsident Karl-Peter Naumann am Donnerstag. "Grundsätzlich waren Bauarbeiten auf einem Teilabschnitt angekündigt", sagte Naumann. "Was wir als Kundenverband auch nicht verstehen ist, dass man hier Maßnahmen en détail sehr kurzfristig ankündigt." Das sei man von anderen Baumaßnahmen nicht gewohnt.

Die Bahn hatte Anfang Februar angekündigt, die Zahl ihrer Bauprojekte in diesem Jahr deutlich zu erhöhen. Geplant sind nach Angaben des Unternehmens rund 850 Vorhaben, im vergangenen Jahr waren es 500. Ein Schienennetz-Sanierungsprogramm des bundeseigenen Konzerns umfasst früheren Angaben zufolge 28 Milliarden Euro für die Jahre 2015 bis 2019. 2015 erreichte jeder vierte Fernzug sein Ziel verspätet.

mic/dpa

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