16°/ 11° stark bewölkt

Navigation:
Abo bestellen HAZ-Shop HAZ Media Store AboPlus HAZ Service
Deutsche Post erhöht Porto für Standardbrief
Mehr aus Deutschland / Welt

Die „58er“ kommen Deutsche Post erhöht Porto für Standardbrief

Wenn die Bundesbürger im kommenden Jahr einen Brief verschicken, werden sie sich an eine neue Zahl gewöhnen müssen: 58 Cent kostet das Porto dann für den Standardbrief. Zum ersten Mal seit 15 Jahren erhöht die Deutsche Post das Briefporto.

Voriger Artikel
Fast 600.000 Kilometer Stau in einem Jahr
Nächster Artikel
Bund stellt Verkauf von Bundesschatzbriefen ein

Ein ungewohnter Anblick: Auf einer Briefmarke für Standardbriefe wird künftig eine 58er-Marke zu sehen sein.

Quelle: dpa

Bonn. Im Zeitalter von Internet, E-Mail und SMS gilt der Brief längst als Auslaufmodell. Statt zur Feder, greifen die Verbraucher lieber in die Tasten, um Nachrichten zu verschicken. Aber wenn das Briefvolumen schrumpft, die Preise stabil bleiben und Kosten steigen, wird die Marge auf Dauer immer kleiner. Über 15 Jahre lang hat die Deutsche Post den Preis für die Beförderung des Standardbriefs nicht erhöht, einmal sogar leicht abgesenkt - jetzt aber wird er steigen: Ab dem 1. Januar müssen die Bundesbürger auf einen Standardbrief eine 58 Cent-Marke kleben.

Keine Sorgen machen müssen sich die Verbraucher, dass nun die alten 55er Briefmarken ungültig werden. Diese könnten weiter genutzt werden, beteuert die Post. Allerdings müsste dann zusätzlich eine Drei-Cent-Marke auf einen Brief geklebt werden. Dazu würden genügend Marken vorrätig. Schon seit Anfang Dezember sind sie in allen Postfilialen erhältlich.

Anfang Oktober hatte der weltweite größte Post- und Logistikkonzern von der Bundesnetzagentur grünes Licht für die Erhöhung bekommen. Zwar hatte unter anderem die Monopolkommission Bedenken geäußert, doch nach so langer Zeit stabiler Preise hatte auch die oberste Aufsichtsbehörde über die deutschen Postmärkte keine Einwände mehr gegen einen Preisaufschlag.

Aus Sicht der Post hat die Portoerhöhung einen konkreten Hintergrund: Seit Jahren schrumpft das klassische Briefsegment. Briefe werden immer weniger befördert, weil das Internet mit E-Mail und sozialen Netzwerken die Welt der Kommunikation erobert hat. So schrumpfte der Umsatzanteil des Briefbereichs am Gesamtumsatz der Deutschen Post (2011: 53 Mrd Euro) auf ein Viertel. Vor einigen Jahren war es noch die Hälfte.

Zudem wird der gelbe Riese als Marktführer, nicht aber seine Wettbewerber, staatlich reguliert. Das heißt, Preisänderungen bei Briefsendungen bis zu einem Gewicht von 1000 Gramm muss sich das Unternehmen stets vorab von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Wettbewerber können dagegen unabhängiger agieren.

Jeder dritte Brief im Geschäftskundensegment wird nach Angaben der Post inzwischen von Wettbewerbern zugestellt. Insgesamt beförderten die Bonner im vergangenen Jahr 7,8 Milliarden Briefe für Geschäfts- und Privatkunden. Tendenz: rückläufig. So schrumpfte das klassische Briefgeschäft von Januar bis Ende September 2012 um 2,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Stück. Bei Privatkunden fiel der prozentuale Rückgang etwa doppelt so hoch aus.

Wie viel der gelbe Riese aus Bonn durch die Portoerhöhung zusätzlich erlösen wird, bleibt ein Geschäftsgeheimnis. Branchenexperten sprechen von einem oberen zweistelligen Millionenbetrag. Als überhöht kann das Briefporto wohl kaum gelten. Im europäischen Vergleich liegt es nach Angaben der Bundesnetzagentur im guten Mittelfeld.

Mit Kritik halten sich selbst Verbraucherschützer zurück. Seit Öffnung des Postmarktes seien die Briefpreise inflationsbereinigt um 20 Prozent gesunken, sagte Michael Bobrowski beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Er nennt die Anpassung unspektakulär und macht einen einfache Rechnung auf: „Ein deutscher Privathaushalt gibt pro Monat weniger als 4 Euro für Postdienstleistungen aus. Für die Verbraucher sind die Auswirkungen also vergleichsweise gering.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Portoerhöhung
Foto: Nicht ohne diese Marke: Die gelbe Post geht nur noch für 58 Cent ab.

Ein Standardbrief der Deutschen Post kostet seit 1. Januar 58 Cent. Wer alte Marken aufbraucht, kommt nicht weit. Ohne eine Drei-Cent-Briefmarke kommen Briefeschreiben kaum aus.

mehr
Anzeige

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE Stiftung &... 52,45 +1,63%
CONTINENTAL 156,72 +1,55%
DELTICOM 16,49 +1,66%
HANNO. RÜCK 66,46 +0,91%
SALZGITTER 23,92 +2,38%
Sartorius VZ 86,55 +0,03%
SYMRISE 45,04 +1,66%
Talanx AG 25,70 +1,05%
TUI 12,15 -1,57%
VOLKSWAGEN VZ 170,07 +2,35%
DAX
DAX 9.321,50 +2,27%
TecDAX 1.241,00 +1,05%
EUR/USD 1,2525 -0,64%

Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

INFINEON 7,76 +5,88%
DT. TELEKOM 11,96 +2,85%
SAP 54,22 +2,65%
LINDE 147,57 -2,14%
FMC 58,41 +0,09%
BEIERSDORF 64,55 +0,45%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
DWS Biotech AF 214,98%
DekaLux-BioTech CF AF 210,77%
ESPA Stock Biotec AF 207,15%
SEB Concept Biotec AF 198,26%
Bellevue(Lux) BB B AF 184,19%

mehr

Wirtschaftszeitung bestellen

HAZ-Wirtschaftszeitung kostenfrei bestellen

Sie interessieren sich für die gedruckte Version der HAZ-Wirtschaftszeitung und möchten keine Ausgabe verpassen. Dann bestellen Sie hier Ihr Exemplar.mehr

Anzeige