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Deutsche bezahlen für Preisverfall

Solaranlagen Deutsche bezahlen für Preisverfall

Die Deutschen haben den weltweiten Preisverfall bei Solaranlagen teuer erkauft. Vor allem wegen der konstant hohen Nachfrage hiesiger Investoren seien die Hersteller in der Lage gewesen, die Produktionskosten deutlich zu senken, heißt es in einer Studie des Öko-Instituts.

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Solaranlage auf dem Dach: Die Preise sind seit 1990 um 90 Prozent gesunken.

Quelle: Martin Schutt

Hannover. Während 1990 der Preis für eine Fotovoltaikanlage bei etwa 14 000 Euro pro Kilowatt Peak (kWp) lag, müssen die Kunden heute für entsprechende Dachpaneele im Leistungsbereich von bis zu 100 Kilowatt nur noch 1250 Euro/kWp bezahlen - ein Rückgang um 90 Prozent. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme haben deutsche Stromkunden für die Einspeisevergütung von Solarstrom bis einschließlich 2014 etwa 50 Milliarden Euro bezahlt.

Laut Studie des Öko-Instituts sind die Kosten für Solaranlagen insbesondere in den Jahren nach 1995 gesunken. Eine Analyse des deutschen Marktanteils am weltweiten Zubau von Fotovoltaikpaneelen zeige, dass die hiesige Nachfrage genau in jenen Zeiträumen besonders hoch gewesen sei, als die Preise besonders stark fielen, erklären die Autoren der Studie: „Ohne diese Nachfrage lägen die Anlagekosten (...) aktuell um etwa 28 Prozent über dem derzeitig beobachtbaren Preisniveau.“

Wechselnde Bundesregierungen haben den Ausbau der Fotovoltaik massiv gefördert. Mit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 bekamen Betreiber von Solaranlagen 50,62 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde Strom. Die massive Förderung löste einen Boom bei den Herstellern aus - zunächst auch bei deutschen. Anbieter wie Solarworld oder Q-Cells wurden zu Börsenstars, bis sie von Konkurrenten aus Fernost unterboten wurden. Einige verschwanden vom Markt oder wurden übernommen, andere sind heute nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Hauptprofiteure des Preisverfall sind die Chinesen. Die Fotovoltaikhersteller aus der Volksrepublik beherrschen inzwischen den Weltmarkt - und weil die Nachfrage aus China erst vergleichsweise spät eingesetzt hat, konnten die dortigen Käufer beim Erwerb ihrer Solaranlagen zwischenzeitlich viel Geld sparen.

Während die Deutschen zwischen 2001 und 2012 für 25 bis 70 Prozent der weltweiten Nachfrage standen, ist ihr Anteil zuletzt auf unter ein Zehntel gesunken. Die Bestellungen aus China dagegen ziehen erst seit fünf Jahren deutlich an - im Jahr 2014 erreichten sie rund ein Viertel des weltweiten Volumens. „Die Deutschen haben nicht wirklich Energie gekauft“, sagte der US-Ökoenergie-Experte Hal Harvey. „Sie haben den Preisverfall bezahlt.“

Nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts wird sich die Solarförderung in den kommenden Jahren hierzulande in etwa auf einem Niveau von um die 11 Milliarden Euro jährlich einpendeln. Dafür nennen die Forscher zwei Gründe: Zum einen fallen alte, besonders hoch subventionierte Anlagen allmählich aus der Förderung heraus - dadurch kann die Belastung der Stromkunden sinken. Zum anderen will der Gesetzgeber die Förderung für neue Fotovoltaikpaneele beenden, sobald die Leistung aller installierten Anlagen die Schwelle von 52 Gigawatt erreicht - aktuell sind es knapp 40 Gigawatt.

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