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Deutschland / Welt Wenn's mal wieder länger dauert
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12:40 08.09.2014
Laut EU-Studien liege die vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland bei 37,7 Stunden - tatsächlich arbeiteten die Beschäftigten aber 40,5 Stunden. Quelle: Symbolbild
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Berlin

Der zuständige EU-Sozialkommissar Lazlo Andor sagte der Zeitung "Die Welt" (Montag): "In keinem Land der Eurozone gibt es einen so großen Unterschied zwischen der tarifvertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit und der tatsächlichen Wochenarbeitszeit wie in Deutschland."

Laut EU-Studien liege die tatsächlich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland bei 37,7 Stunden - tatsächlich arbeiteten die Beschäftigten aber 40,5 Stunden in der Woche. Jedes Land habe bei der Arbeitszeit seine Eigenheiten. "Wichtig ist am Ende, dass das Land wettbewerbsfähig ist und dass die Vorgaben der EU-Arbeitszeitrichtlinie eingehalten werden - das ist in Deutschland im allgemeinen der Fall", sagte Andor.

Unterdessen meldeten sich zu diesem Thema auch die Krankenkassen zu Wort und forderten einen besseren Schutz der Arbeitnehmer vor Stress. Die Chefs mehrerer großer Krankenkassen geben den Unternehmen eine Mitschuld an der Zunahme von Burnout-Erkrankungen und Depressionsfällen. Die Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse (TK) und der Kaufmännischen Krankenkasse KKH forderten die Unternehmensführungen zu einer Stärkung der Gesundheitsvorsorge auf. Barmer-Chef Christoph Straub sagte der "Welt am Sonntag", auch ein Gesetz könne "durchaus hilfreich sein, wenn es Arbeitgeber zwingt, Arbeitnehmern das Recht auf Ruhepausen zuzugestehen".

Das Bundesarbeitsministerium ist bislang zurückhaltend und will noch aktuelle Forschungen abwarten, bevor es über ein mögliches Anti-Stress-Gesetz entscheidet. Der derzeitige Wissensstand über die Konsequenzen ständiger Erreichbarkeit von Mitarbeitern reiche nicht aus, um daraus Handlungsanforderungen an Arbeitgeber abzuleiten, hieß es vor wenigen Wochen aus dem Ministerium, als sich bereits der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) für eine Anti-Stress-Verordnung ausgesprochen hatte. Erhebungen zufolge nehmen die Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Erkrankungen wie Burn-out und Depression zu. Nach einem Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK summierten sich allein die Fehltage deutscher Arbeitnehmer wegen des Burn-out-Syndroms im Jahr 2011 auf 2,7 Millionen. Die Zahl psychischer Erkrankungen sei seit 1994 um 120 Prozent gestiegen.

dpa

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