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Deutschland / Welt Bahn will pünktlicher, schneller und attraktiver werden
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bahn will pünktlicher, schneller und attraktiver werden
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21:21 09.10.2018
Die Bahn soll schneller und verlässlicher werden. Es gibt Pläne, die aber wohl erst 2030 greifen werden. Quelle: dpa-Zentralbild
Berlin/Hannover

Pünktlicher, schneller und verlässlicher – durch ein neues Fahrplansystem und einen Ausbau der Infrastruktur soll der Bahnverkehr in Deutschland attraktiver werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) präsentierte am Dienstag in Berlin sein Konzept für ein „Zukunftsbündnis Schiene“, mit dem die Zahl der Fahrgäste verdoppelt und mehr Güter mit der Bahn transportiert werden sollen. Das wichtigste Vorhaben ist ein sogenannter Deutschland-Takt, der bis zum Jahr 2030 verwirklicht werden soll.

Dabei sollen Züge künftig zu jeder Stunde in jede Richtung immer zur gleichen Minute fahren. Auf den wichtigen Hauptachsen des Fernverkehrs mit ICE und Intercity sieht der Fahrplan mindestens halbstündliche Verbindungen vor. Die Züge sollen bestimmte Knotenbahnhöfe in festen Takten ansteuern. Reisende können sich solche Fahrpläne nach Schweizer Vorbild leicht merken.

Um die Abstimmung mit dem Regionalverkehr zu sichern, müssen auch die Bundesländer mitsprechen. Bei Investitionen wird die bisherige Logik umgekehrt: Künftig sollen erst das Zugangebot und der Fahrplan festgelegt werden – und dann die Bauprojekte.

Die Pläne sollen auch zu kürzeren Fahrtzeiten führen. In dem von Gutachtern erstellten Modellfahrplan verringert sich etwa die Fahrtzeit von Stuttgart nach Hamburg von 5:10 auf 4:27 Stunden – unter anderem, weil in Frankfurt statt des Nadelöhrs am Hauptbahnhof ein Halt an der Station Frankfurt-Süd vorgesehen ist.

Der Deutschland-Takt der Bahn für ausgewählte Strecken. Quelle: dpa

Güterzüge sollen „gleichrangig“ ins System eingetaktet werden. Für die neuen Angebote sollen Strecken für ein höheres Tempo aufgerüstet werden. „Am Geld wird es nicht scheitern“, sagte Scheuer. Der Bundesverkehrswegeplan sieht bis 2030 insgesamt 112,3 Milliarden Euro für die Schiene vor.

Der Landesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Björn Gryschka, hält den Deutschland-Takt für einen großen Fortschritt. Er könne eine „unheimliche Effizienzsteigerung“ bringen, da Investitionen in den Fern- und den Nahverkehr systematisch aufeinander abgestimmt würden. Im Raum Hannover brauche man jedoch zusätzliche Kapazitäten, etwa einen zusätzlichen Bahnsteig im Hauptbahnhof.

Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) sprach von einem „guten Projekt“. Sie hält es aber nur stufenweise und in einem langen Zeitraum für realisierbar. „Man muss davon ausgehen, dass es 40 oder 50 Jahre dauern wird, bis das Endstadium erreicht ist“, sagte ein LNVG-Sprecher. Außerdem seien damit erhebliche Investitionen in zusätzliche Züge, Gleise oder Signaltechnik verbunden. Besonders die Knotenpunkte Hannover, Hamburg und Bremen seien schon jetzt überlastet.

In Hannover führt ganz aktuell die Baustelle an der Brücke über die Königsstraße zu Verspätungen. Ab Montag,15. Oktober, 5 Uhr, sollen die Züge aber wieder regulär fahren.

Von Sascha Meyer und Dirk Stelzl

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