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Deutschland-Trikot ist noch ein Ladenhüter

Vor EM-Auftakt Deutschland-Trikot ist noch ein Ladenhüter

Wenige Tage vor Beginn der EM sind die Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein Ladenhüter. Ist es der überteuerte Preis? Oder das langweilige Design? Experten haben eine klare Antwort.

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Noch ein Ladenhüter: Das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Quelle: dpa

Hannover. Wenige Tage vor der Fußball-EM steigt die Begeisterung. Knapp ein Drittel der Bundesbürger – allen voran die 35- bis 49-Jährigen – planen laut einer Umfrage kleinere oder größere Anschaffungen. Besonders Männer lassen sich den Spaß einiges kosten. Mehr als die Hälfte investiert mehr als 50 Euro in die Fan-Ausstattung, bei den Frauen ist es ein gutes Drittel. Beliebt sind vor allem Fahnen, Tröten und Fan-Schals.

Auch für Trikots wollen die Deutschen laut der Umfrage Geld ausgeben. Doch noch ist davon nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die aktuellen EM-Trikots der deutschen Nationalmannschaft gelten derzeit als Ladenhüter.

Trikots werden im Internet verramscht

"Von Euphorie ist bis jetzt leider wenig zu spüren", sagt Kim Roether, Vorstandschef der Händlervereinigung Intersport, dem Handelsblatt. Der Handel hat den Preis – Hersteller Adidas empfiehlt knapp 85 Euro – als Verkaufsbremse ausgemacht. Die Folge: Schon seit Wochen werden die Trikots im Internet verramscht. Im Internet sind die Heimtrikots bereits für weniger als 60 Euro zu haben.

Vor zwei Jahren sah das noch anders aus: 2014 waren die Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein Renner. Hersteller Adidas kam kaum nach mit der Nachfrage, die nach dem WM-Titelgewinn noch einmal explodierte. Mehr als drei Millionen Trikots (Stückpreis ca. 80 Euro) wurden verkauft – und bescherten Adidas einen Verkaufsrekord.

2016 ist Adidas davon offenbar weit entfernt. Die Gründe reichen vom langweiligen Design über zuletzt enttäuschende Auftritte der Nationalmannschaft – bis hin zur Preispolitik. Experten glauben, dass Adidas es mit dem Verkaufspreis von 85 Euro übetrieben habe. "Die Schmerzgrenze ist erreicht", sagt Intersport-Vorstand Jochen Schnell dem Handelsblatt.

Adidas hofft auf EM-Euphorie

Bei Adidas wird das anders gesehen. Manager Markus Baumann verweist auf die gerade erst zu Ende gegangene Saison. "Die Erfahrung zeigt, dass die Begeisterung mit dem Anpfiff des Turniers einsetzt", sagt der Fußball-Chef von Adidas dem Handelsblatt. Auch den Stückpreis jenseits von 80 Euro verteidigt der Manager, das Trikot sei ein "sehr attraktives Produkt", "hochwertig" und "mit vielen Details".

Auf der anderen Seite ist allerding auch bekannt, dass Adidas gut an dem Nationalmannschaftstrikot verdient. Für jedes verkaufte deutsche EM-Trikot soll der Sportartikelhersteller etwa 15 Euro kassieren.

zys/RND/dpa

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