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Weltwirtschaftsforum

Deutschland ist wettbewerbsfähigstes Land der Euro-Gruppe


Deutschland hat sich in der Krise nach vorn gearbeitet: Nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums ist es das wettbewerbsfähigste Land der Euro-Gruppe, im weltweiten Vergleich kletterte Deutschland von Platz sieben auf den fünften Rang.
Vorteil Infrastruktur: Die gut ausgebauten Netze in Deutschland lobten die Gutachter.

Vorteil Infrastruktur: Die gut ausgebauten Netze in Deutschland lobten die Gutachter.

© dpa

Der Weg zur Wettbewerbsfähigkeit führt beim Weltwirtschaftsforum über 110 Stufen. So viele Kriterien, unterteilt in zwölf Gruppen, nehmen die Experten jedes Jahr unter die Lupe, um die Wettbewerbsfähigkeit von 139 Staaten zu messen. Deutschland hat sich seit dem vergangenen Jahr vom siebten auf den fünften Platz vorgearbeitet und ist damit nach Einschätzung der Autoren das wettbewerbsfähigste Land der Euro-Gruppe. Im vergangenen Jahr trug Finnland noch den Titel.

Auf den wichtigsten Grund für die Verbesserung wäre man hierzulande wohl nicht gekommen: Das deutsche Haushaltsdefizit sei auch in der Krise moderat geblieben – jedenfalls im internationalen Vergleich, erklärte Margareta Drzeniek, eine der Autorinnen der Studie. Außerdem verwies sie auf eine „leichte Verbesserung“ des Arbeitsmarktes: „Er scheint etwas flexibler geworden zu sein.“ Nach Ansicht der Experten liegt hier allerdings immer noch der große Schwachpunkt der Deutschen. Beim Kriterium „Flexibilität der Lohnfindung“ belegen sie Rang 136, bei den Anstellungs- und Kündigungsbedingungen („Hiring and firing practices“) ist es Platz 137. Andererseits gibt es immerhin Rang 18 für die Kooperation von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Das Weltwirtschaftsforum prüft unter anderem Marktgröße und Infrastruktur, Gesundheit und Bildungssystem, Innovationen, Finanzmärkte und Managementqualität. Die deutschen Stärken liegen traditionell in der Infrastruktur vom Straßensystem bis zur Energieversorgung, bei der Professionalität der Unternehmen, dem Rechtssystem und den Wettbewerbsbedingungen.

Die USA bekommen dagegen bessere Noten für die Arbeitsmarkteffizienz – Platz sechs bei „Hiring and firing“ – und machen Punkte durch die Größe ihres Marktes und Innovationen. Die Schwächen hätten sich jedoch im vergangenen Jahr noch verstärkt, erklärte Mitautorin Drzeniek. Vor allem im Bereich „Institutionen“, wo zum Beispiel das Rechtssystem, Kriminalität und Bürokratie bewertet werden, schneiden die USA noch schlechter ab als vor einem Jahr. Die Kosten durch Kriminalität und Gewalt bringen dem Land hier Platz 84, beim Kriterium „Organisierte Kriminalität“ landen sie auf Platz 86 – jeweils nur knapp vor Russland. Das Finanzsystem bekommt auch zwei Jahre nach der Lehman-Pleite noch schlechte Noten: Platz 111 für die Bonität der Banken.

Stefan Winter

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