Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Deutschland profitiert von der Globalisierung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutschland profitiert von der Globalisierung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:22 16.10.2016
Weil die größten deutschen Unternehmen im Ausland investieren, wachsen auch hierzulande die Beschäftigungszahlen. Quelle: dpa
Stuttgart

Mehr Erfolg im Ausland schafft mehr Beschäftigung im Inland – diese Formel gilt laut einer Studie in Summe für die deutschen Konzerne aus dem Dax. Und je stärker die Unternehmen schon internationalisiert sind, desto größer wird dieser Effekt. Das besagt eine Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

„Das Auslandsengagement der Dax-Konzerne war in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte – auch für den Standort Deutschland“, sagte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. „Hierzulande wuchs die Beschäftigung in den vergangenen Jahren stärker als der Umsatz. Das war nur dank des boomenden Auslandsgeschäfts möglich.“ Das laste Fabriken aus und bringe den Zentralbereichen daheim wie Forschung und Entwicklung oder dem Marketing positive Impulse.

Steigender Auslandsumsatz bringt höhere Beschäftigungszahl

Der Studie zufolge stieg der Auslandsumsatz der 30 größten deutschen börsennotierten Firmen seit 2011 um 28 Prozent – jedoch legte die Zahl der außerhalb Deutschlands beschäftigten Mitarbeiter nur um 8 Prozent zu. Umgekehrt ist das Verhältnis mit Blick auf Deutschland: Dort stieg die Zahl der hierzulande Beschäftigten um 6 Prozent, der im Inland erwirtschaftete Umsatz aber gerade einmal um 5 Prozent.

(Fast) freie Auswahl: Die Angebote für Jobs und Lehrstellen sind vielfältig. Quelle: dpa

Für die Faustformel „Geschäft in Übersee bringt Jobs daheim“ spreche zudem, dass ausgerechnet die besonders stark internationalisierten Unternehmen das Beschäftigungsplus in Deutschland antrieben: Die 13 Dax-Konzerne, die mehr als 80 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaften, erhöhten ihre Gesamtbelegschaft seit 2011 um 16 Prozent – die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland stieg dabei immerhin um 13 Prozent. Bei den übrigen, weniger international geprägten Dax-Unternehmen stieg die weltweite Beschäftigung nur um 3 Prozent und die Mitarbeiterzahl daheim um 2 Prozent.

Mitarbeiter müssen auch Zugeständnisse eingehen

Die Diskussion, ob Investitionen im Ausland die Belegschaften daheim stützen, ist alt. Experten sehen den Trend, dass die Produktion sich eher verlagert. Das gelte aber nicht für hoch-qualifizierte Jobs wie in Entwicklungsabteilungen

„Immer wieder mussten und müssen die Mitarbeiter auch schmerzhafte Zugeständnisse machen, um die Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern und zukunftsfähig zu machen“, sagt Meyer. Unter dem Strich stehe aber fest: Deutschland sei ein klarer Globalisierungs-Gewinner und dürfe sich darauf nicht ausruhen.

Kritiker wie das Netzwerk Attac warnen vor Folgen zulasten der Schwachen: Die Globalisierung orientiere sich einseitig an Konzernen und deren Interessen. Globalisierung von Menschenrechten und von sozialen, ökologischen und demokratischen Standards stehe bei der Eroberung des Auslandes meist nicht auf der Agenda.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Technologiekonzern Continental stärkt seine Industriesparte Conti-Tech mit dem Zukauf eines Spezialisten für Oberflächen. Die Konrad Hornschuch AG aus dem Norden Baden-Württembergs rückt mit der Übernahme unter das Dach des Dax-Konzerns aus Hannover.

15.10.2016

Der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Kassen soll vorerst nicht steigen – Kritiker sprechen von einem Wahlkampfgeschenk. Die meisten Experten hatten schon jetzt mit einer Anhebung gerechnet.

15.10.2016

Europas Automarkt boomt, doch Branchenprimus Volkswagen hat nichts davon. In den ersten neun Monaten 2016 wurden in der EU 8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft, für VW reichte es nach Angaben des europäischen Branchenverbands ACEA im selben Zeitraum jedoch nur zur Stagnation.

Lars Ruzic 14.10.2016