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Getreidepreise im freien Fall

Nach drei Rekordernten Getreidepreise im freien Fall

Die Getreidepreise fallen und fallen. Mit gerade noch 160 Euro wird die Tonne Weizen – die wichtigste Ackerfrucht der Bauern – an der Pariser Agrarbörse Matif gehandelt, an der sich Landhandel und Genossenschaften in Niedersachsen orientieren. Das sind 20 Prozent weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. 

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Nach Rekordernten waren die Getreidesilos zuletzt gut gefüllt. In Deutschland ist das Angebot größer als die Nachfrage.

Quelle: dpa

Hannover. Knapp 140 Euro je Tonne bekommen die Landwirte jedoch derzeit nur vom Handel, wie der Landhändler Konrad Weiterer aus Algermissen berichtet. Damit liegt der sogenannte physische Preis, der unter anderem um Frachtkosten bereinigt ist, zurzeit etwa 20 Euro unter der Börsennotierung.

Die Lage der Bauern spitzt sich dramatisch zu, sagt Jobst Dismer, der in Giften einen Ackerbaubetrieb mit Weizen, Raps, Mais und Zuckerrüben betreibt. Bei diesen Preisen könnten viele Landwirte nicht mehr ihre Kosten decken und schrieben rote Zahlen. Weil immer mehr Höfe von der Substanz zehrten, gerieten sie teilweise in große Liquiditätsschwierigkeiten. In dieser Lage drücken laut Dismer besonders die drastisch gestiegenen Pachtpreise. Er selbst hat Glück im Unglück, weil er nur wenige Pachtflächen hat, wie er erklärt. Und: Dismer hat schon fast seine gesamte Ernte von 2015 vermarktet – zu Preisen, die zwar nicht zufriedenstellend, aber deutlich höher als heute gewesen seien.

Damit dürfte der Giftener Landwirt eher eine Ausnahme sein. Weiterer, der als Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) die Interessen des Landhandels in Deutschland vertritt, schätzt, dass in den Silos der Landwirte in Niedersachsen im Schnitt noch rund zwei Fünftel der alten Ernte lagern. In „normalen Zeiten“ sei es allenfalls ein Drittel. Damit wachse von Woche zu Woche der Druck, Mengen zu verkaufen, um die Silos für die neue Ernte her zu richten.

Im Augenblick laufen jedoch auch die Geschäfte des Handels schleppend, weil sich die Bauern bei der Vermarktung noch zurückhalten, wie der BVA-Präsident sagt. „Aber vor allem weil der Export aus Deutschland schwächelt und deshalb hierzulande mehr Ware auf dem Markt ist, als von Mühlen und Kraftfutterwerken nachgefragt wird.“ Das erhöhe den Druck auf die Preise.

Grund dafür ist ein Wandel der internationalen Warenströme, wie Weiterer erklärt. Nach drei Rekordernten in Folge seien die Lager weltweit gut gefüllt. Deshalb suchten sich Anbauländer wie neuerdings Argentinien neue Absatzmärkte. Schwache Währungen verbesserten dabei die Wettbewerbsfähigkeit. In Europa gelte das vor allem für Russland. Die EU und besonders Deutschland hätten gegen diese Konkurrenz zurzeit das Nachsehen. Russland dürfte laut Weiterer in diesem Jahr sogar zum größten Exporteur von Weizen weltweit werden.

Trübe Aussichten für Niedersachsens Bauern. Jobst Dismer hofft auf eine baldige Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland, auf die Moskau seinerseits mit einem Importstopp für Lebensmittel reagiert hat. Doch selbst wenn dies geschähe, dürfte auch das kurzfristig kaum die Preismisere der Ackerbauern beenden.

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