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Deutschland / Welt Die Lage für VW bessert sich langsam
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00:16 23.07.2016
Von Lars Ruzic
Die Nachfrage nach VW-Pkw steigt offenbar.  Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Der Abgas-Skandal kommt Volkswagen immer teurer zu stehen, gleichzeitig fasst der Konzern im operativen Geschäft wieder Tritt. Wie der Autobauer am Mittwoch berichtete, gab es im ersten Halbjahr ein Belastung von 2,2 Milliarden Euro - vor allem „aufgrund weiterer rechtlicher Risiken“ in Nordamerika.Sie kommen zu den mehr als 16 Milliarden Euro noch hinzu, die VW ohnehin schon für die Bewältigung des Skandals zurückgestellt hat.

Die zusätzliche Belastung wird das operative Ergebnis im ersten Halbjahr auf 5,3 Milliarden Euro drücken, teilten die Wolfsburger mit - ein Minus von 22 Prozent. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Konzern allerdings ein Ergebnis von 7,5 Milliarden Euro erzielt, gut 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei kann VW offenbar auf ein gutes zweites Quartal verweisen. Denn zwischen April und Juni allein verdiente der Autobauer vor Sondereinflüssen 4,4 Milliarden Euro - ein Plus von gut einem Fünftel. Damit habe man die Erwartungen der Finanzmärkte übertroffen, teilte VW mit. Und die ließen sich nach der Mitteilung nicht lange bitten. Die Aktie legte zeitweilig um gut 7 Prozent zu.

Vor allem das Ergebnis der Marke Volkswagen habe sich verbessert, berichtete der Mutterkonzern. Gründe seien die verbesserte Nachfrage vor allem in Europa und eine „Wiederbelebung“ des Geschäfts mit Großkunden. Die waren durch den Skandal zögerlich geworden, weil niemand potenzielle Luftverpester in den Fuhrpark aufnehmen wollte. Auf der Kostenseite zeigten sich positive Effekte des Effizienzprogramms, dass der Konzern schon weit vor dem Diesel-Skandal aufgelegt hatte und von dem der VW-Betriebsrat behauptet, es habe schon Ergebnisverbesserungen von mehreren Milliarden Euro gebracht. Die komplette Halbjahresbilanz legt VW in einer Woche vor.

Ende Juni hatte sich der Konzern im Skandal um manipulierte Diesel­motoren, die nur auf dem Teststand die Grenzwerte einhalten, mit den Behörden in den USA auf ein 15 Milliarden Dollar schweres Vergleichspaket geeinigt, mit dem Kunden entschädigt und Rechtsstreitigkeiten beigelegt werden sollen. Damit hat der Konzern bei der Bewältigung der Affäre den größten Bocken zur Seite geräumt, es warten aber noch viele andere. „Es werden vermutlich auch in anderen Ländern noch Kläger aus der Reserve kommen“, sagt Nord/LB-Analyst Frank Schwope. Er rechnet mit Gesamtkosten von 25 bis 35 Milliarden Euro.

Die jüngsten Anschuldigungen aus den USA treffen auch Top-Manager des Konzerns. Mehrere US-Bundesstaaten meinen, Manager und Ingenieure hätten die US-Behörden über Jahre an der Nase herumgeführt und die Betrugs-Software verfeinert „als Teil ihres ganz normalen Tagesgeschäfts“, wie es dort heißt. Das Thema habe über Jahre „Dutzende Führungskräfte, Abteilungsleiter und Ingenieure“ beschäftigt. Bereits 2006 sollen zudem Ex-Chef Martin Winterkorn und dessen Nachfolger Matthias Müller über Ungereimtheiten informiert gewesen sein. VW erklärte nur, die Vorwürfe seien alle nicht neu.

Indes treibt der Konzern den eigenen Umbau voran. Die Tochter Audi übernimmt künftig die Federführung bei der Entwicklung autonom fahrender Autos und der Brennstoffzelle. Das teilte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler am Dienstag vor 2800 Audi-Führungskräften aus aller Welt in München mit, wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Audi werde ein serienreifes Brennstoffzellen-Auto entwickeln, sagte er. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben für E-Autos, Digitalisierung und autonomes Fahren würden in den nächsten Jahren massiv erhöht. Sparen will Audi vor allem durch deutlich weniger Modell- und Motorvarianten. In der Oberklasse werden sich laut Vorstandschef Stadler Brennstoffzelle und autonomes Fahren als Erstes durchsetzen - deshalb sei Audi der geeignete Vorreiter dafür.

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