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Die Steuererklärung wird einfacher

Finanzamt entdeckt das Internet Die Steuererklärung wird einfacher

Die Steuererklärung soll künftig einfacher werden. Nachweise zu Spenden oder Kapitalerträgen sollen von den Sachbearbeitern nur noch in Einzelfällen angefordert werden. Neu ist auch: Bürger bekommen mehr Zeit für die Abgabe ihrer Steuererklärung. Die neuen Regeln werden zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. 

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Der Kampf mit den Formularen zur Steuererklärung soll bald vorbei sein.

Quelle: dpa

Laut einem am Donnerstag im Bundestag beschlossenem Gesetzespaket  soll die Steuererklärung künftig einfacher werden. Die Bürger sollen bei einer elektronischen Steuererklärung dem Finanzamt in der Regel keine Belege mehr vorlegen. Nachweise zu Spenden oder Kapitalerträgen sollen von den Sachbearbeitern nur noch in Einzelfällen angefordert werden. Neu ist auch: Bürger bekommen mehr Zeit für die Abgabe ihrer Steuererklärung. Die neuen Regeln werden zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. 

Welche Fristverlängerungen sind geplant?

Wer seine Steuererklärung selbst ausfüllt, muss diese künftig erst Ende Juli einreichen und nicht mehr wie bisher Ende Mai des Folgejahres. Die nun um zwei Monate verlängerte Frist soll vom Steuerjahr 2018 an gelten. Ehepaare – beispielsweise mit der Lohnsteuerklasse III und V – müssen demnach für 2018 erst bis zum 31. Juli 2019 ihre Steuererklärung abgeben. Nicht beratene Steuerpflichtige erhalten jetzt also sieben Monate Zeit.

Und was gilt für von Steuerberatern ausgefüllte Formulare?

Mehr Zeit für die Abgabe erhalten auch Steuerzahler, die sich von einem Berater oder einem Verein helfen lassen. Für sie wird die Abgabefrist von zwölf Monaten auf 14 Monate verlängert. Für 2018 müsste demnach die Steuererklärung bis spätestens Ende Februar 2020 eingereicht werden.

Für wen ändert sich noch die Abgabefrist?

Bei der sogenannten Vorabanforderung von Steuerpflichtigen, die einen Berater nutzen. Hier wird die Abgabefrist von drei auf vier Monate verlängert. Die Vorabanforderung erfolgt nur, wenn die entsprechenden Steuerformulare vorliegen beziehungsweise handelsrechtliche Fristen zur Bilanzerstellung abgelaufen sind.

Was passiert, wenn Steuererklärungen verspätet eingehen?

Einen Verspätungszuschlag gibt es bisher schon. Er wurde aber durch den Bearbeiter im Finanzamt je nach individuellem Ermessen festgesetzt. Das soll sich mit dem künftig stärker automatisierten Besteuerungsverfahren ändern. Der Gesetzentwurf sieht daher die Einführung eines obligatorischen Verspätungszuschlages vor.

Wird der Verspätungszuschlag in jedem Fall erhoben?

Nein. Der Zuschlag von 25 Euro pro Monat soll nur diejenigen betreffen, die Steuern nachzahlen müssen. Diese automatischen Zuschläge würden aber nur dann greifen, wenn die Steuererklärung nicht innerhalb von sieben beziehungsweise 14 Monaten nach Ende des Besteuerungszeitraumes abgegeben und wenn zugleich keine Fristverlängerung beantragt wurde. Wer Steuern erstattet bekommt, für den ändert sich nichts. Das gilt auch für Fälle, in denen weder Geld erstattet noch nachgezahlt wird. Hier kann es nur im Einzelfall zu einer Festsetzung des Verspätungszuschlages kommen.

Und was gilt für Rentner, die „überrascht“ werden?

In der Koalition heißt es: „Es muss kein Rentner befürchten, Verspätungszuschläge zahlen zu müssen, weil er fälschlicherweise davon ausgegangen ist, nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet zu sein.“ Wer also von seiner Steuererklärungspflicht „überrascht“ und erst vom Finanzamt zur Abgabe der Steuererklärung erstmalig aufgefordert wird, für den beginnt der Verspätungszuschlag erst mit dem Ablauf der vom Finanzamt gesetzten Nachfrist.

Der Fiskus entdeckt das Internet

Künftig sollen Steuerzahler ihre Daten über das elektronische Steuerverfahren Elster jederzeit vollständig online verwalten können. Daneben soll auch die Möglichkeit ausgeweitet werden, vom Finanzamt vorausgefüllte Erklärungen nur noch zu überprüfen und anschließend per Mausklick einzureichen. Belege wie Quittungen von Spenden oder Kapitalerträgen müssen nicht mehr grundsätzlich mit eingereicht werden. Wegwerfen darf man sie aber nicht; das Finanzamt kann sie bei Bedarf anfordern. Die Nutzung des erweiterten Online-Angebotes soll freiwillig sein. Wer möchte, kann seine Steuererklärung weiterhin auf Papier einreichen.

Die Umstellung auf ein vollautomatisches Verfahren soll vor allem für Steuererklärungen von Arbeitnehmern gelten. Die Bearbeitung betrieblicher Steuererklärungen ist nicht betroffen. 2017 sollen die meisten gesetzlichen Änderungen in Kraft treten. Damit wird nur der rechtliche Rahmen geschaffen – die Umsetzung ist in mehreren Schritten bis 2022 geplant.

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