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Die Suche nach der gesunden Cola

Gesunde Alternativen zur Limonade Die Suche nach der gesunden Cola

Coca-Cola enthält nicht nur viel Zucker, sondern auch vermeintlich krebserregende Stoffe und Rückstände aus Reinigungsmitteln – gesunde Alternativen gibt es inzwischen viele. Ob die wirklich besser sind, lesen Sie hier.

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Der Genuss von Cola gilt als einer der Hauptgründe, weshalb Kinder in westlichen Ländern immer dicker werden.

Quelle: Jens Kalaene

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft während der Europameisterschaft  in Frankreich eine Pressekonferenz gibt, sitzen die Spieler vor mehreren Dosen Coca-Cola. Muss das sein, fragen sich viele Eltern. Und auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) haben die Wahl des Sponsoringpartners bei der Fifa heftig kritisiert: Dass auf diese Weise suggeriert wird, dass ausgerechnet Hochleistungssportler Cola trinken, potenziere die wachsende Vorliebe von Kindern für zuckerhaltige Getränke, heißt es.

Kinder mögen Cola. Das Süßgetränk übt eine magische Anziehungskraft auf den Nachwuchs aus. Das Original des gleichnamigen Konzerns aus den USA steht allerdings zurzeit wegen seiner Inhaltsstoffe verstärkt in der Kritik. Erst vor wenigen Wochen bescheinigte eine Erhebung der Stiftung Warentest der Coca-Cola und zahlreichen ihrer Kopien, was eigentlich längst jeder hätte wissen können: Cola enthält zu viel Zucker. Im Original sind zudem eine bedenkliche Menge des als krebserregend geltenden Schadstoffes 4-Methylimidazol sowie Rückstände von Chlorat, das aus Reinigungsmitteln stammt, enthalten.

Experten warnen vor übermäßigem Konsum

Ernährungsexperten auf der ganzen Welt warnen nicht nur deshalb vor übermäßigem Konsum. Auch zuckerarme "Light"- oder gänzlich zuckerfreie "Zero"-Produkte gelten bei regelmäßigem Genuss als schädlich. Der Genuss von Cola gilt als einer der Hauptgründe, weshalb Kinder in westlichen Ländern immer dicker werden.

Doch allen Gesundheitswarnungen zum Trotz erfreuen sich das Original und seine Ableger großer Beliebtheit. Rund 32 Liter trinkt jeder Deutsche pro Jahr im Schnitt, weltweit sind es immer noch rund 20 Liter pro Kopf. In Großbritannien und den USA sind bereits erste sogenannte Zuckersteuern auf dem Weg, um den Bürgern der US-Metropole Philadelphia den übermäßigen Konsum abzugewöhnen.

Berlinerin entwickelt gesündere Variante

 Auch die Berlinerin Nemin Çelik hat mit ihren fünf Kindern am Küchentisch das Thema Cola oft diskutiert. Eine gesündere Variante ohne Farbstoffe, ohne Phosphorsäure und trotzdem mit dem vollen Aroma der Kolanuss – das wär’s doch, meinte die Familie. Die gab es damals aber noch nicht. Also produzierte Çelik das Getränk einfach selbst. Mittlerweile, drei Jahre später, gibt es ihre "Glam Cola" in Berliner Szenelokalen und -geschäften, im Kaufhaus KaDeWe oder in ostdeutschen Lebensmittelmärkten zu kaufen. Die Nachfrage steigt, auch außerhalb der Hauptstadt.

Eine Besonderheit der Brause, die die Schauspielerin gemeinsam mit einer Brauerei in Berlin auf den Markt brachte, ist die Farbneutralität. Das Cola-Ingwer-Getränk sieht aus wie Wasser. Das ist zwar nicht ganz neu – auch Branchenriese Pepsi hat diesen Effekt in den Neunzigerjahren schon getestet –, aber irgendwie sexy.

Coca-Cola bleibt Weltmarktführer

Die Berlinerin liegt mit ihrer Entwicklung voll im Trend. Der Erfolg von alternativen Limonaden Bionade, Club-Mate, Fritz-Cola und Co. hat zahlreiche Nachahmer angelockt. An der derzeitigen Beliebtheit von Cola-Limonaden kommen auch die großen Bio-Getränkehersteller nicht vorbei. Cola gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten. Rund 500 unterschiedliche Produkte sind es weltweit. Und die meisten wollen möglichst nah am Original sein. Kein Wunder, denn die echte Coca-Cola, die 1886 von dem US-amerikanischen Apotheker John Stith Pemberton erfunden wurde, ist seit Jahrzehnten der unangefochtene Weltmarktführer unter den Süßgetränken.

Statt künstlicher Aromen kommen bei den vielen Herstellern allerdings mittlerweile Bioextrakte und Bioaromen und statt chemisch hergestellter Zuckercouleur zumeist Karamell in die Flasche. Auch auf Zitronen- oder Phosphorsäure wird in vielen Biocolas verzichtet. Stattdessen sorgt der Saft von Biozitronen für den säuerlichen Geschmack.

Alternative Szene bietet viele Ideen

Ob "Gletscher Cola" mit Wasser aus dem Voralpenland, die politisch-korrekte "Ali Cola" mit Integrationscharakter aus Hamburg oder die naturverbundene Cola-Variante von Dr. Fillers mit Fichtengeschmack aus Wien: In der alternativen Szene gibt es viele Ideen, wie das Getränk auch anders und vor allem gesünder zubereitet werden kann.

Auf die gesundheitlichen Bedenken der Verbraucherschützer hat die fritz-kulturgüter GmbH reagiert, deren Fritz-Kola mit weniger Zucker und mehr Koffein neben den US-amerikanischen Platzhirsch Coca-Cola und Pepsi "als eine der populärsten Limonanden" bundesweit gilt. Mittlerweile produziert das Unternehmen auch eine zuckerfreie, eine mit Stevia gesüßte sowie eine mit Zutaten aus biologischer Landwirtschaft und fairem Handel hergestellte Variante.

"Cola ist ein reines Genussmittel"

Problematisch sieht das Unternehmen den Genuss der konventionellen Rezepturen allerdings trotzdem nicht. "Cola ist grundsätzlich ein reines Genussmittel und ein Wachmacher", sagt fritz-Mitgründer Mirco Wolf Wiegert. Denn: Süß muss auch eine "gesunde" Cola natürlich schmecken. Der Zuckergehalt ist entsprechend bei vielen alternativen Colas nicht viel geringer als bei der konventionellen Konkurrenz. Als Alltagsgetränk kommt daher auch Bio-Cola oftmals also eher nicht in Betracht.

"Ein Liter normale Cola enthält etwa 106 Gramm Zucker pro Liter, was etwa 420 Kilokalorien entspricht", rechnet Prof. Hans Hauner, Ernährungsmediziner der Technischen Universität München, vor. Wer sich das bildlich vor Augen führen mag: Das entspricht in etwa der Menge von 40 Stück Würfelzucker. Kinder sollten aber nicht mehr als 10 Prozent ihrer Kalorien in Form von Zucker aufnehmen, mit zuckerhaltigen Getränken lägen sie schnell darüber, erklärt Hauner. Unterschiede zwischen den einzelnen Colas gibt es kaum. Der Energie- und Zuckergehalt ist bei allen großen Herstellern ähnlich. Auch die bei neueren Herstellern bevorzugte Zitronensäure, die anstelle von Phosphorsäure eingesetzt wird, halten Experten für bedenklich. Zwar gibt es noch keine Vergleichsstudien, allerdings schadet Zitronensäure den Zähnen und sollte nicht in großen Mengen konsumiert werden.

Koffeinfreie Variante für Kinder

Dass auch die "Glam Cola" kein gesundes Getränk ist, räumt Çelik ein. Fruchtzucker sei schließlich ebenfalls Zucker und Säure bleibt Säure. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Koffein. Im Vergleich zum Marktführer Coca-Cola, die 10 Milligramm auf 100 Milliliter enthält, ist die "Glam Cola" mit 15 Milligramm sogar etwas stärker. Verglichen mit Kaffee (80 Milligramm pro 100 Milliliter) oder schwarzem Tee (35 Milligramm pro 100 Milliliter) hält sich der Koffeingehalt in Grenzen.

In Kürze will Çelik eine koffein- und ingwerfreie Cola speziell für Kinder auf den Markt bringen. "Viele Eltern haben immer wieder danach gefragt", sagt sie. Am liebsten würde Çelik dann auch den Fruchtzucker reduzieren, doch da gibt es heftige Widerworte aus dem engsten Beraterkreis: Ihre Kinder sind dagegen.

Von Stefan Fuhrer

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