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Die Tücken der Riester-Rente

Ärger um Kinderzulage Die Tücken der Riester-Rente

Wer die staatlichen Zulagen bei der Riester-Rente kassieren will, muss sich über die Bedingungen informieren – sonst drohen Rückforderungen, wie ein Fall aus Sehnde zeigt

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„Falsche Annahme“: Die Kinderzulage beim Riester-Sparen bekommt nicht jeder, der Kinder hat.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Hannover. Es geht zwar nicht um einen riesigen Betrag, aber ganz zu vernachlässigen ist die Geldsumme auch nicht. Immerhin muss Heike Krubert aus Sehnde 865,83 Euro zurückzahlen, die sie seit 2011 an Kinderzulagen für ihren Riester-Vertrag kassiert hat. Sie hatte eine Bestimmung im Kleingedruckten nicht beachtet - und wirft jetzt der Versicherung und der Zulagenbehörde mangelnde Aufklärung vor. Besonders verärgert ist sie darüber, dass sie erst so spät von dem Fehler erfahren hat und deshalb keine Gelegenheit bekam, ihn rechtzeitig zu korrigieren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Tücken der staatlich geförderten Altersvorsorge, bekannt unter dem Namen Riester-Rente.

Die Sache mit dem Kindergeld

Wer die staatlichen Zulagen kassieren will, muss nämlich einige Fallstricke beachten. So wird die Kinderzulage von jährlich bis zu 300 Euro je Kind grundsätzlich nur an den Kindergeldberechtigten gezahlt. Dies hatte die Sehnderin nicht beachtet, als sie sich von ihrem Mann scheiden ließ. Fortan floss an ihn das Kindergeld - mit der Folge, dass Krubert keinen Anspruch mehr auf die Kinderzulage hatte. Das merkte sie allerdings erst jetzt, als ihr rückwirkend für die Jahre 2011 bis 2014 der Zuschuss aberkannt wurde. Sie macht dafür auch ihre Versicherung, den Volkswohlbund in Dortmund, verantwortlich. Tatsächlich wird in dem jährlich zugesandten „Vorsorge-Check“ zur Riester-Rente nur nach der Anzahl der Kinder gefragt, für die Kindergeld gezahlt wird. Es fehlt jedoch der Hinweis, dass das Kindergeld dem Riester-Versicherten zustehen muss, damit er Anspruch auf die Kinderzulage hat. Deshalb sei sie von einer „falschen Annahme“ ausgegangen, erklärt die Sehnderin.

„Bürokratische Vorgaben“

„Wir legen großen Wert darauf, die Formulare für unsere Kunden so verständlich und eindeutig wie möglich zu formulieren und auszugestalten“, erklärte dazu der Volkswohlbund. Das sei bei der Riester-Rente besonders wichtig, da sie „durch ihre bürokratischen Vorgaben in vielen Bereichen leider nicht selbsterklärend ist“. Die Versicherung hat das Formular inzwischen überarbeitet. Jetzt werden die Kunden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei Nichtverheirateten oder dauernd getrennt lebenden Ehepartnern die Kinderzulage nur dem Kindergeldberechtigten zusteht.

Für die Sehnderin kommt der Hinweis zu spät. Hätte sie ihren Fehler früher bemerkt, hätte sie reagieren können, indem sie mit ihrem Ex-Mann eine andere Kindergeld-Regelung trifft. So aber hat Heike Krubert nicht nur die Kinderzulagen verloren - auch sie selbst bekommt für den Zeitraum nicht die volle Zulage, weil sie mit Wegfall des Kinderbonus nicht mehr auf den erforderlichen Mindesteinzahlbetrag kommt. Hätte sie das wiederum gewusst, hätte sie ihren Sparbetrag entsprechend aufstocken können. Rückwirkend ist dies allerdings nicht möglich.

Keine Nachbesserungen

Doch die bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelte Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen sieht keine Möglichkeit, die Riester-Versicherten schneller über Ungereimtheiten zu informieren. Es handele sich um ein „modernes, effizientes und vollmaschinelles Verfahren“, erklärte eine Sprecherin. Die Behörde vertraue zunächst auf die Richtigkeit der Angaben des Anlegers im Zulageantrag. „Nur so kann eine zeitnahe und kosteneffiziente Auszahlung der Zulage sichergestellt werden.“

Änderungen der Versicherung mitteilen

Die Riester-Rente gibt es in Form der Rentenversicherung, aber auch als Fondssparplan oder als Baustein der Immobilienfinanzierung („Wohn-Riester“). Der Staat fördert den Abschluss in Form von Zulagen und Steuerersparnissen. Der Riester-Sparer bekommt 154 Euro im Jahr, wenn er die Voraussetzungen erfüllt. Richtig lohnend wird es jedoch für Familien mit Kindern: Pro Kind gibt es 185 Euro, bei Geburtsjahr 2009 und später sogar 300 Euro. Berufsstarter bekommen zudem einmalig 200 Euro.

Die Zulagen werden jährlich bei der staatlichen Zulagenstelle beantragt. Die Versicherer und sonstigen Finanzunternehmen erledigen das automatisch – dafür gibt es den sogenannten Dauerzulagenantrag. Der Versicherungsnehmer muss aber bestimmte Änderungen wie zum Beispiel bei Kindern oder Familienstand mitteilen. Zu diesem Zweck verschicken die Versicherer alljährlich entsprechende Formulare.

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