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Deutschland / Welt Die Tui spart sich jetzt auch die Reiseunterlagen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Die Tui spart sich jetzt auch die Reiseunterlagen
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18:58 17.11.2016
Von Jens Heitmann
Vorfreude auf den Urlaub? Gedruckt gibt’s die bei Tui nicht mehr. Quelle: Tui
Hannover

Erst hat die TUI an Bord ihrer Ferienflieger Decken, Kissen und Zeitungen abgeschafft, dann die Gepäckmitnahme beschränkt und nur noch Edel-Kunden das Essen gratis serviert - später folgte die Einführung einer Strafgebühr für den Check-In am Flughafen. Diese Einschränkungen beim Service haben die Kunden mehr oder weniger grummelnd hingenommen - dankbar dafür, dass die Tui sie überhaupt noch in den Urlaub flog. Aber auch diese Dienstleistung ist ja, wie Reisewillige in den Herbstferien erfahren mussten, nicht mehr selbstverständlich.

Das gilt künftig auch für die Erwartungen, nach der Buchung ein Booklet mit den wichtigsten Reiseunterlagen in Händen zu halten. „Drei Jahre nach Einführung des papierlosen Reisens geht Tui den nächsten Schritt: Deutschlands führender Reiseveranstalter wird komplett ticketlos“, jubelt die Pressestelle. Vom 13. Dezember an müssen nun auch die Kunden der teuren Marken Airtours und Tui auf Gedrucktes verzichten - bei der Billigmarke 1-2-Fly ist das schon seit September so.

Reisebüros fürchten Nachteile für Kunden

Der Veranstalter verkauft das als Vorteil: Niemand müsse sich mehr mit lästigem Papierkram herumplagen, über die dazugehörige App könnten die Urlauber per Smartphone oder Tablet auf die Service-Portale der Tui im Internet zugreifen - und neben Informationen zu ihrer Reise zusätzliche Services wie interaktive Karten nutzen. „Das sind eben die Vorteile der digitalen Welt“, sagt ein Unternehmenssprecher.

Vertreter von Reisebüros befürchten hingegen Nachteile im Umgang mit den Kunden in der realen Welt. Dass angeblich rund 70 Prozent der Tui-Gäste glücklich nur noch mit Reisepass oder Personalausweis unterwegs sein wollen, können sie nicht nachvollziehen. „Ich frage mich immer, wo die diese Zahlen her haben“, schreibt eine Reiseverkäuferin auf Facebook. „Oder sind nur meine Kunden so ,komisch’ und einzigartig, dass sie immer noch gerne Booklets haben möchten?“

Die Tui möchte mit dem Verzicht auf Gedrucktes Geld sparen - das könnte den Konzern aber teuer zu stehen kommen, glauben Reisebürovertreter. „Die Wertigkeit einer Reise, auf die sich die Kunden lange freuen, hat auch etwas mit den Reiseunterlagen zu tun“, meint eine Expertin. Natürlich könne ein Reiseveranstalter immer weiteren Ballast abwerfen, erklärt ein Kollege. Nur: „Wann schafft die Tui sich selbst ab und verkauft wieder Stahl - ein kaltes, emotionsloses Produkt? Passt meines Erachtens viel besser zu dem Betrieb.“

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