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Die neuen Reiseziele der Billigflieger

Ryanair, Wow-Air und Co. Die neuen Reiseziele der Billigflieger

USA, Ost- und Südeuropa: Billigflieger nutzen die Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin und bauen ihr Streckennetz auf der Lang- und Kurzstrecke aus. Auch Neulinge wie Wow- und Wizz-Air sind darunter.

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Die isländische Fluggesellschaft Wow-Air fliegt künftig ab 140 Euro von Frankfurt und Berlin aus in die Vereinigten Staaten.

Quelle: Foto: wow-air

Hannover. Über das verlängerte Wochenende für 140 Euro nach Texas fliegen oder ein Spontantrip für 15 Euro in die dalmatinische Küstenstadt Zadar? Mit zahlreichen neuen Billigverbindungen ermöglichen viele Fluggesellschaften in diesem Jahr Reisen zu echten Dumpingpreisen. Nach dem Ende von Air Berlin bauen die auf das niedrigpreisige Segment spezialisierten Fluglinien ihre Streckennetze kräftig aus.

Mit Wow-Air günstig in die USA

Mit sieben neuen Airbus-Maschinen, darunter vier Großraumjets vom Typ A330-900neo, greift die isländische Fluggesellschaft Wow-Air auf der Langstrecke an. Mit Preisen ab 139,99 Euro fliegt Wow-Air künftig von Frankfurt und Berlin in die Vereinigten Staaten. Vom 25. April an steuert Wow-Air erstmalig auch die Autostadt Detroit an.

Einen Tag später nimmt sie eine zusätzliche Verbindung nach New York auf. Und es geht noch weiter: Im Mai starten Verbindungen nach Cleveland, Cincinnati, St. Louis und Dallas. Wer beim Reisedatum nicht wählerisch ist, kann derzeit noch Tickets um die 235 Euro pro Strecke ergattern.

Die Billigverbindung auf der Langstrecke wird durch einen Zwischenstopp im Heimatflughafen in Reykjavík möglich. Die Ziele Boston, Washington, Los Angeles, San Francisco, Miami, Pittsburgh und Chicago hat Wow-Air schon länger ganzjährig im Programm.

Easyjet baut Angebot ab Tegel aus

Als unmittelbare Reaktion auf das Air-Berlin-Aus startet der Billigflieger Easyjet seit Anfang des Jahres auch am Flughafen Berlin-Tegel. Im Angebot sind Inlandsflüge ab 50 Euro nach Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart sowie 15 neue internationale Strecken – etwa Flüge nach Budapest, Paris und Zürich jeweils ab 42 Euro.

Easyjet flog bisher ab Berlin-Schönefeld und weitet sein Netz damit deutlich aus. „Easyjet wird die Chance nutzen und den Markt aggressiver bearbeiten“, sagt Luftverkehrsexperte Gerald Wissel. „Damit bekommen wir zunehmend mehr Wettbewerb in Deutschland, was zu sinkenden Preisen führen wird.“

Mit dem Sommerflugplan verdoppelt das Unternehmen das Angebot ab Tegel noch mal. Von dem weiter genutzten Flughafen Schönefeld fliegt Easyjet ab Ende Juni erstmals regelmäßig ins kroatische Zadar an der dalmatinischen Küste.

Germania fliegt nach Kreta

Ebenfalls von Schönefeld nach Tegel orientiert sich die Fluglinie Germania, die dort nun ebenfalls eine Maschine stationiert hat. Etwas teurer als die klassischen Billigflieger, mit Angeboten ab 89 Euro aber immer noch günstig, steuert Germania ab Mai Ziele in der Türkei, auf Mallorca und Kreta sowie den ägyptischen Ferienort Marsa Alam an. Mit einer zusätzlichen Maschine in Bremen will Germania außerdem klassische Sommerziele auf den Kanaren künftig auch im Winter bedienen.

Eurowings setzt auf Düsseldorf

Mit 30 Prozent mehr Flügen seit November vergangenen Jahres ist auch Eurowings deutlich auf Wachstumskurs. Wie Easyjet springt die Fluggesellschaft auf Inlandsstrecken für die insolvente Air-Berlin ein, schwerpunktmäßig ab Nordrhein-Westfalen. „Wir planen, in Düsseldorf weitere Flugzeuge zu stationieren für die Kurz-, Lang- und Mittelstrecke“, kündigt eine Eurowings-Sprecherin an.

Mit Wizz Air in den Osten

Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen erweitert der ungarische Billigflieger Wizz Air sein Angebot. Vom Frühjahr an gibt es günstige Verbindungen in die Ukraine (Lwiw, Charkiw), nach Polen (Posen) und ab dem Sommer nach Rumänien (Iasi). Für 25 Euro fliegt Wizz Air ab November von Dortmund nach Wien.

Ryanair entdeckt Jordanien

In Deutschland nimmt Ryanair in diesem Jahr an acht Flughäfen insgesamt 22 neue Verbindungen, vorwiegend zu Urlaubsorten im europäischen Ausland, auf. Dabei verlagert der irische Billigflugpionier seinen Schwerpunkt von seiner einstigen Basis im rheinland-pfälzischen Frankfurt-Hahn direkt in die Mainmetropole.

Als Folge der 2010 eingeführten Luftverkehrabgabe verteuerten sich die Kosten für den Regionalflughafen. Damit wird er für Billigflieger unattraktiv. In Frankfurt dagegen starten ab März gleich 14 neue Ryanair-Linien. Wer rechtzeitig bucht, fliegt für rund 35 Euro nach Marokko (Agadir). Jüngst kündigte Ryanair an, ab Herbst auch Flüge von Köln nach Akaba in Jordanien anzubieten.

Von Mario Moers/RND

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