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Deutschland / Welt Diese Erfindungen kommen aus Deutschland – Hätten Sie es gewusst?
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21:29 17.10.2018
Nicht nur beim autonomen Fahren zeichnen sich die deutschen Autobauer durch ihre Innovationskraft aus. Quelle: Andrey Popov - stock.adobe.com
Berlin

Das Land der Ideen: Deutschland ist einer Analyse des Weltwirtschaftsforums zufolge offiziell das innovativste Land der Welt – und das aus gutem Grund, denn zahlreiche Start Ups, Forscher und Kreative aus Deutschland haben mit ihren Ideen die Welt verändert. Angeführt von der Automobilbranche setzen deutsche Innovationstreiber Maßstäbe, was Umweltmanagement, Unterhaltungstechnik und Gleichberechtigung angeht – und das schon seit mehr als einem Jahrhundert. Denn nicht nur der Kaffeefilter und die Fanta entstand in Deutschland, auch der Elektromotor findet seinen Ursprung hier. Die deutsche Innovationskraft im Überblick:

Barrierefreies Kino

Für Menschen, die schlecht sehen oder hören war das Kino lange Zeit keine Option – oder zumindest kein Vergnügen. Die Umsetzung eines barrierefreien Filmvergnügens stellte Forscher jedoch vor eine Herausforderung. Die Frage, wie man gleichzeitig auf Menschen mit Seh- und Hörschwäche eingeht, blieb lange unbeantwortet. Erst die Berliner Filmproduzentin Seneit Debes fand im Jahr 2013 eine Antwort und brachte die kostenlosen Apps „Greta“ und „Starks“ auf den Markt. Über das Smartphone können Menschen mittels Untertiteln oder detaillierten Beschreibungen der Handlung so barrierefrei den Film mit ihren Freunden im Kino sehen.

Echoortung für autonomes Fahren

Mit Fledermaustechnik sicher durch den Straßenverkehr – das ermöglicht das Start Up „Toposens“ seit 2017 deutschen Autobauern. Denn das Prinzip der Echoortung, mit dem die nachtaktiven Tiere auch in der Dunkelheit gut sehen können, haben sich die Erfinder einfach zu eigen gemacht: Die 3D-Ultraschallsensoren senden Signale aus, berechnen das empfangene Echo und können präzise und in Echtzeit erkennen, wo sich Menschen, Tiere oder Gegenstände im Raum befinden.

Papier aus Grasfasern

Gerade in Zeiten, in denen der Klimawandel deutlich spürbar ist, werden umweltfreundliche Ideen gebraucht. Unternehmer Uwe D’Agnone wollte bereits im Jahr 2017 einen Wandel – und zwar in der Papierindustrie. Nachdem er sich während eines Kundenauftrages umfassend mit der Papierökologie befasst hat, war ihm klar – das kann alles nicht die beste Lösung sein. Also experimentierte er mit Pflanzenfasern und Rohstoffen und die Lösung war: ganz normales Gras! Getrocknet, zerkleinert und zu Pellets gepresst ersetzt es seitdem einen Großteil des Holzanteils bei Creapaper.

MP3-Player

Es war eine Revolution in der Musikindustrie – plötzlich konnte man viel mehr Songs auf einem kleineren Format speichern, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Das MP3-Format wurde im Jahr 1982 unter der Leitung von Hans-Georg-Mustmann am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen entwickelt. Die Forschergruppe legte damit den Grundstein für den MP3-Player, der im Jahr 1999 auf dem deutschen Markt debütierte – auch ein Werk deutscher Entwickler.

Kaffeefilter

Hausfrau Melitta Bentz trank gerne eine heiße Tasse Kaffee. Nur leider schmeckte der im Jahr 1908 noch sehr bitter. Also versuchte Bentz, ihren Kaffeegenuss zu steigern, indem sie verschiedene Filtervarianten ausprobierte. Ein dünnes Papier war es schließlich, das ihr einen aromatischen Genuss bescherte. Und weil Bentz sich sicher war, dass es viele Menschen mit der Vorliebe für Kaffee gibt, ließ sie sich die Idee patentieren. Heute ist das Unternehmen „Melitta Group KG“ Marktführer und beschäftigt mehr als 3000 Menschen.

Taxameter

Wer an Deutschland und an Taxis denkt, der denkt oftmals im selben Zuge an Mercedes Benz. Denn Daimler war es, der die ersten Taxis auf die Straßen schickte. Und im Grund ist Daimler auch das Unternehmen, dem das Taxameter zu verdanken ist: Im Jahr 1981 hat Friedrich Wilhelm Gustav Bruhn das System erfunden. Interessant: Bis 2017 wurden mit der ersten Version so einige Steuerbetrüge begangen – denn es war leicht zu manipulieren.

Aspirin

Dass Weidenrinde, Extrakte und Aufgüsse gegen Fieber und Schmerzen helfen, war bereits in der Antike bekannt. Allerdings halfen die Naturmittel nicht immer, es musste eine wirksamere Alternative her. Der Weg zu dem Aspirin, das wir heute kennen, war lang – in Deutschland, Italien und Frankreich beschäftigten sich Mediziner mit der Frage und bauten ihre Erkenntnisse jeweils aufeinander auf. Letztlich war es aber der Chemiker und Apotheker Felix Hoffmann, der im Jahr 1897 die bekömmliche Acetyl-Salicylsäure, allgemein bekannt als Aspirin, entwickelte und patentierte.

Airbag

Daimler gehört zu den größten Innovationstreibern Deutschlands und hat in dieser Position sicher schon einige Leben gerettet: Mit der Erfindung des Airbags im Jahr 1971 machte Mercedes Benz das Autofahren sicherer. Der Einsatz des elektronischen Sensors, der bei einem Aufprall Druckgas und Pyrotechnik verbindet, öffnet das Luftkissen mittlerweile in Millisekundenschnelle und gehört schon lange zur Standardausstattung jedes Neuwagens.

Computer

Ein Leben ohne Computer ist für die meisten Menschen heute kaum noch vorstellbar – und auch diese Erfindung findet ihren Ursprung in Deutschland. Der deutsche Bauingenieur und Unternehmer Konrad Zuse entwickelte im Jahr 1941 mit der Z3 den ersten funktionstüchtigen, vollautomatischen und programmgesteuerten Rechner der Welt. Die Weiterentwicklung (Z4) war im Jahr 1950 der einzige funktionierende Computer in Kontinentaleuropa – in den USA war man derzeit allerdings bereits weiter – dort gab es seit 1946 ein entsprechendes Exemplar, das auf der Basis von Zuses Z3 entstand.

ReUse in Space

Plastikmüll ist nicht nur auf der Erde ein Problem, auch die Müllentsorgung im Weltall gestaltet sich zunehmend schwierig. Bislang wird Plastikmüll von Raumstationen entsorgt, indem man ihn gezielt in der Erdatmosphäre verglühen lässt. Die Schüler Adrian Schorowsky, Lara Neubert und Leni Termann aus Rostock entwickelten deshalb die Idee, Kunststoffe stattdessen an Bord wiederzuverwerten, um daraus neues Material für 3D-Drucker herzustellen.

Genaue Wettervorhersagen dank Tröpfchenmessung

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Hurrikans, deren Verlauf sich nur schwer vorhersagen ließ. Das will der Schüler Max von Wolff nun ändern. Er hat eine Apparatur entwickelt, mit der man die Tröpfchengröße präzise messen kann. Die Regentropfen fallen dabei auf eine Kunststoffmembran, die so ins Schwingen gerät, Sensoren erfassen das Zittern und geben die Messwerte an einen Rechner weiter – die Größe der Tropfen gibt damit die Basis für eine zuverlässige Vorhersage.

Energiegewinnung aus Mikroalgen

Mikroalgen produzieren in ihren Zellen energiehaltige Lipide, die man auch als Biodiesel nutzen kann. Das dachte sich jedenfalls Gymnasiast Moritz Hamberger aus Bayern. Der 17-Jährige konstruierte einen Bioreaktor, in dem die Algen wachsen, um schließlich die wertvollen Stoffwechselprodukte ernten und weiterverarbeiten zu können. Er ist überzeugt, durch chemische und physische Prozesse die Stoffe irgendwann in Kraftstoff verwandeln zu können.

Lesen Sie auch: Deutschland ist das innovativste Land der Welt

Von RND/Leonie Zimmermann

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